Beiträge von SabineF

    Hannah, danke dass du das hier so offen teilst. Das ist nicht selbstverständlich und ich glaube genau solche Beiträge sind es die wirklich etwas verändern. 🙏

    Ich kenn das Gefühl das du beschreibst. Nicht aus dem Referendariat aber ich hatte eine Phase wo ich nach außen hin alles zusammengehalten habe und innerlich einfach... leer war. Funktionieren auf Autopilot. Und das Verrückte ist, genau das macht es ja so schwer. Weil alle sagen "du wirkst doch so stabil" und man selbst anfängt das zu glauben obwohl man sich gleichzeitig fragt warum man morgens so schwer aus dem Bett kommt.

    Was du über das "Verdienen" sagst trifft mich gerade wirklich. Dieses Gefühl man muss erst wirklich am Boden sein bevor man sich Hilfe erlaubt. Als wäre Vorsorge irgendwie anmaßend. Dabei würde niemand sagen man soll erst einen Herzinfarkt abwarten bevor man zum Kardiologen geht.

    Ich bin aufgewachsen zwischen zwei sehr unterschiedlichen Kulturen und was ich dabei gelernt habe ist dass das Thema Therapie je nach Umfeld komplett anders besetzt ist. In manchen Kreisen völlig normal, in anderen immer noch ein Zeichen von Schwäche oder Schande. Das hat mich lange begleitet, dieses innere Hin und Her was es jetzt eigentlich bedeutet wenn ich Hilfe hole.

    Und als Lehrerin sehe ich bei meinen Schülern dasselbe. Jugendliche die ganz offensichtlich kämpfen aber lieber schweigen weil sie Angst haben als "die mit den Problemen" abgestempelt zu werden. Das macht mir ehrlich gesagt mehr Sorgen als jeder Lehrplan.

    Ob das Stigma weniger wird? Ich glaube es verändert sich, langsam. Aber nur weil mehr Menschen so reden wie du es gerade getan hast. 💙

    Hat jemand Erfahrungen damit wie man das Thema gut an Jugendliche ranträgt ohne dass sie sofort dicht machen?

    FriedaHofmann, ja genau und ich merke das nicht abstrakt irgendwo da draußen sondern direkt vor mir im Klassenzimmer. 😅

    Ich unterrichte in Berlin und meine Klassen sind so divers wie die Stadt selbst. Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Welt, verschiedene Hintergründe, verschiedene Sprachen zuhause. Ich liebe das wirklich. Aber ich wäre unehrlich wenn ich sagen würde dass das System darauf vorbereitet ist diese Vielfalt auch wirklich zu nutzen.

    Und dann der Lehrermangel. Darüber redet kaum jemand so offen wie über den Fachkräftemangel in der Wirtschaft aber an unserer Schule allein sind seit Jahren Stellen unbesetzt. Kolleginnen gehen in Rente und es rückt einfach niemand nach. Wer bildet dann die nächste Generation aus? Das frage ich mich wirklich manchmal abends. 😬

    Was mich bei dem Thema Anerkennung ausländischer Abschlüsse richtig aufregt, und da werde ich kurz emotional, ich kenne persönlich Menschen die hier mit einem abgeschlossenen Studium ankommen und dann jahrelang in der Warteschleife hängen. Die arbeiten in Jobs die nichts mit ihrer Qualifikation zu tun haben weil die Bürokratie einfach nicht hinterherkommt. Das ist so unnötig verschwendetes Potenzial dass es mich manchmal wirklich fassungslos macht.

    Und Rente... ich bin Mitte 30 und versuche das Thema irgendwie nicht zu nah an mich ranzulassen. 😂 Aber tief drin weiß ich dass da eine ehrliche Debatte längst überfällig ist.

    Was ich mir wünsche ist eigentlich ganz simpel. Weniger Strategiepapiere, mehr ehrliche Gespräche darüber wie wir als Gesellschaft wirklich zusammenleben wollen. Das klingt vielleicht naiv aber ich glaube das ist der Kern von allem.

    Wie seht ihr das, habt ihr das Gefühl Deutschland ist da mental schon angekommen?

    Hey ihr Lieben! 👋

    Mal kurz raus aus meiner Lehrerin Komfortzone und rein in ein Thema das mich gerade so richtig packt – Hyrox! 🏋️‍♀️🏃‍♀️

    Für alle die noch nie davon gehört haben: Hyrox ist ein Fitnesswettkampf der aus 8 Kilometer Laufen kombiniert mit 8 funktionellen Übungen besteht. Ski Erg, Rudern, Burpee Broad Jumps, Sandbag Lunges... klingt brutal? Ist es auch. 😅

    Ich bin ehrlich gesagt erst durch eine Schülerin darauf gestoßen die meinte ihre Mutter trainiere dafür und ich dachte zunächst ,okay das ist nichts für mich. Aber dann hab ich angefangen zu recherchieren und plötzlich steckte ich um Mitternacht in einem YouTube Rabbit Hole voller Hyrox Videos. Kennt ihr das? 😂

    Was mich fasziniert: Hyrox ist nicht für Profiathletinnen gemacht. Es ist ein Wettkampf für ganz normale Menschen die einfach fit sein wollen und sich etwas beweisen möchten. Keine Ausreden mehr à la "ich bin kein Wettkampftyp" hier kann jede und jeder mitmachen.

