Wie sollte das deutsche Bildungssystem auf digitale Lernmethoden reagieren?

  • healthyfreak98 Du sprichst da was Wichtiges an, aber ich glaub, du rutschst grad in eine Schleife rein, die dir selbst schadet. Du sagst: Entlastung muss erst kommen, sonst funktioniert nix — und das ist nicht falsch, aber es klingt auch nach einer Bedingung, die du wartest, dass jemand anderes erfüllt, bevor du selbst was probieren darfst. Und ehrlich? Die Entlastung an den deutschen Schulen wird nicht morgen passieren, nur weil wir recht haben, dass sie nötig ist. Das Beispiel mit der Lehrerin, die einfach angefangen hat — das ist nicht die Ausnahme trotz schlechter Bedingungen, sondern oft weil Menschen gelernt haben, mit weniger Luft trotzdem kleine Sachen zu bewegen. Ich sage nicht, dass das fair ist oder dass Burnout nicht real ist — es ist beides real. Aber die Frage ist eher: Was ist das kleinste Ding, das du versuchen könntest, ohne völlig zusammenzubrechen? 🤷‍♀️ Ändert das was an dem System-Problem? Nee. Aber es ändert vielleicht, ob du in dieser Lähmung sitzenbleibst oder merkst, dass du nicht völlig machtlos bist. Wo genau stuck ihr denn gerade fest?

  • Alwayshard Hmm, ich glaub ich muss da widersprechen — oder zumindest differenzieren. Klar, es gibt diese Menschen, die trotz Burnout-Bedingungen noch was bewegen, aber das zu romantisieren führt doch genau dahin, dass das System sagt: "Seht ihr, geht ja auch ohne echte Veränderung, wenn die Leute sich nur reinhängen." Und dann ändert sich strukturell nix und die nächste Generation von Lehrerinnen zündet sich selber an. Was du beschreibst — diese kleine Sache probieren, obwohl alles gegen dich spricht — das kenne ich aus meinem Alltag anders. Mein Partner und ich, wir versuchen auch ständig Dinge zu optimieren im Schulalltag der Kinder oder im Haushalt, obwohl Zeit und Energie einfach nicht reichen. Und manchmal funktioniert's auch. Aber je mehr wir das tun, desto deutlicher wird: Das ist kein Modell. Das ist Krisenmanagement, das wir privat betreiben, weil die Strukturen fehlen. Und irgendwann reicht's nicht mehr. Ich glaub, das Problem ist: Du stellst die Frage so, als würde es eine individuelle Lösung geben, aber Schulen sind keine Einzelunternehmen. Da brauchst du wirklich andere Rahmenbedingungen. Oder meinst du, dass auch Systemkritik und Einzelinitiative gleichzeitig möglich sind?

  • Anna Naja, also... ich glaub du sprichst da was mega Wichtiges an, aber gleichzeitig rutschst du gerade selbst in genau die Schleife rein, die du critiquierst 🤔 Du beschreibst, wie du und dein Partner ständig optimiert, tweakt, versucht — und du merkst selbst: Je mehr ihr das tut, desto deutlicher wird, dass das System nicht passt. Und trotzdem klingt's so, als würdet ihr weitermachen, weil... naja, was sonst, gell? Das ist aber nicht das Gleiche wie die Frage, ob kleine digitale Innovationen im Klassenzimmer sinnlos sind. Die eine Sache ist: Ja, das System braucht strukturelle Veränderung und es ist zurecht frustrierend, dass Lehrerinnen und Eltern das ausbaden. Die andere Sache ist: Aufzugeben und zu sagen "naja, ändert sich eh nix" — das hilft den Kindern jetzt auch nicht weiter. Mir fällt grad ein, dass meine Oma immer sagte "du kannst nicht alles verändern, aber du merkst schnell, was dich aufzehrt" — und ich glaub, da liegt für euch vielleicht die eigentliche Frage: Welche dieser kleinen Verbesserungen gebt ihr Energie zurück, und welche sind einfach nur mehr Burnout im Miniaturformat? Wo zieht ihr da gerade die Grenze für euch selbst?

  • Anna Aber warte mal — du sprichst da von deinem Partner und den Kindern, versuchst ihr dann konkret digitale Sachen im Schulalltag ein, oder geht's dir mehr um die grundsätzliche Frustration, dass ständig Einzelne alles richten sollen? Ich geb dir ehrlich recht, dass es frustrierend ist, wenn man immer nur im Einzelnen herumpfriemelt und die Strukturen bleiben eh Scheiße. Gleichzeitig — mMn braucht's halt beides, ne: Es muss sich politisch was ändern, aber die Leute, die jetzt in dem System sind, müssen auch nicht bis dahin einfach zusperren, oder?

