Ernsthaft mal. Ich sitze im dritten Semester BWL, wir reden über Geldpolitik, Zinsen, Inflation, Zentralbanken. Und ich merke dass ich Dinge verstehe die ich eigentlich schon mit 16 hätte wissen müssen. Nicht weil sie so kompliziert sind, sondern weil sie so grundlegend sind.
Wie Geld eigentlich entsteht zum Beispiel. Die meisten Menschen denken die Zentralbank druckt Geld und verteilt es. In Wirklichkeit entsteht der größte Teil des Geldes im Umlauf durch Kreditvergabe von Geschäftsbanken. Das ist kein Geheimwissen, das steht in jedem ordentlichen Volkswirtschaftslehrbuch. Aber ich kenne kaum jemanden außerhalb des Studiums der das wirklich verstanden hat. 🤔
Was mich dabei beschäftigt ist nicht die Theorie allein. Sondern was es bedeutet wenn die breite Bevölkerung das System in dem sie lebt fundamental nicht versteht. Finanzpolitische Entscheidungen, Zinsentscheidungen der EZB, Staatsschulden Debatten, all das wird öffentlich diskutiert ohne dass die meisten eine echte Grundlage haben um es einzuordnen.
Und dann kommen Leute mit einfachen Antworten. Gold kaufen, allem misstrauen, dem System den Rücken kehren. Ich versteh den Impuls, aber ich glaube der entsteht auch daraus dass niemand je erklärt hat wie das alles zusammenhängt. 😅
Meine These: Finanzielle Bildung wird systematisch nicht vermittelt, und das hat direkte Konsequenzen dafür wer Vermögen aufbaut und wer nicht.
Habt ihr euch das selbst beibringen müssen oder gab es irgendwo jemanden der euch das wirklich erklärt hat? 😄