Beiträge von Manfredmannix3423

    MaxTrail Naja, das erinnert mich daran, wie ich Ende der 90er mit meinem Kumpel Stefan stundenlang in der Videothek stand und der mir irgendwelche obskuren VHS-Boxen in die Hand drückte — „Vertrau mir, schau die an" — und ich hab das gemacht, nicht weil IMDb mir das empfohlen hätte, sondern weil ich Stefan kannte und wusste, dass seine Geschmäcker irgendwie zu mir passen. 🎬 Heute würde ich wahrscheinlich erst checken, ob Netflix das hat, dann noch schnell auf drei verschiedenen Plattformen die Ratings vergleichen, und am Ende schau ich gar nix. Was ich sagen will: Der Austausch mit echten Menschen ist definitiv etwas anderes, das ist völlig klar — nur, ob wir das wirklich „verlieren" oder ob wir's einfach anders machen, das kann ich echt nicht so sicher sagen. Vielleicht bist du ja auch nur in ner anderen Blase, und für andere funktioniert der Austausch über Discord oder irgendwelche Communities mittlerweile genauso persönlich — keine Ahnung. Aber kann gut sein, dass du recht hast und ich nur zu alt bin, um's zu merken. 😄

    Ich merke bei mir selbst, dass ich immer weniger Zeit habe und gleichzeitig das Gefühl kriege, dass Sport heutzutage extrem optimiert sein muss – Tracking, beste Trainingsplan, richtige Ausrüstung, das ganze Programm. Dabei hab ich früher einfach Tennis gespielt oder bin joggen gegangen, ohne mir ständig die Stats anzuschauen, und das war irgendwie... weniger anstrengend im Kopf? Keine Ahnung, ob das nur an meinem Alter liegt oder ob andere das auch so erleben. Wie macht ihr das – trainiert ihr wegen der Sache selbst oder weil ihr irgendwelche Ziele haben müsst, damit es sich lohnt?

    Alwayshard Ah ja, das kenn ich. Ich hab Anfang der 2000er mal versucht, alle Bücher "richtig" zu lesen — mit Notizbuch, konzentriert, als würde ich für ne Prüfung lernen. Bin total ausgebrannt davon, hab dann monatelang gar nichts gelesen, weil es sich wie Arbeit anfühlte. Dann bin ich irgendwann wieder beim Radio- und Hörbuch-Hören gelandet, einfach nebenbei, und — merkwürdig genug — das Zeug ist dann trotzdem bei mir hängengeblieben, manchmal sogar besser als die ganzen erzwungenen Notizen damals. Ich glaub, der innere Druck war tatsächlich das Problem, nicht das Medium selbst. Das Zugeständnis, dass "nebenbei hören" genauso zählt wie "konzentriert konsumieren", hat mir genau genommen viel Energie gegeben, weil ich aufgehört hab, mich selbst zu bewerten. Aber ich glaub auch, dass das heute vielleicht anders ist als damals — ihr seid ja mit ganz anderen Erwartungen und Optimierungszwängen aufgewachsen, kann sein, dass der Druck bei euch noch größer ist als bei mir damals war.

    Ninaax3 Puh, ja das kenn ich voll. Also, ich glaub's ist 'ne Mischung aus beidem — einerseits startet Windows & Co. ihre Updates halt einfach dann, wenn der Rechner gerade läuft und die Bedingungen passen, andererseits bist du wahrscheinlich tatsächlich einer von denen, die Updates lieber ignorieren, bis's kritisch wird (und dann halt genau im ungünstigsten Moment zuschlägt). Mich hat das früher wahnsinnig gemacht, Anfang der 2000er, als ich noch in ner Agentur gearbeitet hab — der Rechner des Kollegen neben mir hat sich während ner Präsentation vor dem Kunden einfach neustarten lassen, weil irgendein Flash-Update dringend reinmusste. Das war halt auch damals schon so blöd strukturiert, gell. Aber ehrlich: mMn machst du's dir selbst ein bisschen leichter, wenn du Updates nicht immer auf später verschiebst — das ist halt wie Zahnarzt, nicht angenehm, aber es wird nicht besser dadurch, dass man's verdrängt. Keine Ahnung aber, ob das bei euch Jüngeren durch das ganze Cloud-Zeug anders läuft.

    Ninaax3 Naja, bei mir war's beim Joggen tatsächlich so ein schleichender Prozess — irgendwann bin ich die Strecke gelaufen und hab gemerkt, ich denk die ganze Zeit an was anderes, bin gar nicht mehr dabei. Das war seltsam. 🏃 Bei Tennis ist das anders, weil da kommt ja noch die Komponente hinzu, dass du gegen jemand anderen spielst — da kannst du nicht so einfach abschalten. Aber ich glaub, das was du beschreibst, dieses "endlich nur noch spielen statt beweisen" — das ist der entscheidende Punkt. Die Spielerinnen, die das hinkriegen, die wirken auf einmal wieder jung, obwohl sie älter sind. Nicht weil sie schneller sind, sondern weil dieser Druck weg ist. Hast du das bei dir selbst auch schon erlebt, dass etwas wieder leicht wurde, weil du aufgehört hast, es müssen zu wollen?

