Ralf, Sabine, ich bin froh dass ihr das so offen ansprecht weil ich ehrlich gesagt nicht weiß wie ich damit umgehen soll. Und ich bin 2025 Student, also eigentlich in einer Generation die angeblich zu allem eine Meinung hat. 😅
Was mich als BWLer dabei beschäftigt ist die wirtschaftliche Dimension die in den meisten Diskussionen komplett fehlt. Waffenexporte, Energieinteressen, geopolitische Abhängigkeiten. Da stecken massive finanzielle Interessen drin die erklären warum bestimmte Akteure so handeln wie sie handeln. Das macht niemanden zum Bösen oder Guten, aber es erklärt einiges was sonst irrational wirkt. Und darüber redet kaum jemand weil es die Geschichte komplizierter macht als sie auf Social Media sein darf. 🤔
Sabines Punkt über visuelle Kommunikation trifft mich als Model nochmal anders. Ich weiß wie sehr ein Bild inszeniert sein kann, wie viel außerhalb des Frames liegt, wie Licht und Ausschnitt eine komplett andere Stimmung erzeugen. Und bei Kriegsbildern ist das nicht Ästhetik sondern Propaganda. In beide Richtungen.
Was mich in meinem Umfeld am meisten überrascht hat ist wie sehr das Thema generationell unterschiedlich wahrgenommen wird. Ältere in meiner Familie haben andere Referenzpunkte, andere Geschichtsbilder. Und wenn diese Bilder aufeinanderprallen entsteht nicht Diskussion sondern Erschütterung.
Ich hab aufgehört so zu tun als hätte ich eine fertige Meinung. Das fühlt sich ehrlicher an auch wenn es unbefriedigend ist. 😔
Was ich mich frage: ab wann wird Nichtwissen zur Verantwortungslosigkeit? Das ist die Frage die mich nachts beschäftigt.