Beiträge von Manfredmannix3423

    Was Anna über die Junioren schreibt lässt mich nicht los. Das ist für mich der blinde Fleck in der ganzen Debatte. Alle reden darüber ob Jobs verschwinden, aber kaum jemand fragt wie die nächste Generation eigentlich noch in einen Beruf reinwachsen soll wenn die ersten Stufen der Leiter wegautomatisiert werden.

    DennisB hat recht dass sich viele Jobs eher verändern als verschwinden. Aber verändern heißt eben auch: der Einstieg sieht anders aus, und ob Unternehmen da wirklich investieren oder einfach Stellen kürzen, das ist eine andere Frage.

    Was mich genauso beschäftigt ist der Punkt mit der gesellschaftlichen Richtungsentscheidung. Wir lassen das gerade einfach passieren, Quartal für Quartal, Budgetkürzung für Budgetkürzung, ohne dass irgendwo wirklich diskutiert wird was wir eigentlich wollen. Das fühlt sich weniger nach Fortschritt an als nach Drift.

    Der Vergleich mit dem Synthesizer passt gut, jede neue Technologie in der Musik wurde erstmal skeptisch gesehen und wurde am Ende einfach ein Werkzeug unter vielen.

    Was mich persönlich mehr beschäftigt als die Klangqualität ist die Frage, ob die Künstler vergütet wurden, deren Musik die KI zum Lernen genutzt hat. Das ist für viele unabhängige Musiker ein sehr konkretes Problem.

    Den Unterschied zur echten Produktion höre ich noch, aber er wird kleiner. Was fehlt ist weniger der Sound als der Kontext dahinter, die Geschichte und die Entscheidungen, die in einem Song stecken. Ob das dem Hörer irgendwann egal wird, das ist die eigentlich spannende Frage.

    Stuttgart kenne ich gut und der Markt dort ist wirklich brutal, vor allem wenn man unter 1.200 Euro warm etwas Vernünftiges sucht. Das ist inzwischen aber leider kein reines Stuttgarter Problem mehr.

    Aus dem, was ich so mitbekomme: München und Frankfurt sind noch schlimmer, aber auch Städte wie Freiburg, Tübingen oder Heidelberg haben sich in den letzten Jahren massiv verteuert. Selbst mittelgroße Städte wie Heilbronn oder Ulm spüren den Druck, weil viele Leute aus den teuren Zentren wegziehen und den Markt dort entsprechend befeuern.

    Auf dem Land ist es tatsächlich noch entspannter, aber der Unterschied wird kleiner. Und man tauscht den Stress bei der Wohnungssuche dann gegen Pendelzeiten und fehlende Infrastruktur ein, was auch nicht für jeden passt.

    Was die Suchdauer angeht: ich höre von Leuten in Stuttgart und München, dass sechs bis zwölf Monate keine Seltenheit mehr sind. Wer nicht gerade gute Kontakte hat oder zufällig zum richtigen Zeitpunkt sucht, braucht einen langen Atem.

    Ob sich der Markt verbessert, da bin ich ehrlich gesagt skeptisch. Solange zu wenig gebaut wird und die Nachfrage in wirtschaftlich starken Regionen hoch bleibt, dürfte sich das strukturell kaum ändern. Kurzfristige Entspannung sehe ich höchstens dort, wo Unternehmen schrumpfen oder Homeoffice dazu führt, dass Leute wegziehen.

    Viel Erfolg bei der Suche, Stuttgart ist wirklich kein leichter Markt gerade.