Hannah, danke dass du das hier so offen teilst. Das ist nicht selbstverständlich und ich glaube genau solche Beiträge sind es die wirklich etwas verändern. 🙏
Ich kenn das Gefühl das du beschreibst. Nicht aus dem Referendariat aber ich hatte eine Phase wo ich nach außen hin alles zusammengehalten habe und innerlich einfach... leer war. Funktionieren auf Autopilot. Und das Verrückte ist, genau das macht es ja so schwer. Weil alle sagen "du wirkst doch so stabil" und man selbst anfängt das zu glauben obwohl man sich gleichzeitig fragt warum man morgens so schwer aus dem Bett kommt.
Was du über das "Verdienen" sagst trifft mich gerade wirklich. Dieses Gefühl man muss erst wirklich am Boden sein bevor man sich Hilfe erlaubt. Als wäre Vorsorge irgendwie anmaßend. Dabei würde niemand sagen man soll erst einen Herzinfarkt abwarten bevor man zum Kardiologen geht.
Ich bin aufgewachsen zwischen zwei sehr unterschiedlichen Kulturen und was ich dabei gelernt habe ist dass das Thema Therapie je nach Umfeld komplett anders besetzt ist. In manchen Kreisen völlig normal, in anderen immer noch ein Zeichen von Schwäche oder Schande. Das hat mich lange begleitet, dieses innere Hin und Her was es jetzt eigentlich bedeutet wenn ich Hilfe hole.
Und als Lehrerin sehe ich bei meinen Schülern dasselbe. Jugendliche die ganz offensichtlich kämpfen aber lieber schweigen weil sie Angst haben als "die mit den Problemen" abgestempelt zu werden. Das macht mir ehrlich gesagt mehr Sorgen als jeder Lehrplan.
Ob das Stigma weniger wird? Ich glaube es verändert sich, langsam. Aber nur weil mehr Menschen so reden wie du es gerade getan hast. 💙
Hat jemand Erfahrungen damit wie man das Thema gut an Jugendliche ranträgt ohne dass sie sofort dicht machen?