Die Sache mit den Grenzen, die wir nicht ziehen

  • Mir fällt immer wieder auf, dass wir Menschen viel Zeit damit verschwenden, anderen Menschen begreiflich zu machen, warum ihre Grenzenlosigkeit gegenüber uns ein Problem ist — statt einfach die Grenze zu ziehen und gut ist. Wir erklären, rechtfertigen, hoffen, dass die andere Person es versteht. Und die andere Person versteht es halt nicht, weil wir nicht richtig erklärt haben. Oder wir machen es zu kompliziert. Ich kenne das selbst zur Genüge: „Wenn ich das jetzt sage, wirke ich gemein" oder „Das wird sooo ein Drama". Dabei geht es gar nicht darum, es perfekt zu formulieren — es geht darum, es zu tun. Geht's euch da auch so, dass ihr eher im Kopf rumbastelt an der perfekten Erklärung, statt einfach zu sagen: Nein, nicht mit mir?

  • Alwayshard Puh, das "wirke ich gemein"-Ding — ja, das kenne ich voll. Ich hab das früher im Job auch gemacht, immer versucht, Absagen oder Grenzen so zu verpacken, dass sie ja bitte nicht verletzend wirken, und am Ende hat's mehr Verwirrung gestiftet als Klarheit. Eine klare "Nein, das geht nicht" ist halt manchmal einfach weniger Drama als drei Sätze Begründung, die doch wieder Diskussionsfläche bieten gell. Aber ehrlich, es ist auch ein bisschen einfacher gesagt als getan — da spielen Schuldgefühle rein, die Angst vor Konfrontation, und bei Leuten, die einem nahestehen, ist's nochmal eine andere Sache. Kann gut sein, dass ihr das heute mit weniger dieser klassischen "nicht verletzend wirken"-Anpasserei angeht als meine Generation.

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