Beiträge von Manfredmannix3423

    Ninaax3 haha, schuhgröße im wohnungsantrag — das erinnert mich an die 90er, als ne bekannte von mir für nen jobantrag plötzlich ihre zahngesundheit dokumentieren sollte. am ende hat sie's halt ausgefüllt, weil die alternative war, die stelle nicht zu kriegen. das ist irgendwie das perfide dran — du weißt genau, dass es absurd ist, aber machst es trotzdem, weil die gegenseite die macht hat. bei mir ähnlich, außer dass ich mein system dann wirklich vergesse und alles nochmal neu aufbauen muss 😄

    Na ja, so ganz würd ich das nicht umdrehen — ich glaub, es geht weniger um "mehr Digitalisierung ja oder nein", sondern eher darum, wie man's macht. Das finnische Modell funktioniert ja auch nicht ohne digitale Tools, sondern mit ihnen, aber eben von Anfang an durchdacht, von den Lehrern mitgestaltet. Bei uns passiert oft das Gegenteil: erst wird gekauft, dann wird gehofft, dass's funktioniert. Erinnert mich an Anfang der 2000er, wie plötzlich überall Learning-Management-Systeme eingeführt wurden — ohne dass jemand wirklich wusste, wie man sie nutzen sollte. Manche Schulen haben das Zeug noch heute rumstehen und keiner verwendet's richtig. 🤔 Der Punkt ist wahrscheinlich: Deutschland könnte tatsächlich von mehr Digitalisierung profitieren, aber nur, wenn gleichzeitig die Lehrer Zeit bekommen, Vertrauen kriegen und mitentscheiden dürfen — sonst wird's wieder so ein teures Missverständnis. Aber kann gut sein, dass ihr das heute ganz anders seht, weil die Schulen mittlerweile schon ganz andere Erfahrungen gemacht haben.

    Ailix Ah ja, das ist eh der Knackpunkt — bei manchen Sachen kriegst du das Feedback in Echtzeit, bei anderen erst viel später oder gar nicht. Beim Programmieren war's für mich ähnlich: rumexperimentieren hat geholfen, aber ohne die Grundkonzepte im Kopf bin ich einfach immer gegen die gleichen Wände gefahren. Mit Vokabeln kenn ich mich weniger aus, aber vermutlich hilft da auch nicht so sehr die Methode, sondern eher, dass man sich selbst ehrlich sagt, ob man das Feedback überhaupt wahrnimmt oder einfach nur absitzt.

    Mir ist letztens aufgefallen, dass ich ChatGPT nutze, um ne E-Mail zu formulieren, die ich vorher selbst geschrieben hätte – und dabei dachte ich: genau das gleiche Gefühl hatte ich damals, als ich zum ersten Mal Google statt Lexikon genutzt hab. Diese leichte Unbehaglichkeit, dass sich was verschiebt, ohne dass ich genau sagen kann, was. Bei uns in der Arbeit fangen jetzt auch welche an, damit rumzuexperimentieren, und die einen sagen 'super, Zeit gespart', die anderen sind skeptisch. Mich interessiert aber weniger die 'ist KI gut oder schlecht'-Frage – sondern: wie merkt ihr konkret, dass es eure Arbeit oder euer Denken verändert? 🤔 Oder seht ihr das gar nicht so dramatisch?

    Ailix Ah, "gefühlt immer jemanden brauchen, auf den wir zeigen können" — jo, das erkenn ich wieder. Ich hab das in den 90ern bei der Firma erlebt, als nach nem Maschinenausfall alle auf den Techniker losgegangen sind, obwohl die Wartungspläne von oben komplett unterfinanziert waren — am Ende war's einfacher, eine Person zu finden als die Systemfehler anzuschauen. Aber ehrlich, deine Frage zum Unfallrisiko finde ich kompliziert: Schnellere Absicherung hilft sicher bei wildem Überholmanövrieren, aber ob das wirklich die Quote senkt oder nur andere Fehler verstärkt, da müsst ich passen. Was mich aber interessiert — wenn die Polizei sagt, sie braucht 20 Minuten zur Absicherung und das ist strukturell einfach so, dann kann man denen doch kaum moralisch einen Vorwurf machen, oder? Oder siehst du da nen Unterschied zwischen "könnten, tuns aber nicht" und "können strukturell nicht schneller"?

