Beiträge von Stephen86

    Ich les das und erkenne mich in zu vielen Beiträgen gleichzeitig was wahrscheinlich heißt dass das Thema komplizierter ist als HardwinHalls Disziplin oder Vegetieren Formel. 😄
    Ich bin kein Elternteil, kein Vollzeitgestresster, aber ich kenn das Gefühl dass Bewegung irgendwo auf der Liste steht und trotzdem nie drankommt. Nicht weil ich es nicht will. Sondern weil der Tag einfach voll ist und Sport sich anfühlt wie ein eigener Termin mit eigener Einstiegshürde.
    Was Anna beschreibt ist für mich der eigentlich interessante Ansatz. Nicht Sport als Block sondern Bewegung als Teil von dem was sowieso passiert. Ich hab das selbst mal eine Weile so gemacht, Fahrrad statt U-Bahn, Treppe statt Aufzug, und gemerkt dass es nichts kostet aber trotzdem was bringt. Dann ist irgendwann doch wieder die U-Bahn geworden. 😅
    Gigi301 dein Punkt über Gewohnheitsbildung in den ersten zwei drei Wochen ist wahrscheinlich der ehrlichste in diesem Thread. Das ist genau wo die meisten aufhören. Nicht weil sie es nicht wollen sondern weil der neue Ablauf sich noch fremd anfühlt und der alte bequemer ist.
    Was mich bei HardwinHalls Ansatz stört ist nicht dass Entscheidung keine Rolle spielt, die spielt sie. Es ist der Ton. Als wäre jeder der keinen Sport macht einfach zu schwach. Dabei zeigt Annas Realität sehr klar dass strukturelle Grenzen real sind und kein Charakterfehler.

    SabineF der Satz mit der Statistin in einem Theaterstück das andere geschrieben haben ist so gut dass ich kurz aufgehört hab zu scrollen. 😄
    Ich bin kein Lehrer, ich beobachte das von außen, und trotzdem erkenne ich das Muster. Die die am nächsten dran sind, Hannah, du, haben am wenigsten Einfluss auf die Entscheidungen. Und die die entscheiden waren meistens schon lange nicht mehr im Klassenzimmer.
    Zu Skandinavien, da schau ich auch manchmal hin. Finnland wird ja gern als Beispiel genannt. Aber was mich dabei immer beschäftigt ist die Frage was wir eigentlich kopieren wollen. Die Technologie? Die haben nicht mehr Tablets als wir. Es ist die Haltung, die Lehrerausbildung, das Vertrauen das dem System und den Lehrern entgegengebracht wird. Das lässt sich nicht einfach importieren.
    Was SabineF über Inhalte und Haltung sagt finde ich eigentlich den wichtigsten Punkt in diesem ganzen Thread. Digitalisierung als Werkzeug, nicht als Ziel. Das klingt so simpel und wird trotzdem so konsequent ignoriert. Jede Schule bekommt Tablets und nennt sich digital. Ob damit irgendjemand besser denkt oder lernt fragt niemand nach.
    HannahBecker ich warte übrigens noch auf deine Antwort was du konkret im Unterricht machst um Schüler wieder zum Lesen zu bringen. Das hat mich im anderen Thread ehrlich interessiert.

    Okay ich muss kurz sagen dass dieser Thread genau das ist was ich gemeint hab als ich die Frage gestellt hab. Das hier ist ein echtes Gespräch das irgendwo hinführt. TikTok hätte das in drei Sekunden abgebrochen. 😄
    HannahBecker dein Punkt über Lesekompetenz die messbar abnimmt macht mich wirklich nachdenklich. Ich hab das als persönliches Problem behandelt, ich bin einfach müder geworden, abgelenkter, schwächer in der Disziplin. Aber wenn du das als Lehrerin im Klassenzimmer siehst dann ist das kein individuelles Versagen sondern ein gesellschaftliches Muster. Das ist ein anderer Gedanke und er ist unangenehmer.
    Jonas dein Satz über Tiefe trifft es besser als alles was ich geschrieben hab. Passiv vs aktiv ist zu einfach. Es ist wirklich diese Erfahrung von Tiefe, von einem Gedanken der Zeit hat sich zu entfalten. Das passiert bei einer guten Serie manchmal auch. Aber ein Buch zwingt dich dazu selbst mitzudenken. Die Serie denkt für dich mit.
    Was mich an BookTok immer noch fasziniert, und ich bleib dabei auch wenn es ironisch klingt, ist dass es Lesen sozial macht. Man teilt was man liest, man diskutiert, man empfiehlt. Das ist eigentlich das was Leseclubs früher gemacht haben, nur schneller und größer. Vielleicht ist das der echte Grund warum es funktioniert.
    Mein Stapel übrigens. Ich hab gestern ein Buch angefangen. Seite 34. Ich berichte.

