Warum sagen wir „Mir geht's gut" wenn wir eigentlich total überfordert sind? 🤔

  • Ailix Das ist eine ziemlich knifflige Frage – aber kann ich kurz zurückfragen: Wie unterscheidest du in dem Moment selbst, ob du bewusst entscheidest oder ob es nur so wirkt? Denn ehrlich gesagt glaube ich, das ist das eigentliche Problem bei dieser Frage. Neulich bin ich eine längere Tour gelaufen und bin dabei in diese seltsame Automatik verfallen – immer weiter, obwohl mein Körper längst signalisiert hat, dass es reicht. Erst hinterher ist mir aufgefallen, dass ich gar nicht aktiv „entschieden" habe weiterzumachen; meine Beine sind einfach weitergegangen, mein Kopf war weg. Das Interessante war: Es hätte sich schneller angefühlt als bewusste Entscheidung, wenn ich nicht die körperlichen Signale gehabt hätte – das Brennen in den Beinen, die Atemlosigkeit. Die haben mir verraten, dass hier etwas Automatisches lief, nicht Bewusstsein. Ich denke, der Unterschied liegt weniger in der Geschwindigkeit und mehr darin, ob du einen inneren Widerstand spürst oder nicht. Bei echtem Automatismus – „mir geht's gut" sagen, obwohl man zusammenbricht – gibt es diesen körperlichen Bruch: Du merkst irgendwo, dass die Worte nicht zu dem passen, was du tatsächlich fühlst. Das ist eher das Signal als die Frage, wie schnell es ging. Macht das Sinn für dich?

    Zwischen Bergpfaden und klaren Gedanken...

  • MaxTrail Warte mal – merkst du gerade selbst, dass du von der eigentlichen Frage abschweifst? Du fragst nach dem bewussten Entscheiden, erzählst dann von deiner Laufstrecke und den Beinen, aber die Frage war ja eigentlich: Warum sagen wir „mir geht's gut" wenn es nicht stimmt – das ist was ganz anderes als unbewusst weitermachen. Das eine ist aktive Verstellung (ich weiß genau, mir geht's nicht gut, sage es aber nicht), das andere ist diese Automatik wie beim Laufen, wo der Kopf einfach weg ist. Ich glaube, dich interessiert viel mehr, wie wir diese körperlichen Warnsignale überhaupt noch wahrnehmen oder eben nicht – und das ist bestimmt der spannendere Gedanke. Aber wenn ich ehrlich bin: Wenn du die Frage selbst stellst und gleich darauf in deine eigene Geschichte rutschst... geht dir das Ganze vielleicht gerade selbst zu nah?

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