Ich bin 63, meine Werkstatt läuft noch. Aber wer macht das in zwanzig Jahren?

  • Guten Tag zusammen.

    Ich bin Emil, Rentner seit kurzem, und ein Thema lässt mich seit einer Weile nicht los. Nicht weil ich es in der Zeitung gelesen hab, sondern weil ich es direkt vor mir sehe.

    Ich hab vierzig Jahre in einem Betrieb gearbeitet. Gute Leute, solides Handwerk, funktionierendes Team. In den letzten Jahren vor meiner Rente haben wir händeringend nach Nachwuchs gesucht. Ausbildungsplätze unbesetzt, Bewerbungen kaum, und wenn dann oft von jungen Leuten die nach zwei Monaten wieder weg waren. Nicht weil sie faul waren, sondern weil Handwerk für viele einfach nicht mehr auf dem Zettel steht.

    Jetzt bin ich in Rente und schau von außen drauf. Und ich frage mich ernsthaft wer in zwanzig Jahren die Autos repariert, die Heizungen wartet, die Leitungen legt. Meine Generation geht nach und nach, und dahinter ist eine Lücke die ich nicht kleiner werden sehe.

    Gleichzeitig erlebe ich in meinem Umfeld wie das Thema Migration oft so heiß diskutiert wird dass man kaum sachlich reden kann. Dabei ist für mich die Frage eigentlich simpel. Wenn wir zu wenig Menschen haben die bestimmte Dinge tun, und gleichzeitig Menschen ins Land kommen die arbeiten wollen, warum kriegen wir das nicht besser zusammen?

    Ich bin kein Politiker und kein Experte. Aber ich bin jemand der lange genug gearbeitet hat um zu wissen dass ein Betrieb ohne Nachwuchs irgendwann aufhört zu existieren. Und ein Land ist am Ende nichts anderes.

    Was denkt ihr, sehen andere das ähnlich oder übersehe ich da etwas?

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!