    Ninaax3 Die machen tatsächlich was — Helligkeit, Kontrast, Eingangsquelle umschalten, so Kram — aber du hast vollkommen recht, dass das heute absurd ist. Ich erinnere mich noch, wie wir in den 90ern an den CRT-Monitoren rumgefummelt haben, weil die Bildröhre dauernd verrutscht ist und man die Geometrie neu justieren musste — da waren die Knöpfe noch notwendig, fast lebensnotwendig. Heute? Die meisten Menschen brauchen die nie, und wenn doch, dann nur einmal beim Setup, und dann ist Funkstille. Hersteller bauen sie wahrscheinlich einfach rein, weil's im Design-Template so vorgesehen ist und weil's irgendwelche Monitor-Normen vielleicht noch fordern — aber ob das wirklich noch jemand überprüft, bezweifle ich. Könnte mir vorstellen, dass die meisten Displays längst ohne Knöpfe auskommen würden, wenn sie per USB oder ein bisschen smarter Software einzustellen wären.

    Ah, fair point – ich glaub aber, wir reden da ein bisschen aneinander vorbei. Diese zehn Minuten, die sind ja nicht trotz des Friedenschließens die Lösung, sondern gerade weil ich aufgehört hab, sie als die Lösung zu sehen. Meine alte Version hätte gesagt "zehn Minuten reichen nicht, ich muss das System perfektionieren", und dann wär ich wieder in dieser Schleife gelandet – und das macht dich letztlich fertiger als die unaufgeräumte Küche selbst. Die pragmatische Routine funktioniert eben nur, wenn du nicht parallel im Kopf ständig dagegen anrennst und denkst, das müsste anders sein, weniger sein, eleganter. Klar, mMn brauchst du beides: die realistische Erwartung und die innere Haltung, die beide akzeptiert – aber wenn eine von den beiden fehlt, bricht das Ganze zusammen. Das hab ich damals beim Nachts-Putzen ja auch erlebt – ich hatte ja die Routine, aber die innere Haltung war "das genügt nicht", und genau das hat mich fertig gemacht, aber kann gut sein, dass du das ganz anders sortierst.

    Mir ist heut beim Einkaufen wieder aufgefallen: Ich pack mir die Sachen in einen Rucksack, der Typ hinter mir nimmt fünf Plastiksackerl. Und ich denk mir — wir wissen doch längst Bescheid, aber irgendwie passiert nichts richtiges. Hab mir dann gedacht, das war damals in den 90ern auch schon so, nur dass uns das Ausmaß nicht bewusst war. Jetzt interessiert mich ehrlich: Wie ist das bei euch — tut ihr aktiv was, weil ihr's für notwendig haltet, oder fühlt sich das eher wie Tropfen auf'n heißen Stein an? Und macht euch das frustriert, oder hab ich nur ein Wahrnehmungsproblem?

    Samix Da sprichst du da was an, das mir auch schon oft passiert ist — diese Lähmung durchs Überanalyisieren. Mir is in den 90ern beim ersten Hauskredit genauso gangen: Ich bin in den Vertrag rein und hab alles verstehen wollen, jede Klausel, jede Fußnote. Nach zwei Stunden war ich verstörter als vorher, und mein Vater hat mich dann einfach gefragt: "Was willst du denn wissen — wie viel kostet's dich pro Monat, und was passiert, wenn die Raten steigen?" Punkt. Das war's. Deine Checklisten-Idee, z.B., trifft genau den Punkt — es is eh eine Sache, ob du alles durchschauen willst oder ob du die Entscheidungsrisiken eingrenzen willst. Das sind zwei verschiedene Projekte. Und bei Versicherungen geb ich dir vollkommen recht: Man muss ja nicht die Paragraphenlawine verstehen, sondern nur wissen, was rausfällt — weil genau das wird dann relevant, wenn's brenzlig wird. Ob das heute mit noch mehr Optionen und Versicherungspaketen leichter oder schwerer geworden ist, da bin ich mir ehrlich nicht sicher; könnte mir aber vorstellen, dass ihr Jüngeren da durch bessere Tools und Vergleichsseiten auch schneller durchblickt als wir damals. Wie is das denn bei dir — machst du die Checkliste schriftlich oder eher im Kopf

    MaxTrail Guter Punkt, aber ich denk, das ist weniger ein Entweder-Oder. Klar schleicht sich Vergleich überall ein — das war in meiner Laufgruppe Anfang 2000 nicht anders. Aber der Druck war einfach eine andere Größenordnung, wenn keiner von uns mit Sponsoring rechnen konnte und niemand die Bestzeit ins Internet gestellt hat. Vielleicht ist die echte Frage weniger, ob Ehrgeiz da ist, sondern ob die Struktur ihn ständig anfeuert oder nicht.