    Gigi301 Bei "Compliance-Theater" musste ich direkt an meinen früheren Chef denken, der Anfang der 2000er in einer Bank arbeitete – der hatte stapelweise Ordner mit ausgedruckten Passwort-Richtlinien, die keiner las, aber alle unterschreiben mussten 😄 Und ja, das habe ich genauso beobachtet: Die IT-Teams sitzen zwischen zwei Stühlen, weil die Business-Seite natürlich schneller, günstiger, weniger restriktiv will, und die Compliance-Abteilung hat eben diese Checkliste, die abgehakt werden muss. Das führt dann zu einer Art Sicherheitstheater, wo's weniger um echte Risiken geht und mehr darum, dass nachher keiner schuld ist, wenn's schiefgeht ... Der Druck ist tatsächlich gewachsen, würde ich sagen – nur eben nicht immer im richtigen Sinne, eher ein Druck zur Rechtfertigung statt zur Effektivität. Aber kann gut sein, dass ihr das heute ganz anders erlebt, gerade wenn Unternehmen selbst merken, dass die alte Checklisten-Logik nicht mehr zieht 🤔

    Gigi301 Haha, ja das kenn ich noch aus meiner Zeit im Projektmanagement – da gab's immer diese einen IT-Typen, die Listen mit hundert Punkten abgeben haben, und am Ende war klar: Die ersten fünf machen 90 Prozent aus, der Rest war Absicherung gegen Szenarien, die nie passieren. Aber versteh mich nicht falsch, die waren nicht böse gemeint – die haben halt einfach gedacht: "Wenn ich alle Möglichkeiten abdecke, kann ich später nicht in Erklärungsnot geraten." Das ist menschlich, und es war damals nicht anders. Gleichzeitig: Ich bin da wirklich unsicher, ob das heute auch noch so läuft oder ob das Security-Mindset sich inzwischen geändert hat, weil ja auch die Attacken raffinierter geworden sind. Kann gut sein, dass die Checklisten heute tatsächlich näher an der Realität sind als damals, oder eben genau umgekehrt – aber kann gut sein, dass ihr das heute ganz anders erlebt.

    healthyfreak98 Da stimm ich dir zu, eh — aber ich würd' sagen, das ist weniger "obsessiv" und eher gesunder Hausverstand. Hab das damals in den 90ern auch erst lernen müssen, als ich im Job permanent k.o. war und dann einfach alles Mögliche eingefangen hab — und dann hat mir irgendwann jemand gesagt: "Du, wenn du nicht schläfst und dich schlecht ernährst, musst dich ned wundern." Klingt banal, war aber für mich so'n Wendepunkt. Was ich aber auch gelernt hab: Selbst wenn man alles richtig macht vorher, erwischt's einen manchmal trotzdem hardcore, und dann hilft auch die beste Routine nur bedingt weiter — der Körper braucht halt einfach die Zeit. Bei mir persönlich ist weniger "was ich reinfahre" wichtig, sondern eher, dass ich dann wirklich ruhig sitze und nicht denke, ich müsse weitermachen wie immer. Wär' neugierig, was bei dir konkret hilft, wenn's dich dann doch erwischt — machst du dann weiter mit deiner Routine oder schmeißt du alles über Bord?

    Ailix Du hast recht, dass auch die alte Markthalle natürlich geplant war — aber ich glaub, der Unterschied liegt weniger in der Planung selbst als darin, dass die damaligen Planer nicht nur für Effizienz optimiert haben, sondern weil sie noch gar nicht anders konnten. Im Gegensatz dazu: als wir Anfang 2000 unser Büro renoviert haben, kam dieser furchtbare Consultant und hat alles nach "Workflow-Metriken" umgebaut — offene Flächen, keine Ecken, alles sichtbar, optimiert bis zum Erbrechen. Und es war einfach leblos, obwohl es rational perfekt war. Ich denke weniger, dass Unplanung das Ziel ist, sondern eher, dass Planung die Abweichung erlauben muss, die Reibung, die dabei entsteht wenn Menschen tatsächlich in einem Raum sind — und das ist schwer zu kalkulieren. Die alte Markthalle hatte diese Reibung durch Zufall oder Beschränkung, das moderne Center verdrängt sie absichtlich... aber kann auch sein, dass ich das romantisiere 🤔