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  • Nora Du sprichst da was wichtiges an — das Entweder-Oder hilft niemandem weiter. Klar, die Politik muss sich bewegen, aber wer jetzt ein Kind in der Schule hat, kann halt nicht zehn Jahre warten, bis das System sich reformiert hat.

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  • Nora Du hast vollkommen Recht, dass es beides braucht — und ja, wir versuchen tatsächlich konkret was, nicht nur zu meckern 😅 Mein Mann schaut sich mit unserer Großen regelmäßig YouTube-Erklärvideos an, wenn etwas in Mathe nicht klick gemacht hat, und die Schule nutzt eine digitale Plattform für Hausaufgaben. Das hilft im Einzelnen mega — aber ich merke auch, wie viel da auf uns als Eltern abfällt, weil es keine einheitliche Strategie gibt. Der eine Lehrer filmt seine Stunden, die andere druckt alles aus, und wir jonglieren das irgendwie zusammen. Das ist glaube ich der Knackpunkt: Es ist total legitim, dass Lehrer*innen und Eltern jetzt schon anfangen und kreativ sind — absolut! Nur sollte das nicht die Illusion schaffen, dass die grassroots-Lösung das politische Versagen ersetzt. Wenn wir alle einzeln genug rumfrickeln, kann die Verantwortung leicht diffus werden, und dann passiert in der Struktur gar nichts mehr. Es ist voll möglich, dass beide gleichzeitig laufen: konkrete Sachen im Klassenzimmer UND der Druck, dass endlich ein konsistentes Konzept da ist. Merk ich auch bei anderen Themen — irgendwann bin ich einfach müde, jedes Rad selbst zu erfinden. Wie siehst du das — hast du das

  • Anna ja, genau das ist halt das ding – ihr macht so viel im kleinen, und das ist echt bewundernswert! 🙌 aber du sprichst einen wunden punkt an: bei uns in der klasse war es ähnlich, der eine lehrer nutzt ne app, die andere will alles handschriftlich, und am ende sitzen die eltern da und müssen das ständig koordinieren. das sollte eig. nicht unsere aufgabe sein, oder? das sollte von oben kommen, damit nicht jede schule ihre eigene inselösung hat. und klar, die kreativität der lehrkräfte ist super – aber sie sollte ergänzen, nicht ersetzen, was strukturell fehlt. hast du das gefühl, dass sich da in letzter zeit was bewegt, oder bleibt es halt immer noch im status quo stecken? 💭

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  • Das ist halt ein Dilemma, bei dem ich ehrlich sagen muss: so richtig hat sich da in den letzten zwanzig Jahren wenig bewegt, nur die Probleme sind andere geworden. Anfang der 2000er war es noch die Frage, ob man überhaupt Computer in die Schulen bringt, dann kam irgendwann "jeder Schüler kriegt einen Laptop", aber ohne echte Konzepte dahinter – und jetzt seid ihr wieder in einer Phase, wo jede Schule oder sogar jeder Lehrer versucht, es selbst zu regeln. Ich hab das ähnlich bei meiner Tochter erlebt, Anfang der 2010er: der eine Lehrer war mega motiviert, wollte alles digitalisieren, die andere hat das komplett ignoriert, und wir Eltern standen da wie bei einem Videospiel auf schwer eingestellt. Die Koordination von oben fehlt einfach – das ist nicht neu, aber es ist auch nicht leichter geworden, weil die Anforderungen komplexer sind. Gleichzeitig kann ich das auch verstehen, dass Kultusbehörden extrem langsam sind; die brauchen ewig, bis sie sich auf Standards einigen, und bis dahin hat sich die Technologie sowieso wieder verändert. Aber kann gut sein, dass ihr als Eltern heute einfach mit ganz anderen Werkzeugen arbeitet und das irgendwie flexibler hinbekommt als damals.

  • MaxTrail Da hast du vollkommen recht, dieses "warten bis zur großen Reform" ist ja voll das Luxusproblem von Leuten ohne Kinder im System. Ich erinnere mich noch an eine Situation in einer Schule in Zürich, wo ich mal ne Reportage recherchiert habe — der Informatiklehrer hatte seine ganze Klasse auf ein selbst gehacktes Lernmanagementsystem gesetzt, weil die offizielle Lösung der Stadt so behäbig war. Die Kids haben das mega ernst genommen, weil es sich nicht nach "Schulzwang" angefühlt hat, sondern nach echtem Zeug, wo sie verstanden haben, wie es funktioniert. Das Punkt ist: du brauchst nicht auf die große Strukturreform, sondern ehrlich gesagt einzelne Lehrer und Schulen, die jetzt anfangen, selbst Lösungen zu basteln. Nicht fancy TikTok-Integration, sondern bodenständiges Zeug — digitale Arbeitsblätter, die Sinn machen, Schüler, die mal was selbst zusammenprogrammieren, Eltern, die verstehen, dass ihre Kids nicht in die Steinzeit-Schule von 1995 gehören ... Aber die Frage ist dann auch: wie motivierst du die Lehrer dazu, wenn sie ohnehin schon überfordert sind und die Schulleitung nicht unterstützt, wenn was schiefgeht?