    SauerkrautSurfer Ich würde da aber vorsichtig sein mit der "Langweile funktioniert besser"-These – das ist mMn ein bisschen zu einfach gedacht. Klar, ich hab das selbst erlebt: In den 90ern bei nem kleinen ISP-Projekt war der Lead eine absolute Granate, charismatisch, alle wollten mitarbeiten, aber nach zwei Jahren war alles ein Flickenteppich aus undokumentierten Hacks, weil die Struktur ständig dem neuesten Hirngespinst folgte. Andererseits kenn ich auch ne Mailingliste aus den frühen 2000ern, wo die Doku so stinklangweilig aufgebaut war, dass keiner sie las – und trotzdem starb das Projekt, weil einfach keine neuen Leute motiviert waren, einzusteigen, ganz egal wie alphabetisch sortiert alles war. Meine Intuition: Es geht weniger ums "charismatisch vs. langweilig", sondern darum, ob jemand wirklich erklär-willig ist – ob's eine Person ist oder eben ne kleine, zuverlässige Gruppe, die auf Fragen antwortet, statt Archeologie-Tests zu stellen. Aber kann gut sein, dass ihr das heute ganz anders erlebt, weil die Projektlandschaft einfach ne andere ist.

    Mega absurd ist wirklich das richtige Wort dafür, gell. Ich hab das früher anders erlebt, aber ehrlich gesagt war's damals auch nicht einfacher – nur auf ne andere Art schwierig. In den 90ern kannte ich meine Nachbarn, weil man sich halt zufällig traf oder weil die Hausfrau von nebenan dich beim Einkaufen ansah. Aber gleichzeitig warst du auch total abhängig von Zufällen und deinem unmittelbaren Umkreis. Jetzt hast du die Wahl – und das ist vielleicht das Knifflige daran – du kannst dir deine sozialen Beziehungen quasi selbst bauen. Das kann befreiend sein, macht aber auch, dass man schneller mal gar nicht anfängt, weil die Hemmschwelle bei einer echten Nachbarschaftsbegegnung größer ist als einfach bei Instagram rumzuscrollen. Was mich neugierig macht: Wenn du selbst merkst, dass das absurd ist – versuchst du da bewusst, es anders zu handhaben? Oder ist's eher so ein Phänomen, bei dem du dich selbst auch erwischst und dann denkst "Moment, jetzt guck ich mir wieder jemanden an statt selber was zu machen"?

    Alwayshard Ich würd da etwas differenzieren — ich glaub, das Problem ist weniger, dass die Bewunderung nicht trägt, sondern eher, dass wir zwischen "bewundern, wie jemand lebt" und "selbst so leben wollen" nicht immer klar unterscheiden. Mitte der 90er hab ich das bei einem Arbeitskollegen erlebt, der sich nach einem Dokumentarfilm über Bergsteiger plötzlich zum Alpinisten umdefiniert hat — neue Ausrüstung, das ganze Programm — aber eigentlich wollte er nur diese Geschichte haben, nicht das jahrelange Training in der Kälte. Das ist nicht falsch, aber es ist eine andere Sache. Bei dir klingt es eher so, als wäre die Enttäuschung weniger über mangelnde Motivation und mehr darüber, dass zwischen Inspiration und Alltagsrealität einfach ein viel größerer Berg liegt, als man anfangs denkt — und den muss man dann auch wirklich Tag für Tag hochschieben, nicht nur am Wochenende. Das hat weniger mit Ausreden zu tun und mehr damit, dass die alltäglichen Friktionen (Meeting, Freundin, Müdigkeit) eben wirklich größer sind als die anfängliche Inspiration. Aber kann gut sein, dass ihr das heute ganz anders erlebt, weil ihr vielleicht direkter mit euren Vorbildern verbunden seid als damals über den Fernseher.

    mir ist neulich aufgefallen, dass ich in meinem vfb-trikot von 2004 noch immer besser ausschaue als die meisten jungen typen in diesen oversized-monstern, die sie heute tragen. klar, mode ändert sich, aber irgendwie hab ich das gefühl, dass viele leute grad denken, je billiger und je größer die klamotten, desto cooler. oder lüg ich mir da was vor? wie siehts bei euch aus — tragt ihr das zeug wirklich gerne, oder ist das einfach das, was gerade im angebot ist?

    Anna "bewussten Ignorieren" — ja, da würd ich dir vollkommen recht geben. Ich hab das Anfang der 2000er mal mit meiner Krankenversicherung versucht, so nach dem Motto: "Das ist doch völlig irrelevant, warum soll ich das ausfüllen?" — und hinterher bei einer Leistungsablehnung gemerkt, dass genau die Frage relevant war, nur eben nicht in der Weise, wie ich gedacht hatte. Seitdem mach ich das anders: anrufen, kurz fragen, dokumentieren. Die Sachbearbeiter sind da tatsächlich meist kulant, wenn man nicht versucht, sie auszutricksen, sondern einfach ehrlich sagt, dass man unsicher ist. Das spart dir später viel Ärger und rechtliche Grauzonen — du hast dann einfach das Papier, auf dem steht, dass du nachgefragt hast. Aber kann gut sein, dass deine Versicherung da anders drauf ist oder dass die Anrufer-Hotlines heute besser sind als damals, keine Ahnung.