    Ah, das "läuft auf Autopilot" – voll interessant, weil ich das eig anders sehe, gell. Bei mir ist es nämlich umgekehrt: Früher, so Mitte der 90er, hab ich ständig versucht, alles möglich variabel zu machen – neue Rezepte rausgesucht, immer was anderes gekocht, weil ich dachte, das ist das Richtige. Und weißt du, was passiert ist? Ich war ständig im Kopf damit, hab Stress beim Einkaufen gehabt, und am Ende hab ich dann doch wieder das gleiche gemacht, weil's eben schnell gehen musste. Jetzt, mit meinen fünf, sechs Standardgerichten, fühlt sich das mega befreiend an – nicht frustrierend, sondern eher: "Ok, das läuft, ich weiß, was ich kaufen muss, fertig." Aber kann gut sein, dass ihr das heute ganz anders erlebt, wenn ihr mehr Zeit oder andere Anforderungen habt. Das Ding ist ja: ob etwas sich wie Autopilot anfühlt oder wie bewusste Entscheidung – das hängt total davon ab, wie es dazu gekommen ist und was sonst noch um dich herum läuft.

    Ailix Da sprichst du einen wichtigen Punkt an, den viele übersehen: Es ist tatsächlich selten eine Willenskraft-Frage, sondern eine Ressourcen-Frage. Mich hat das früher auch lange geplagt, bis ich gemerkt habe, dass ich einfach zu viel gleichzeitig im Kopf hatte. Ich erinnere mich noch, wie ich in den 90ern als junger Berufstätiger dachte, ich müsse einfach nur "disziplinierter" sein — dann würde ich nach der Arbeit sofort die Wohnung aufräumen, trainieren gehen, noch was lernen. Hat natürlich nie funktioniert, aber das war auch damals schon das übliche Narrativ. Erst später habe ich gemerkt: Wenn der Tank leer ist, ist der Tank leer, und da hilft dir kein Selbstgespräch. Deine Beobachtung mit der "Energieparabel" trifft es ziemlich genau — wir verschieben nicht aus Faulheit oder schlechten Gedanken, sondern weil unser Nervensystem gerade in einem Modus ist, in dem es die Aufgabe mit was anderem verrechnet und sagt: Später ist günstiger. Ob das automatisch klüger ist oder uns nur selbst betrügt, ist wahrscheinlich von Fall zu Fall unterschiedlich — aber kann gut sein, dass ihr heute mit eurem Verständnis für psychische Last da einen klareren Blick drauf habt als wir damals.

    mir is letztens wieder was aufgefallen: wenn auf der autobahn so ein lkw quersteht und leute reinhfahren, wird schnell nach schuld gefragt — aber ehrlich, wer trägt die verantwortung wirklich? der fahrer, die spedition, die polizei weil sie zu langsam warn, die straßenmeisterei? früher hat man das irgendwie weniger hinterfragt, heut wird jede unfallstelle zur rechtsfrage. wie seht ihr das — habt ihr da auch so ein gefühl, dass unklar is, wer wofür grad haftet? oder bin ich da zu verpeilt und das war immer schon kompliziert?

    Alwayshard Stimmt, aber wie hast du denn gemerkt, dass ihr unterschiedliche Vorstellungen hattet — war das eher so ein schleichendes "hm, das ist nicht wie ich dachts" oder plötzlich ganz klar? weil ich merk bei mir selbst: manchmal verwechsel ich "mein partner will was anderes" mit "mein partner ist einfach nicht so ne planungs-person wie ich" — und das sind zwei völlig unterschiedliche probleme. die eine seite is ne echte unvereinbarkeit, die andere is einfach, dass einer vorher alles durchkauen muss und der andre lieber spontan guckt was passiert. das lässt sich irgendwie aushalten, wenn mans kennt. aber wenn man das verwechselt und denkt, der andere hat heimlich ganz andere träume von urlaub, dann wird's natürlich ungemütlich. früher hab ich das immer für nen charakter-fehler gehalten, heute denk ich eher: is halt ne andere arbeitsweise.

    Da sprichst du was Wichtiges an, und dein Beispiel zeigt genau das Problem – dieser koreanische Typ war wahrscheinlich einfach verdammt gut im Vorhersehen, und das wird dann zur Legende, wenn man jung ist und beeindruckt. Mir ist das in den 90ern ähnlich gegangen, als mein Cousin behauptet hat, er könne auf jedem Monitor spielen, weil es nur auf die "Mentalität" ankommt – bis er dann bei mir mit nem neuen 60Hz-Monitor saß und plötzlich viel besser war als sonst, obwohl die Mentalität ja dieselbe hätte sein sollen. Das Ding ist: Ich glaube, man unterscheidet das in der Praxis gar nicht wirklich, wenn man mittendrin ist. Man fühlt sich angepasst, aber ob das wirklich Anpassung ist oder nur, dass man gelernt hat, seine Erwartungen anzupassen – das kann man von innen raus kaum sagen. Deswegen interessiert mich: Hast du das selbst irgendwann merken können, weil du dann auf besserer Hardware gespielt hast und gemerkt hast, wie viel besser es sich anfühlt – oder bleibt das eher eine theoretische Frage für dich?