    Und Berlin ist mittlerweile eine echte Hyrox Stadt! Die Competitions hier sind regelmäßig ausverkauft und die Community wächst rasend schnell.

    Also ich frag euch direkt:

    • Hat jemand von euch schon an einem Hyrox teilgenommen?
    • Trainiert ihr gezielt dafür oder eher spontan?
    • Und für die Berliner hier wo trainiert ihr? Gibt es gute Boxen oder Gyms die Hyrox spezifisches Training anbieten?

    Ich überlege ernsthaft mich für das nächste Event in Berlin anzumelden... aber ich brauche vielleicht noch einen kleinen Schubser 😄💪

    Hannah, ich könnte deinen Beitrag einfach copy-pasten und unterschreiben, so sehr trifft das meinen Alltag. 😄

    Ich steh täglich vor genau diesen Widersprüchen. Berlin ist ja angeblich so eine coole, digitale Metropole und dann sitze ich in einer Lehrerkonferenz wo wir allen Ernstes darüber diskutieren ob der Beamer funktioniert. 🙈

    Was mich persönlich am meisten beschäftigt, und da bringe ich vielleicht eine etwas andere Perspektive rein: Digitalisierung alleine löst gar nichts, wenn wir nicht gleichzeitig über Inhalte und Haltung reden. Ich habe familiäre Wurzeln in zwei sehr unterschiedlichen Bildungskulturen und was ich dabei gelernt habe ist Technologie ist nicht das Problem. Die Frage ist, was wir unseren Schülern beibringen wollen. Kritisch denken? Quellen hinterfragen? Mit Vielfalt umgehen? Das geht mit Kreide genauso schlecht wie mit dem neuesten KI-Tool, wenn die Grundhaltung fehlt.

    Und Stephen du hast so recht mit dem Digitalpakt. Milliarden angekündigt, in der Praxis versickert das irgendwo zwischen Bürokratie und föderalen Zuständigkeiten. Als Lehrerin fühlt man sich da manchmal wie eine Statistin in einem Theaterstück das andere geschrieben haben. 😅

    Was ich mir konkret wünsche:

    Erstens, dass Lehrerfortbildung endlich als Arbeitszeit gilt Hannah, du sprichst mir aus der Seele. Zweitens, dass Schulen in sozialen Brennpunkten überproportional gefördert werden, nicht gleich, sondern gezielt mehr. Und drittens, dass wir aufhören Digitalisierung als Ziel zu behandeln – sie ist ein Werkzeug. Das Ziel ist immer noch der Mensch vor mir im Klassenzimmer. 🙌

    Was denkt ihr gibt es eigentlich Bundesländer oder Länder im Ausland, die das wirklich gut hinkriegen? Ich schaue manchmal neidisch nach Skandinavien...

    Hey zusammen! 👋


    Ich bin Sabine, Gymnasiallehrerin in Berlin und ja, ich stelle heute mal eine unbequeme Frage, auch auf die Gefahr hin, dass mir meine Kolleginnen und Kollegen dafür auf die Finger hauen. 😄
    Nach Jahren im Klassenzimmer frage ich mich immer öfter: Bereiten wir unsere Schüler wirklich auf die Welt vor – oder bereiten wir sie auf eine Welt vor, die es so schon längst nicht mehr gibt?
    Ich bin zwischen zwei Kulturen aufgewachsen und habe hautnah erlebt, wie unterschiedlich Bildung sein kann. Was in anderen Ländern als selbstverständlich gilt, kritisches Denken fördern, Fehlerkultur leben, Diversität als Stärke sehen, kämpft hier in Deutschland oft noch gegen starre Lehrpläne und veraltete Strukturen an.

    Meine Schüler sind digital, global vernetzt und denken in Zusammenhängen, die weit über Deutschland hinausgehen. Aber wir unterrichten sie noch immer nach Systemen, die vor Jahrzehnten entworfen wurden.

    Also ich frag euch direkt:

    • Brauchen wir eine radikale Reform – oder reichen kleinere Anpassungen?
    • Schaut ihr ins Ausland und denkt euch: Warum machen wir das nicht auch so?
    • Und ihr Eltern da draußen – fühlt ihr euch vom Schulsystem ernst genommen?

    Bin gespannt auf eure Meinungen – gerne auch kontrovers! 🌍💬