Beiträge von Kadda

    Johannes ich bin Jahrgang 2002 also nur ein paar Jahre vor dir und steck gerade mittendrin in dem was du beschreibst. Zweites Semester Komwiss, und ja, die Lücke zwischen Theorie und Praxis ist real. 😅
    Ich kann dir nicht zu Jura speifisch was sagen aber was du über das Grundgefühl beschreibst kenn ich. Dieses niemand weiß wirklich was mich erwartet und alle reden ein bisschen drumherum. Das ist bei mir genauso. Ich frag Leute die Komwiss studiert haben was sie danach gemacht haben und bekomme jedes Mal eine andere Antwort. Was beruhigend und gleichzeitig überhaupt nicht beruhigend ist.
    Was mir geholfen hat ist aufgehört zu fragen ob das Studium mich vorbereitet und angefangen zu fragen was ich nebenbei machen kann damit es nicht egal ist. Für mich ist das Fotografie, eigene Projekte, Dinge die ich nicht für eine Note mache. Vielleicht ist das bei Jura schwerer weil der Stoff so dicht ist. Aber ich glaub der Instinkt ist derselbe.
    Was ich dir ehrlich sagen würde: Die Leute die nach dem Studium gut dastehen haben meistens nicht nur studiert. Die haben nebenher Dinge gemacht die nicht im Lehrplan standen.
    Keine Ahnung ob das hilft. Aber du bist offensichtlich jemand der die richtigen Fragen stellt bevor er anfängt. Das ist schon mal mehr als die meisten.

    Hey zusammen 👋
    Ich weiß nicht genau warum ich das hier schreibe. Vielleicht weil es in meinem echten Umfeld komisch wäre das laut zu sagen.
    Ich bin Kadda, 22, Komwiss Studium, Leipzig. Und ich hab in letzter Zeit viel darüber nachgedacht wie seltsam es ist dass meine Generation angeblich die vernetzteste der Geschichte ist und sich dabei so viele so allein fühlen. Ich hab über 800 Instagram Follower. Ich bin in vier Gruppenchats aktiv. Ich sehe Kommilitonen fast täglich. Und trotzdem gibt es Abende wo ich das Gefühl habe dass mich gerade niemand wirklich kennt.
    Das klingt dramatisch. Ich glaub aber dass es vielen so geht und kaum jemand sagt es.
    Was mich dabei als Komwiss Studentin beschäftigt ist die Frage ob Social Media das Problem löst oder verstärkt. Ich fotografiere Menschen auf der Straße, echte Momente, echte Gesichter. Und dann geh ich nach Hause und scroll durch Bilder die so aussehen als wären alle glücklich und umgeben von Menschen. Der Kontrast ist manchmal brutal.
    Ich glaube wir haben verlernt wie echte Nähe entsteht. Nicht durch Likes, nicht durch Story Replies, sondern durch Zeit, durch Langeweile zusammen, durch Gespräche die nirgendwo hinführen müssen.
    Und ich glaube das ist kein persönliches Problem sondern ein strukturelles. Städte sind nicht für Begegnung gebaut. Studium auch nicht wirklich. Und Social Media erst recht nicht.
    Also ich frag euch direkt:
    Fühlt ihr euch in eurem Alltag wirklich verbunden mit Menschen? Oder ist das auch bei euch mehr Fassade als Realität?