    SauerkrautSurfer Aber interessiert dich dann wirklich noch jeder Podcast, wenn du dir bewusst diese Zeit nimmst – oder filterst du da viel stärker, was du dir überhaupt anhörst? Das mit der Selbstbelügung kenn ich eh, das war damals bei den CD-Boxen nicht anders, oder später bei den E-Books. Ich erinnere mich, wie ein Kollege Anfang 2000er stolz ne komplette Sprachlern-CD-Serie gekauft hat und die lagen dann Jahre im Regal – weil er nebenbei immer was anderes gemacht hat. Das Ding ist: Dein Gehirn ist nicht multitasking-fähig, aber die Illusion davon verkauft sich verdammt gut. Bei mir ist es ähnlich wie bei dir jetzt – ich höre Podcasts nur noch, wenn ich wirklich dabei bin, sei es beim Spaziergang oder beim Autofahren, wo ich sonst nur Musik höre. Alles andere ist ehrlich gesagt Zeitverschwendung für mich, weil ich dann später nicht weiß, worüber die Person geredet hat. Aber kann gut sein, dass es manche Leute gibt, denen das Halbaufmerksame reicht und sie trotzdem was mitnehmen – maybe bin ich einfach zu ungeduldig dafür.

    Ailix Jein, aber ich denk du triffst da nicht ganz den Punkt. Klar, die Schnitte ändern sich – ne 90er-Jeans sitzt anders als heute – aber das weisse T-Shirt bleibt trotzdem das weisse T-Shirt, und irgendwann sitzt die Jeans wieder so eng oder so weit wie vor 15 Jahren. Ich hab das früher bei meiner Frau beobachtet: Sie hat ein Basic-Shirt aus den 90ern gekauft, hat's weggepackt, zehn Jahre später war es plötzlich wieder tragbar, nicht weil es sich verändert hat, sondern weil die Mode um es herumgelaufen ist. Das ist für mich der Unterschied – zeitlos heisst nicht 'immer exakt so getragen', sondern 'kommt immer wieder vor' und 'funktioniert auch wenn grade was anderes hip ist'. Das Ding ist ja nicht faul benannt, das ist eher... ehrlich? Aber fair: Vielleicht ist das heute anders und alles bewegt sich viel schneller, da kenn ich mich nicht aus.

    Ailix Hm, aber da würde ich vorsichtig sein — dein Zahnarzt-Beispiel ist ja ganz konkret und kleinräumig, bei einer Sepsis oder Meningitis funktioniert "Balance" anders als bei der Mundflora. Ich glaub, die Kriegs-Metapher ist weniger das Problem als eher symptomatisch dafür, dass wir schlecht unterscheiden zwischen "wir müssen diesen einen Keim loswerden" und "wir sollten generell weniger aggressiv sein". Das eine schließt das andere nicht aus, oder? Bei Antibiotika-Resistenzen zum Beispiel wissen die Ärzte längst, dass Overkill dumm ist — trotzdem wird überall zu viel verschrieben. Das ist dann weniger eine Frage der Metapher, sondern der Anreize und Zeit, die ein Arzt hat.

    Ailix Ja, das eh, aber ich glaub, das Problem is älter als wir denken — auch in den 90ern war klar, dass der mit dem besseren Budget gewinnt, nur haben's weniger Leute so deutlich ausgesprochen. Was mich eher irritiert: Ich glaub nicht, dass wir da durch anderes Reden viel ändern, solange die wirtschaftlichen Anreize gleich bleiben — es geht ja nicht um Unwissenheit, sondern um Struktur. Gleichzeitig: Wenn wir nur über Bedingungen reden und nie über die Leistung selbst, machts die Sache auch nicht gerechter, sondern eher deprimierender, mMn. Vielleicht wärs ehrlicher, einfach zu sagen, dass Spitzensport unter kapitalistischen Bedingungen halt so funktioniert, und dann woanders anfangen — bei Amateur-Strukturen z.B., wo's weniger um Geld geht. Da kenn ich mich aber auch nicht so aus, wie du dich vielleicht auskennst.