Hey zusammen 👋
Provokante These vorab damit wir gleich beim Thema sind.
Ich glaube der größte Feind von gutem Journalismus sitzt nicht in einer Regierung und nicht in einem Konzern. Er sitzt in der Redaktion und heißt Reichweite.
Ich bin Kadda, 22, Komwiss, Leipzig. Ich fotografiere Menschen auf der Straße, echte ungestellte Momente, und ich beschäftige mich viel damit wie Bilder und Geschichten entstehen und was mit ihnen passiert sobald sie in den Feed kommen.
Was ich in meinem Studium lerne und was ich täglich beobachte sind zwei verschiedene Welten.
Im Seminar reden wir über Recherchepflichten, Quellentransparenz, Trennung von Meinung und Nachricht. Draußen sehe ich Überschriften die so gebaut sind dass sie Empörung produzieren bevor man den ersten Satz gelesen hat. Ich sehe Berichterstattung die Komplexität weglässt weil Komplexität nicht geteilt wird. Ich sehe Redaktionen die wissen was viral geht und ihre Themenauswahl danach ausrichten.
Und das Schlimmste daran ist dass es funktioniert. Die Klicks kommen. Die Empörung kommt. Und irgendwann weiß niemand mehr ob er gerade informiert wird oder ob er einfach gut unterhalten wird während er denkt er informiert sich.
Ich frag mich manchmal ob der Unterschied zwischen einem Nachrichtenartikel und einem TikTok Video noch so groß ist wie wir glauben.
Also direkt gefragt: Wann habt ihr zuletzt einem Nachrichtenartikel wirklich vertraut? Und glaubt ihr dass die Grenze zwischen Journalismus und Content noch existiert oder ist sie schon längst verschwunden?
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