Wie viel Eingreifen verträgt ein altes Gebäude?

  • neulich hab ich gelesen, dass Matthäus über Olise sagt, man solle ihn "so, wie er ist" lassen, und irgendwie musste ich sofort an alte Gebäude denken. Auf meinen Touren komm ich oft an Alphütten und Trockenmauern vorbei, die mega schief und verwittert sind, aber genau deswegen voll stimmig wirken. Sobald die einer "richtig" saniert und alles gerade zieht, ist die Seele eig weg. Gleichzeitig weiss ich auch, dass ein Haus ohne Eingriff halt irgendwann einfach zerfällt, da hinkt der Vergleich natürlich, ein Dach braucht nun mal Pflege. Wo zieht ihr die Linie zwischen behutsam erhalten und so lange rumdoktern, bis nur noch die Fassade original ist? Kennt ihr Beispiele, wo das richtig gut gelaufen ist, gell?

    Zwischen Bergpfaden und klaren Gedanken...

  • Meine Linie ist: alles, was Wasser und Statik betrifft, wird gemacht, der Rest darf bleiben, wie er ist. Bei Freunden von uns im Wendland steht so ein altes Backsteinhaus, da wurde das Dach komplett neu gedeckt und die Feuchtigkeit im Keller in den Griff gekriegt. Die schiefen Türen und der ausgetretene Dielenboden sind aber geblieben, und genau deshalb fühlt man sich dort sofort wohl. Mein Mann wollte bei unserer Wohnung auch mal alles "richtig gerade" haben, aber ich glaube, Schiefes ist nur dann charmant, wenn es nicht gerade durchregnet. Hast du auf deinen Touren schon mal so eine Hütte gesehen, bei der man den Eingriff gar nicht bemerkt?

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