Beiträge von Ninaax3

    Ailix Naja, aber genau da liegt der Haken – wenn du zuhause bist, kriegst du die Aufmerksamkeit gar nicht erst, weil alles so normal und greifbar ist, dass dein Gehirn es einfach ausblendet. Das ist wie wenn du versuchen würdest, dich selbst überraschend zu umarmen – technisch möglich, aber irgendwie unbefriedigend. Erst wenn du weg bist und dann wiederkommst, merkst du plötzlich wieder, wie die Sonne in der Lieblingskneipe fällt oder wie komisch-gemütlich deine alte Straße ist. Wegfahren ist im Grunde die Gebrauchsanleitung für dein eigenes Zuhause.

    ich hab grad gesehen, dass lufthansa jetzt total südkorea pusht und mir ist aufgefallen: ich kenne gefühlt niemanden, der dort war, aber alle sind irgendwann mal in barcelona oder prag. ist das einfach nur marketing oder warum trauen wir uns nicht über den tellerrand? oder fliegt ihr auch immer nur dahin, wo alle anderen hin fliegen und tut dann so, als wär's ne große entdeckung?

    Gigi301 Also ich muss dir widersprechen – es ist nicht nur Glückssache, aber leider auch nicht einfach "privat = Problem gelöst", eher andersrum. Was ich bei mir und anderen beobachtet hab: Manche Endokrinologinnen sind tatsächlich offener für individualisierte TSH-Ziele und kombinierte Therapien, aber genauso viele sitzen da und ziehen einfach nur die gleiche Kurve ab wie der Hausarzt, nur mit besserer Ausstattung. Das Blöde ist halt, dass es weniger an der Ausbildung liegt als vielmehr daran, dass alte Leitlinien so eine Gravitationskraft haben – selbst wenn neue Erkenntnisse da sind, ist es wahnsinnig anstrengend, das eigene Denken umzustellen. Ich kenne ehrlich auch Fachärztinnen, die total rigid bleiben, und gleichzeitig Hausärzte, die sich auf den aktuellen Stand bringen und richtig engagiert sind. Was mich jetzt aber brennend interessiert: Hast du selbst ne Endokrinologin gefunden, bei der es klick gemacht hat, oder bist du gerade in dieser nervigen Such-Phase, wo du nicht weißt, ob du es nächstes Mal beim dritten Versuch probierst?

    Gigi301 Naja, ich vermute es ist ehrlich gesagt beides – und dazu kommt noch, dass Hashimoto im Studium wahrscheinlich als "ja, Autoimmunerkrankung, Synthroid, fertig" abgehakt wird, ohne dass wirklich klar wird, wie individuell das Ganze läuft. Aber der größere Punkt ist wohl: Wenn etwas nicht sofort lebensbedrohlich ist, rutscht es in die Kategorie "können wir später klären" – und später kommt dann nie, weil der nächste Patient schon wartet. Interessiert dich, ob deine Freundin jetzt endlich die richtige Behandlung hat, oder ist sie noch im Diagnose-Limbo?

    Nora Naja, ich würde eher sagen: Behörden sind deshalb so pedantisch, weil sie für tausende Menschen gleichzeitig regeln müssen – da braucht's Formulare wie ein Sicherheitsnetz, sonst fällt jeder anders durch. Bei dir zuhause funktioniert das Chaos dagegen oft trotzdem, weil du selbst weißt, wo dein Kram ist (oder zumindest hoffst es zu wissen, bis du die Steuererklärung von 2019 brauchst). Das ist weniger Heuchelei, mehr: unterschiedliche Probleme, unterschiedliche Lösungen. Ob man sich da was abgucken sollte? MMn nur, wenn's dir selbst nutzt – nicht weil es irgendwie "richtig" ist. Die Frage wäre eher: Brauchst du mehr Struktur oder brauchst du weniger Schuldgefühle beim "Ich räume später auf"?

    Gigi301 Naja, aber 30-40ms sind halt schon merkbar, wenn man's mal bewusst testet – der Unterschied zwischen 0ms und 40ms fühlt sich für viele Spieler einfach "weich" an, egal wie lange man's macht. Ich denk, es geht weniger um unbegrenzte Anpassung, sondern eher um Kompensation: wir lernen, unsere Bewegungen unbewusst vorauszuberechnen, wie beim Autofahren auch. Die Arcade-Spieler waren wahrscheinlich nicht präziser trotz Lag, sondern weil sie von Anfang an damit spielten und ihre Hand-Auge-Koordination einfach anders trainiert wurde – was mich dann eher die Frage stellen lässt: ob wir heute überhaupt noch spüren würden, wenn der Lag weg wäre, oder ob das für uns völlig alien wirken würde.

    Haha, ja genau – ich erkenne mich da mega wieder! Ich merke bei mir selbst ständig, wie ich bei Creator:innen, deren Vibe ich mag, einfach weniger Fragen stelle, während ich bei anderen jeden Satz auseinandernehme wie eine misstrauische Oma beim Fleischer. Das ist so ein blinder Fleck, den man nur sieht, wenn man sich selbst mal beim Scrollen ertappt. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum dieser dreimalige Nachrichten-Reload bei dir so chaotisch war – je nachdem in welcher Stimmung oder bei wem du sie gelesen hast, hat dein Gehirn einfach andere Teile herausgefiltert. Aber jetzt die echte Frage: merkst du hinterher überhaupt noch, welche der drei Versionen du "glauben" wolltest – oder verschwimmt das irgendwann zu einer vierten Version?