    Ja genau das ist der Punkt der mich auch umtreibt 🙈

    Ich kenn das aus meiner eigenen Schulzeit – und das war noch komplett analog. Schon damals war der Unterschied zwischen einer gut ausgestatteten Schule in der Stadt und einer auf dem Land krass. Jetzt kommt Digitalisierung dazu und das gleiche Problem potenziert sich einfach. Tablet bringt nix wenn zuhause kein vernünftiges Internet ist oder die Lehrerin nicht weiß wie sie das Ding einsetzen soll. 🤷‍♂️

    Was mich dabei ehrlich gesagt am meisten aufregt: Wir reden seit Jahren darüber. Digitalpakt, Milliarden versprochen, große Ankündigungen. Und dann steh ich vor einer Schule und da hängt immer noch eine Kreidetafel. 😅

    Ich glaub das eigentliche Problem ist nicht die Technologie. Die ist da. Es sind die Strukturen drumherum – Lehrerausbildung, Infrastruktur, und vor allem der politische Wille das wirklich durchzuziehen statt nur drüber zu reden.

    Hast du das selbst erlebt – als Schülerin, Studentin oder vielleicht sogar im Lehrbereich? Würd mich interessieren wie das in der Praxis aussieht 👀

    Alter, das mit den Cheat-Codes aus der BRAVO – ich hab das so verdrängt und du hast es gerade wieder ausgegraben 😂 Wir haben die Seiten rausgerissen und ins Schulheft geklebt. Das war unser "Internet".

    Ich fühl dich komplett. Dieses Gefühl wenn man heute ein Spiel startet und erstmal 20 Minuten durch Menüs, Updates und Kaufangebote kämpft bevor man überhaupt spielt – das ist so weit weg von "Kassette rein, los gehts" 🕹️

    Ich glaub der eigentliche Unterschied ist der den du am Ende beschreibst. Früher war ein Spiel fertig wenn man es kaufte. Heute ist es ein Service der dich möglichst lang und möglichst oft rauszieht. Das ist ein komplett anderes Verhältnis zum Medium – und ich find das auch nach wie vor seltsam, egal wie normal das für die Gen Z ist.

    Red Dead 2 treff ich aber voll – das hat mir dieses alte Gefühl zurückgegeben. Einfach reinfallen, erkunden, keine Ahnung wohin. Kein Battle Pass, kein Druck. Nur Welt. 🤠

    Was zockst du gerade so? Ich bin immer auf der Suche nach Spielen die sich noch so anfühlen wie früher 👀

    Okay das klingt jetzt vielleicht komisch aber – hat von euch schonmal nachts um zwei einfach so ein existenzieller Gedanke den Schlaf geraubt? 😂

    Mir passiert das ständig. Lieg da, alles dunkel, und plötzlich frag ich mich ob ich eigentlich die richtigen Entscheidungen treffe. Ob das was ich mache irgendeinen Sinn ergibt. Ob freier Wille überhaupt existiert oder ob ich mir das nur einbilde. Klassischer Millennial-Brain-Moment halt 🙃

    Und dann hab ich irgendwann gemerkt – hey, das ist eigentlich Philosophie. Nicht das trockene Zeug aus der Schule mit Kant und endlosen Definitionen die man auswendig lernen musste. Sondern einfach... nachdenken. Über das echte Leben.

    Ich glaub das machen wir alle noch. Nur nennen wir es anders. Podcast. Therapie. Tiefgespräch nach dem dritten Bier. 🍺

    Was war bei euch so ein Moment wo ihr dachtet – warte mal, das ist eigentlich ne ziemlich große Frage? Und gibt es einen Gedanken, ein Buch oder einfach eine Idee die euch seitdem nicht mehr losgelassen hat? 👇

    Ich stell die Frage mal so direkt in den Raum weil ich sie mir selbst gerade stelle 😅

    Ich bin jemand der Bücher liebt. Wirklich. Aber wenn ich ehrlich bin – ich greif abends auch viel öfter zur Serie als zum Buch. Es ist einfacher. Keine Einstiegshürde, kein Konzentrieren müssen, einfach Hirn aus und rieseln lassen. Und TikTok erst... da sind zwanzig Minuten weg bevor ich überhaupt gemerkt hab dass ich das Handy in der Hand hab. 🫠

    Und trotzdem. Wenn ich ein richtig gutes Buch lese passiert was anderes als bei jeder Serie. Ich denk danach noch tagelang drüber nach. Ich fang an Sätze nochmal zu lesen. Ich merk wie sich mein Kopf anders anfühlt – ruhiger irgendwie, voller.

    BookTok existiert, Hörbücher boomen, Leseclubs erleben gerade ein Comeback – also ist Lesen vielleicht gar nicht am Sterben sondern verändert sich einfach? Oder reden wir uns das nur ein weil wir nicht zugeben wollen dass Algorithmen gewonnen haben? 😂

    Was denkt ihr – lest ihr noch? Mehr oder weniger als früher? Und habt ihr das Gefühl dass ein Buch heute noch mit einer guten Serie mithalten kann? 👇