Folgt ihr eigentlich den großen Turnieren, oder ist das bei euch eher so eine Sache, die nebenbei läuft? Mich interessiert nämlich, ob es noch Menschen gibt, die sich wirklich Zeit dafür nehmen, oder ob das mittlerweile so zwischen Alltag und Homeoffice einfach im Hintergrund mitläuft. Bei uns wird's schwierig – die eine EM war eh schon Glücksspiel mit Schlafenszeiten, und die WM 2026 wird mit zwei Grundschülern wahrscheinlich noch chaotischer. Aber eigentlich mag ich ganz gerne zuschauen, wenn ich mal nicht halbwegs dabei bin.
Fußball-WM 2026: Wer schaut bei euch zu?
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Anna "Wenn ich mal nicht halbwegs dabei bin" — ja, genau das Problem. 🙃 Ich hab das früher anders gemacht: in Buenos Aires bin ich nachts mit wildfremden Leuten in eine Bar, die nur für die Copa América offen war, und alle haben geschrien, ich verstand nix, bin nach zehn Minuten wieder raus. Seitdem weiß ich: richtig zuschauen braucht mentale Präsenz, die ich mir im Alltag einfach nicht nehme. Bei mir läuft's mittlerweile auch eher nebenbei, ehrlich gesagt – der Fokus ist weg. Mit zwei Grundschülern ist es eh Illusion, dass du 90 Minuten am Stück irgendwas konzentriert guckst. Du müsstest die WM eher als Anlass nehmen, um überhaupt Ruhe zu haben, als dass du sie wirklich verfolgst – also eher „ich setz mich hin und die Kinder gucken nebenbei mit" statt „ich schaue jetzt Fußball". 🤷 Passt dann besser in den Alltag.
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SauerkrautSurfer Okay, ich merke da grad was: Du redest die ganze Zeit davon, dass dir der Fokus weg ist und dass du eh nicht richtig zuschauen kannst – aber ich glaub ehrlich, das ist gar nicht das eigentliche Problem, das dich beschäftigt, oder? Du klingst eher so, als würdest du dich selbst ein bisschen absprechen für das, was gerade realistisch bei dir im Leben passt. Mit zwei kleinen Kindern und Alltag ist es völlig logisch, dass du nicht die intense Buenos-Aires-Bar-Energie haben kannst – und statt das einfach anzunehmen, machst du's zu deinem Fehler, dass du nicht „richtig" dabei bist. Aber mal ehrlich: Es ist nicht egoistisch oder faul, die WM einfach als Hintergrund laufen zu lassen und die Zeit mit deinen Kindern zu nutzen. Das IST deine WM gerade. Du könntest dir selbst vielleicht auch mal zugestehen, dass nicht alles mit voller Präsenz sein muss – manchmal ist „passt schon" wirklich passt schon, nicht eine Ausrede 😊 Stimmt das so, oder versuch ich grad was zu fixen, das du gar nicht als Problem siehst?
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Haha, ja – bei uns ist es mittlerweile so, dass ich froh bin, wenn ich überhaupt mitbekomme, wer spielt, z.B. weil mein Sohn plötzlich Interesse hat und mir alle fünf Sekunden was erklärt. Die mentale Präsenz für richtig zuschauen ist eh Luxus geworden, da stimm ich dir zu – ist mehr so ein "ich bin physisch anwesend und der Fernseher läuft" Ding, aber echte Spannung? Das geht mir auch abhanden.
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Anna "mentale Präsenz" – aber ist das wirklich weg oder einfach nur auf andere Sachen verteilt? 🤔 Also: Wenn dein Sohn dir was erklärt, bist du ja doch irgendwie präsent, nur halt anders als früher.
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SauerkrautSurfer Ah ja, das kenne ich – diese Erwartung, dass man plötzlich wieder richtig dabei ist, funktioniert einfach nicht mehr. 😄 Deine Buenos-Aires-Geschichte finde ich großartig, aber auch sehr ehrlich: manchmal ist die Realität eben weniger romantisch als die Vorstellung. Bei mir war's ähnlich – früher konnte ich stundenlang auf einem Platz abhängen und mitfiebern, heute scrolle ich nebenbei durchs Handy und verpasse die wichtigsten Tore. Mit Kids ist das sowieso ein Witz, wie du sagst. Ich glaube, der Trick ist wirklich, die Erwartung zu senken und es eher als gemeinsame Zeit zu rahmen – „wir sind zusammen im Wohnzimmer" statt „ich bin Fußball-Fan". Guckst du die WM dann mit deinen beiden, oder ist das eher was für dich allein? 🤔
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Nora Ja, genau das – diese Erwartungssenkung ist schwieriger, als sie klingt. Ich merke bei mir selbst, dass ich immer noch in diesen alten Fan-Modus verfallen will, wo man sich drei Stunden lang vollständig konzentriert, und dann sitze ich da mit nem Kind auf dem Schoß, das nach 20 Minuten Fußball langweilig findet, und denke mir: „Warum strengst du dich an?" Mit den beiden gucken wir wahrscheinlich ein paar Spiele zusammen – hauptsächlich wegen der Aufregung, die die Kids dabei machen, nicht wegen meines Fußball-Hungers. Die laufen dann durchs Wohnzimmer, wenn ein Tor fällt, und das ist eigentlich schöner als diese konzentrierte Anspannung von früher. Ich glaube, der größere Punkt ist: Ich war lange unterwegs, hab Fußball in den seltsamsten Kontexten geguckt – in einem Hostel in Lima mit lauter Peruanern, die mich mehrmals auf die Schulter geschlagen haben, weil ich keine Ahnung hatte, wer gerade spielte – und hab mir immer eingeredet, das macht es intensiver. Spoiler: hat es nicht. Heute mit meinen Kindern nebenher zu zappen ist ehrlich weniger anstrengend und wahrscheinlich authentischer für diese Phase meines Lebens.
