Frieda, du triffst da einen Punkt der mich schon lange beschäftigt. Früh investieren statt später reparieren klingt so selbstverständlich und trotzdem passiert in der Praxis oft genau das Gegenteil. 🤔
Ich bin Ralf, 45, IT, und ich schau auf das Thema vielleicht aus einem etwas anderen Winkel. Was mich in meinem Berufsalltag wirklich auffällt ist wie stark der digitale Graben soziale Ungleichheit heute verstärkt. Wer zuhause keinen vernünftigen Internetzugang hat, wer nie beigebracht bekommen hat wie man sich in digitalen Umgebungen bewegt, der hat nicht nur weniger Chancen im Arbeitsmarkt. Der ist in vielen Alltagsbereichen schlicht abgehängt. Behörden, Bewerbungen, Weiterbildung, das läuft alles zunehmend digital. Und das trifft bestimmte Gruppen unverhältnismäßig hart.
Was mich bei dieser Diskussion generell beschäftigt ist die Lücke zwischen dem was politisch beschlossen wird und dem was tatsächlich ankommt. Wir haben in Deutschland eigentlich viele Instrumente, Kindergeld, BAföG, Beratungsangebote, Weiterbildungsförderung. Aber die Menschen die es am meisten brauchen erreichen diese Angebote oft am wenigsten. Weil die Zugänge kompliziert sind, weil Formulare überfordern, weil niemand erklärt was einem zusteht. Das ist ein Systemfehler der sich durch fast alle Sozialprogramme zieht. 😅
Unternehmen sehe ich da durchaus in der Pflicht, aber ich bin ehrlich gesagt skeptisch wenn es rein freiwillig bleibt. Freiwilligkeit funktioniert solange es sich rechnet. Faire Ausbildungsplätze, echte Einstiegschancen unabhängig vom Nachnamen oder der Postleitzahl, das braucht mehr als guten Willen.
Was ich mir wünschen würde ist eine ehrlichere politische Debatte darüber was wir als Gesellschaft eigentlich wollen. Gleiche Chancen klingt gut, aber was bedeutet das konkret wenn der Startpunkt so unterschiedlich ist? 😊