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  • Manfredmannix3423 Eh, ich würd aber sagen: vielleicht is das Chaos gar nicht das Hauptproblem, sondern eher, dass wir immer noch so tun, als würde "digital" = "besser" gleich setzen 📚 — dabei geht's eigentlich um die Frage, WAS man lernen will, und dann erst, mit welchen Mitteln. Deine Beobachtung mit dem einen motivierten und einem ignoranten Lehrer is ja das echte Ding: es geht weniger um die Technik als um ne gemeinsame Idee, wofür die gut sein soll — und die haben wir halt einfach net.

  • Nora Puh, also ehrlich gesagt wirkt das für mich von außen immer noch ziemlich stagnierent. Die einzelnen Lehrer, die was bewegen wollen, sind dann eher die Ausnahme, und ja – dass Eltern das koordinieren müssen ist absurd. MMn bräuchte es weniger "jede Schule macht ihr Ding" und mehr echte Standardisierung, ohne dass es dabei öde wird. Aber dafür müsste halt auch mal Geld in die Hand genommen werden, und da scheint's eher zu hadern.

  • lib243 Was genau meinst du denn damit, dass wir keine gemeinsame Idee haben – redest du davon, dass Schulen einfach wild irgendwelche Tablets kaufen ohne Plan, oder läufts eher drauf hinaus, dass Lehrer und Ministerium sich gar nicht einig sind, wozu das Ganze eigentlich gut sein soll? Ich glaub nämlich, du triffst mit "Digital = besser" den Nagel auf den Kopf. Bei mir in der Schule wars damals ähnlich – ne Klasse hat plötzlich Smartboards gekriegt, aber es war einfach nur ein teureres Whiteboard, weil keiner wusste, was man damit anders machen könnte... und das hat dann schnell wieder genervt. Das echte Problem ist wohl, dass digitale Zeug nur sinnvoll ist wenn man wirklich ne Antwort auf "warum hilft das meinen Schülern besser lernen" hat – und die meisten Schulen haben die einfach net durchdacht, bevor die gekauft haben. Vielleicht bräuchts weniger Tech-Hype und mehr Lehrer, die mal Zeit kriegen zu experimentieren, was wirklich hilft, gell.

  • Nora Bewegt? Eher nicht, ehrlich gesagt. Bei uns kam letztes Jahr eine "digitale Initiative" der Schule, alle waren begeistert — zwei Monate später war es wieder vorbei, weil die Technik nicht funktionierte und keiner zuständig war. Das Problem ist halt, dass es sich wie ein Ehrenamt anfühlt statt wie ein echtes System, und irgendwann sind selbst die engagiertesten Lehrerinnen einfach erschöpft davon.

  • healthyfreak98 Stimmt, die Geldproblematik ist halt echt der Knackpunkt – ohne Budget läuft da nix, egal wie motiviert einzelne Lehrer sind. Aber ich bin eig vorsichtig mit zu viel Standardisierung, weil ich finde, gerade bei digitalen Methoden braucht's auch noch viel Ausprobieren und Flexibilität, nicht dass alles wieder zu starr wird – was denkst du, wie man da nen guten Mittelweg findet?

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  • Ja, aber genau da liegt auch die Falle: wenn du auf eine "gemeinsame Idee" wartest, passiert in der Zwischenzeit gar nix, und die Lehrer, die jetzt Lust hätten was zu bewegen, sind frustriert. Ich hab das in einer Brennpunkt-Schule in Berlin gesehen, wo ein Mathe-Lehrer seine Schüler einfach Videos selbst drehen ließ statt PowerPoints zu zeigen — nicht weil es "digital innovativ" war, sondern weil die Jungs sich damit beschäftigt haben, statt nur rumzusitzen. Das war die gemeinsame Idee: nicht Schüler langweilen. Punkt. Du brauchst nicht erst Konsens von oben, sondern einzelne, die anfangen und zeigen, dass es funktioniert.

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  • Anna Ja, das kenne ich auch — aber ist das Problem wirklich die digitale Methode selbst oder eher, dass die Schulen nie die Ressourcen kriegen, um so etwas am Laufen zu halten? 🤔 Würde ja auch offline passieren, wenn plötzlich alle Schulbücher da sind, aber niemand dafür bezahlt wird, sie zu sortieren.

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