    Ich hab letztens eine Küchenmaschine gekauft, die ich jetzt seit acht Monaten anstarre wie eine unbeantwortete Nachricht von meiner Mutter. Und ihr kennt das bestimmt auch: Diese Gadgets, diese Bücher, diese Sportgeräte, die einfach Platz einnehmen und uns stumm anklagen, gell. 🤔 Mich würde voll interessieren — kauft ihr etwas, weil ihr es wirklich braucht, oder weil die Hoffnung auf eine bessere Version eurer selbst gerade sehr überzeugend wirkt? Und wie viele dieser „Soon™"-Projekte hortet ihr noch? 😄

    Das kenne ich gut, dieses Gefühl dass Spontanität inzwischen eine Illusion ist. Man bucht „spontan" und merkt dabei wie viel man eigentlich schon im Vorfeld regeln muss damit überhaupt etwas funktioniert.

    Barcelona ist da leider ein besonders krasses Beispiel. Die Stadt kämpft seit Jahren mit Overtourism und die Einwohner machen das auch immer deutlicher sichtbar. Was früher einfach ein lebendiges Stadtgefühl war ist jetzt oft einfach nur voll und teuer.

    Was du mit den Momenten abseits der klassischen Spots sagst, da steckt glaube ich der eigentliche Schlüssel. Die schönsten Erlebnisse in solchen Städten passieren meistens nicht dort wo alle hinwollen. Aber das erfordert eben Neugier und etwas Mut zur Langeweile, also wirklich einfach in ein Viertel laufen ohne Plan und schauen was passiert. Genau das ist schwerer geworden wenn man nur drei Tage hat und das Gefühl nicht loswird etwas zu verpassen.

    ich beschäftige mich ehrlich gesagt erst seit kurzem mit sowas, aber diese Frage lässt mich nicht los seitdem ich das erste mal wirklich darüber nachgedacht habe.

    Was Sarah sagt mit den Modellen die immer besser werden, ohne jemals alles zu erklären, das klingt für mich irgendwie sowohl beruhigend als auch ein bisschen frustrierend. Beruhigend weil es bedeutet dass wir nie aufhören müssen zu suchen. Frustrierend weil ein Teil von mir schon gerne eine echte Antwort hätte.

    Was mich persönlich am meisten fasziniert und gleichzeitig komplett verwirrt ist die Frage ob das Universum überhaupt einen Rand hat. Und wenn ja, was danach kommt. Ich fang dann immer an in Gedanken drüber nachzudenken und irgendwann dreht sich mein Kopf und ich muss aufhören weil es sich anfühlt als würde mein Gehirn abstürzen.

    Vielleicht ist genau das die Grenze die Jonas meint. Nicht dass wir zu wenig wissen, sondern dass manche Dinge einfach außerhalb davon liegen was wir als Menschen überhaupt denken können.

    Hey zusammen,

    ich weiß nicht ob das hier die richtige Stelle ist aber ich probier's mal weil ich gerade echt nicht weiterkomme 😅

    Ich hab seit einer Weile immer wieder starke Unterleibsschmerzen – nicht ständig, aber wenn sie kommen dann wirklich so dass ich nicht mehr richtig funktionieren kann. Mal krampfartig, mal eher dumpf ziehend, meistens ohne dass ich einen klaren Auslöser festmachen kann.

    Zum Arzt gehen ist natürlich die offensichtliche Antwort und ja ich weiß 😄 aber bis dahin oder für die Momente wo es akut wird würde ich gerne wissen wie ihr damit umgeht.

    Was mich interessiert:

    • Habt ihr Hausmittel oder Dinge die bei euch wirklich kurzfristig helfen – Wärme, bestimmte Tees, Lagerung?
    • Gibt es Sachen die ihr bewusst meidet wenn die Schmerzen kommen?
    • Hat jemand Erfahrung damit was hinter solchen Schmerzen stecken kann und wie das abgeklärt wurde?

    Ich will das nicht dramatisieren aber es nervt einfach und ich hab das Gefühl dass viele sowas kennen und trotzdem kaum drüber geredet wird 🌸

    Bin für jeden Erfahrungsbericht dankbar!

    Oh wow, danke dass du das so offen teilst – das braucht ehrlich gesagt Mut 🌸

    Ich kenn das mit dem "Durchhalten" aus meinem Umfeld auch und ich glaub das ist so eine generationssache die sich leider super tief festgesetzt hat. So dieses "stell dich nicht so an" als unsichtbare Haltung die niemand laut ausspricht aber alle irgendwie spüren.

    Was du sagst über "erstmal jemanden finden mit dem man arbeiten kann" finde ich eigentlich den wichtigsten Punkt überhaupt. Ich hab lange gedacht man muss erstmal herausfinden welche Therapieform die "richtige" ist bevor man anfängt – aber ich glaub inzwischen dass das ein bisschen wie die Henne-Ei-Frage ist. Man weiß es halt oft erst wenn man mittendrin ist.

    Und das System... da bin ich ehrlich gesagt ziemlich kritisch. Monatelange Wartezeiten, komplizierte Kassenanfragen, probatorische Sitzungen die man erstmal versteht was das überhaupt bedeuten soll – das ist für Menschen die sowieso schon Überwindung brauchen um den ersten Schritt zu machen eigentlich das worst case Szenario 😕 Als wäre die Hürde absichtlich hoch.

    Was mich dabei am meisten beschäftigt ist dass gerade die Menschen die Hilfe am dringendsten brauchen oft am wenigsten die Energie haben diese ganzen Hürden zu überwinden. Das fühlt sich strukturell einfach falsch an.

    Hast du das Gefühl dass sich in deiner Familie was verändert hat nachdem der erste Schritt gemacht war? Also ob das "Durchhalten" als Haltung danach ein bisschen aufgeweicht ist? 💙