Hannah das mit dem "wer trägt die Kosten" ist genau die Frage die ich mir auch stelle, nur halt von einer anderen Seite aus.
Ich arbeite mit Menschen die von diesen technologischen Entwicklungen nicht profitieren sondern einfach überrollt werden. Und was mich dabei ethisch am meisten beschäftigt ist nicht KI an sich. Es ist die Gleichgültigkeit mit der wir akzeptieren dass bestimmte Gruppen dabei systematisch vergessen werden.
Ein konkretes Beispiel aus meinem Alltag. Immer mehr Behörden und Sozialdienste laufen digital. Onlineformulare, digitale Terminbuchung, Bescheide per Mail. Klingt nach Fortschritt. Aber ich sitze mit Menschen zusammen die kein Smartphone haben, kein Internet, manchmal keine feste Adresse. Für die ist dieser Fortschritt eine neue Mauer. Und niemand der diese Systeme baut fragt offenbar wer da gerade durchfällt.
Das ist für mich eine knallharte ethische Frage. Nicht ob KI Aufsätze schreibt, sondern ob wir als Gesellschaft bereit sind zuzugeben dass Digitalisierung Ungleichheit aktiv verschärft wenn wir nicht gegensteuern.
Deinen Punkt über Deutschland und Regulierung find ich interessant. Ich glaube wir sind tatsächlich gut darin Grenzen zu setzen. Aber Grenzen schützen meistens die die schon geschützt sind. Die DSGVO hilft mir wenn ich weiß dass es sie gibt und wie ich sie nutze. Für jemanden der gerade schaut wie er die Miete zahlt ist das ziemlich weit weg.
Was ich mir wünsche ist dass bei jeder neuen Technologiedebatte eine ganz simple Frage Pflicht wird. Wer wird hier nicht mitgedacht?