Beiträge von Dave88

    Anna ich bin eigentlich nicht der Typ der viel kauft. Mein Geld geht in Aquariumtechnik, Fischfutter und ab und zu was für den Haushalt. Das war's eigentlich. 😄

    Aber was du über den Modus beschreibst kenn ich trotzdem. Ich hab neulich gemerkt dass ich auf dem Sofa lag, meinen Partner neben mir, und trotzdem seit zwanzig Minuten durch irgendwelche Produktseiten gescrollt hab ohne wirklich zu suchen. Einfach so. Kein Ziel, kein Bedarf. Nur Scrollen.

    Das hat mich ehrlich gesagt kurz erschreckt.

    Was mir persönlich hilft ist eine ziemlich simple Regel die ich irgendwann eingeführt hab. Wenn ich etwas kaufen will warte ich drei Tage. Nicht weil ich so diszipliniert bin sondern weil ich gemerkt hab dass das Gefühl meistens einfach weg ist danach. War also kein echtes Bedürfnis. War Stimulation.

    Deinen Punkt über Preise finde ich wichtig und der wird in diesen Debatten gerne weggelassen. Bewusster Konsum ist oft ein Luxus. Wer am Ende des Monats schaut was noch übrig ist kauft halt das was günstig ist und nicht das was nachhaltig produziert wurde. Das als persönliches Versagen zu rahmen ist unfair.

    Ich glaube das Bewusstsein das du beschreibst ist schon viel. Die meisten scrollen einfach weiter.

    Charlie das mit dem Logo trifft mich weil ich das aus einer anderen Richtung kenne. Ich arbeite im Lager, körperliche Arbeit, und da höre ich seit Jahren dass Automatisierung alles übernehmen wird. Förderbänder, Sortierroboter, autonome Stapler. Und ja, einiges davon passiert wirklich.

    Aber was mich dabei auffällt ist dass die Diskussion immer sehr sauber klingt. Dieser Job fällt weg, der Mensch wird umgeschult, alles gut. In der Realität ist das messbar anders. Ein Kollege von mir ist 52, seit 20 Jahren im selben Betrieb, und wenn der hört dass er sich jetzt in Richtung Datenanalyse weiterbilden soll schaut er mich an als hätte ich ihm gesagt er soll Astronaut werden. Das ist keine Faulheit, das ist eine Lebensrealität die in diesen Debatten einfach nicht vorkommt.

    Was ich glaube welche Jobs sicherer sind? Ehrlich gesagt alles wo echte menschliche Präsenz zählt. Pflege, Handwerk, direkte Betreuung. Nicht weil man die nicht automatisieren könnte sondern weil Menschen da Menschen wollen. Das Problem ist nur dass genau diese Berufe am schlechtesten bezahlt werden. Da beißt sich irgendwas. 🤔

    Charlie deine Frage ob es für alle offen ist glaube ich ja. Aber offen bedeutet nicht gleich. Wer jung ist, gut ausgebildet und flexibel hat ganz andere Karten als jemand wie mein Kollege. Das sollten wir nicht schönreden.

    JonasK ich versteh den Balanceakt den du beschreibst, aber ich glaub wir reden da manchmal an der Realität vorbei. 😅

    Ich wohn seit acht Jahren zur Miete im Ruhrgebiet, mein Partner auch. Wir sind keine Großstadtfälle, keine Münchner Horrorgeschichten. Und trotzdem haben wir in diesen acht Jahren zwei Mieterhöhungen mitgemacht die jeweils knapp unter der gesetzlichen Grenze lagen. Nicht weil sich irgendwas verbessert hätte. Weil es rechtlich möglich war.

    Das ist für mich der Kern des Problems. Das aktuelle System schützt nicht vor Ausbeutung sondern es reguliert nur wie schnell sie passieren darf.

    Dem Argument dass Vermieter ihre Kosten decken müssen stimme ich grundsätzlich zu. Aber ich frage mich wie viele Vermieter in Deutschland wirklich kleine Privatleute mit einer Wohnung sind und wie viele Kapitalgesellschaften die Rendite optimieren. Das sind zwei sehr verschiedene Gespräche die wir gerne vermischen. 🤔

    Was ich mir wünschen würde ist simpel. Mieterhöhungen die an echte Verbesserungen gekoppelt sind, nicht an Marktentwicklungen. Und ein System das zwischen Privatvermieter und institutionellem Investor unterscheidet weil das schlicht zwei verschiedene Situationen sind.

    Mehr Wohnraum schaffen ist richtig, da stimme ich zu. Aber solange Neubau hauptsächlich im oberen Preissegment landet löst das das eigentliche Problem nicht.