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ja mega, das kenne ich irgendwie von meinen eltern, die haben früher die ganze em geguckt und jetzt sind sie eher am scrollen während der fußball läuft. ich glaube das ist einfach so eine generationensache geworden, oder? die aufmerksamkeitsspanne ist halt wirklich anders als früher, nicht mal böse gemeint, einfach fakt. bei mir pers ist es so, dass ich voll versucht hab, bei der letzten wm mega dabei zu sein, aber nach spiel zwei hab ich dann doch lieber highlights geschaut als live zuzuschauen – irgendwie effizienter gell. was ich aber krass finde: wenn dein sohn interesse hat und dir das erklärt, ist das doch eigentlich der coolere moment als die spannung selbst? ich mein, das sind doch die echten storys, die bleiben hängen. machst du dann wenigstens bei seinen lieblingsteams mit, oder ist das für dich auch eher background-noise?
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Anna Haha, "physisch anwesend" – das ist ehrlich gesagt das neue Zuschauen, oder? Aber hey, dass dein Sohn dir alles erklärt, ist doch eigentlich das beste was dir passieren kann, auch wenn's anstrengend ist.
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SauerkrautSurfer Da erkenne ich mich selbst wieder – dieser Moment, wenn man merkt, dass die alte Intensität einfach nicht mehr passt und man gleichzeitig realisiert, dass das gar nicht schlecht ist. Bei mir war's ähnlich: Ich bin früher zu jedem Spiel meiner Lieblingsmannschaft hingegangen, saß dann auf der Kante und war völlig angespannt, und heute gucke ich mit meinem Neffen, der ständig Fragen stellt und rumhüpft, wenn es spannend wird – und ehrlich gesagt macht mir das deutlich mehr Freude als dieses verkrampfte Zuschauen damals. Das ist ja auch eine Art, den Fußball neu zu entdecken, oder? Wie geht es dir denn mit dieser Verschiebung – siehst du das eher als Gewinn oder merkst du manchmal doch noch einen kleinen Trennungsschmerz von dieser alten Fan-Version?
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Samix Naja, ob das beste ist, weiß ich nicht — manchmal würde ich auch einfach nur in ruhe zuschauen wollen ohne live-kommentar 😅 aber ja, irgendwie ist es auch ganz süß wenn er dann stolz erklärt, warum das jetzt offside war oder so.
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Nora Bei mir hat sich das eh schnell geklärt – sobald ich gemerkt hab, dass ich mich lieber freue, wenn mein Neffe jubelt, als dass ich selbst angespannt bin, war der Trennungsschmerz weg. Imo brauchst du da gar nicht in zwei Welten zu leben, sondern merkst einfach: Das eine war seine Zeit, das andere ist deine jetzt. Klingt vielleicht kitschig, aber es passt schon, wenn man's so sieht.
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Samix Das ist ehrlich gesagt ne gute Beobachtung — dieser Perspektivwechsel von "ich muss mitfiebern" zu "ich freue mich einfach über seine Freude" nimmt den Druck raus 🤔 Wie ist das bei dir, wenn du dann tatsächlich gemeinsam guckst — funktioniert das entspannter, oder merkst du trotzdem noch die alte Gewohnheit?
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healthyfreak98 Naja, die alte Gewohnheit ist schon noch da, ehrlich gesagt. Bei mir kommt sie meistens ab der 60. Minute, wenn's eng wird und ich merke, wie ich innerlich wieder anfange zu verkrampfen. Dann hilft mir was ziemlich Banales, z.B. kurz aufstehen und was zu trinken holen, und danach bin ich meist wieder bei "ach, der freut sich ja einfach". Mit reinem Vorsatz klappt's mMn eher nicht, da braucht's so nen kleinen Trigger. Weißt du bei dir schon, wann genau es kippt?
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Samix Schaust du dann extra mit deinem Neffen zusammen, wenn er jubelt, oder reicht dir das auch aus der Ferne? 🙂 Bei mir war's 1990 ähnlich, da hab ich mehr meinem Vater beim Mitfiebern zugeguckt als dem Spiel, und das war mMn fast schöner, aber kann gut sein, dass ihr das heute ganz anders erlebt ⚽
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Kenn ich von Touren mit nem Kumpel, der an jedem Aussichtspunkt zehn Minuten lang Fotos macht. Hat mich früher genervt, aber seit ich einfach zuschaue, wie der sich da freut, ist das richtig entspannt geworden. Beim Fußball hab ich ähnlich gemerkt, dass ich halb aufs Spiel und halb auf die Leute neben mir gucke. Samix, wie ist das bei dir, kriegst du vom Spiel überhaupt noch viel mit, oder schaust du eher, wie der andere reagiert?
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healthyfreak98 Ich weiß nicht, ob der Druck wirklich komplett weg ist, bei mir schleicht sich die alte Gewohnheit spätestens beim Elfmeterschießen wieder rein und dann fieber ich doch mit ob ich will oder nicht... vielleicht ist das aber auch gar nicht schlimm
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