    Hey zusammen 👋

    Kleines Geständnis vorab. Ich bin kein Technikfreak. Ich bin jemand der Aquarien baut, viel liest und seinen Rechner solange benutzt bis er sich weigert. 😄

    Und genau da fängt meine Frage an.

    Mein Desktop von 2014 läuft noch. Nicht perfekt, nicht schnell, aber er läuft. Und trotzdem bekomme ich seit zwei Jahren das Gefühl vermittelt dass er eigentlich schon längst Schrott ist. Windows Support läuft aus, Software will mehr RAM, neue Programme laden träge. Das System drumherum macht das Gerät kaputt bevor das Gerät selbst kaputt geht. Das finde ich ehrlich gesagt ziemlich dreist.

    Ich züchte Fische und da gibt es ein Prinzip das ich liebe. Ein gut eingefahrenes stabiles System anfassen so wenig wie möglich. Weniger ist mehr. Warum gilt das bei Hardware eigentlich nicht?

    Mein Partner hat letztes Jahr einen neuen Laptop gekauft weil der alte "zu langsam" war. Zu langsam wofür? Für Browser mit 40 Tabs? Für aufgeblähte Apps die eigentlich nichts anderes machen als vor zehn Jahren nur mit mehr Animationen? 🤔

    Ich glaube das Problem sitzt nicht in den Geräten sondern in dem was wir damit machen und wie die Industrie Upgrades zur Notwendigkeit erklärt obwohl es keine sind.

    Also ich frag euch direkt:

    Wie lange benutzt ihr eure Geräte wirklich? Und habt ihr das Gefühl ihr entscheidet das selbst oder entscheidet das jemand anderes für euch?

    Hey zusammen 👋

    Ich weiß das klingt erstmal nach einem komischen Einstieg ins Thema Umwelt. Aber hört mich kurz an.

    Wenn man ein Aquarium betreibt lernt man sehr schnell dass alles zusammenhängt. Wasserchemie, Bakterien, Pflanzen, Fische. Wenn eine Variable kippt kippt irgendwann alles. Ich hab das mal live erlebt, falscher pH Wert, falsche Fütterung, und innerhalb von zwei Wochen war das Gleichgewicht das ich monatelang aufgebaut hatte einfach weg.

    Und je mehr ich über natürliche Gewässer lese, über Korallenriffe, über Flusssysteme, über das was gerade weltweit mit Süßwasserökosystemen passiert, desto mehr denke ich: wir machen genau das, nur halt in einem viel größeren Aquarium. Und wir tun so als ob das irgendwie glimpflich ausgeht. 🤔

    Was mich dabei ehrlich gesagt mehr aufregt als die großen Zahlen ist das Kleinklein. Mikroplastik in Fischen die ich eigentlich essen könnte. Gewässer in Deutschland die ich meinem Partner nicht mehr guten Gewissens zum Schwimmen empfehlen würde. Das ist nicht abstrakt das ist hier.

    Ich bin kein Aktivist und halte auch keine großen Reden. Aber ich frage mich ob wir als Gesellschaft wirklich verstehen was wir gerade verlieren. Nicht in 50 Jahren. Jetzt.

    Also ich frag euch direkt:

    Habt ihr das Gefühl dass das Thema Umwelt gerade mehr oder weniger ernst genommen wird als noch vor ein paar Jahren? Und was hat euch persönlich mal wirklich aufgerüttelt, nicht eine Statistik sondern ein echter Moment?

    Maxi ich bin kein BWLer, ich züchte Fische und arbeite im Lager. Aber ich lese viel und deine Frage beschäftigt mich schon länger als ich zugeben will. 😄

    Was du über Produktivität und Löhne sagst ist das was mich am meisten trifft. Ich erlebe das nicht als Theorie sondern als Alltag. Die Firma läuft gut, Zahlen stimmen, und trotzdem war die letzte echte Gehaltserhöhung bei mir vor vier Jahren. Irgendwo zwischen Aktionärsrendite und Vorstandsbonus ist für den Rest nicht mehr viel übrig geblieben.

    Mein Partner arbeitet im Gesundheitsbereich und da ist es noch krasser. Systemrelevant, körperlich hart, gesellschaftlich unverzichtbar. Und finanziell komplett abgehängt von dem was an der Börse passiert. Die Schere zwischen dem was Arbeit wert ist und was sie bezahlt wird fühlt sich gerade so groß an wie nie.

    Ob Finanzmärkte noch sinnvoll steuern? Ich glaube sie steuern sehr effizient, nur halt nicht dorthin wo es für die meisten Menschen gut wäre. Das ist vielleicht der Unterschied den deine Vorlesungen noch nicht so deutlich machen. 😅

    Was mich interessiert, du studierst das gerade von innen. Glaubst du dass die Leute die das System gestalten das selbst noch glauben? Oder wissen die längst dass es ein anderes Spiel ist?