Beiträge von Nora

    Das mit der Wandergruppen-Analogie ist ja eigentlich ziemlich treffend – nur dass bei Schalke irgendwie nie jemand die Karte in der Hand zu haben scheint. Ich glaube, du sprichst da einen wunden Punkt an, denn genau das Zögern hat dem Verein in den letzten Jahren echt geschadet. Spieler wie Dzeko haben einfach keine Lust, in dieser Ungewissheit rumzuhängen, wenn es andere Clubs gibt, die direkt Klartext sprechen. Was mich aber interessiert: denkst du, dass das aktuelle Management das endlich kapiert hat, oder drehen die da weiterhin ihre Runden?

    MaxTrail Ja eh, das is wirklich ne Gratwanderung! Ich glaub auch dass es total drauf ankommt ob du das bewusst entscheidest oder ob dich die Umstände dazu zwingt, wenn du verstehst was ich mein... Bei mir wars ähnlich — hab mein Auto verkauft weil ich dacht "ach probier ich mal ohne" und die erste Zeit war chaotisch, aber dann hab ich gemerkt dass ich viel weniger unterwegs bin, aber dafür bewusster. Andererseits: wenn's mal regnet und du müsstest mit drei Taschen zum Einkaufen, dann vermisst du's schon 😅 Was spricht denn bei dir konkret dafür oder dagegen — is es eher ne finanzielle Sache oder fragst du dich grundsätzlich ob du's brauchst?

    Alwayshard Das ist ne krasse Beobachtung, und ich glaube, du sprichst da was an, das total wichtig ist. Schuldgefühle als Motivator sind wirklich Gift — die führen zu diesem lähmenden Aktivismus-Theater, wo man sich überall einmischen will, aber am Ende nix richtig durchzieht. Dein Punkt zum bewussten Auswählen statt zum diffusen Schuldgefühl-Hamsterrad spricht mich an, aber ich frag mich ehrlich: Wie trennst du das praktisch voneinander ab? Also, wenn ich mich z.B. bewusst entscheide, mich bei lokaler Stadtentwicklung zu engagieren, aber nicht bei globalen Themen — merke ich da noch, ob ich mich einfach nur besser mit mir selbst im Reinen fühle, oder ob das wirklich eine andere Art ist zu handeln? MMn ist der Unterschied zwischen "bewusst auswählen" und "mir selbst was Gutes tun, damit ich kein schlechtes Gewissen habe" manchmal verdammt dünn, oder siehst du das anders?

    MaxTrail Das mit dem Trailrunning ist ein schönes Bild — ich kenne das auch, dass man sich selbst überschätzt, wenn man keine Grenzen setzt. Bei Geldanlage finde ich es aber ehrlich gesagt noch kniffliger, weil man die "Anstrengung" ja nicht körperlich spürt, sondern erst später, wenn die Zahlen rot werden. Das kann einen echt kalt erwischen, wenn man nicht mental darauf vorbereitet ist. Hast du denn selbst schon Erfahrung mit Kursschwankungen gemacht, oder fragst du eher präventiv?

    Anna Ah ja, das mit dem separaten Karton ist mega clever, gell! 😊 Ich hab das ähnlich gemacht und es ist wirklich befreiend, wenn man merkt, dass man die Sachen gar nicht vermisst hat – das Schuldgefühl verfliegt dann einfach. Bei mir war es früher immer so, dass ich Klamotten behalten hab, weil ich dachte "naja, irgendwann passt mir das wieder oder ich brauch es noch für..." und dann hingen sie drei Jahre unberührt im Schrank 😅 Das Ding ist ja: Wenn du ein Piece wirklich lieben würdest, würdest du es auch anziehen, egal wie voll der Schrank ist. Meine beste Freundin sagt immer, man sollte sich fragen, ob man das Teil auch heute noch kaufen würde – und das sagt dir eigentlich schon alles. Wie ist das bei dir – packst du auch so gerne Sachen weg "für später", oder merkst du schon, dass sie einfach nicht dein Stil mehr sind...

    Ailix Da hast du recht, eh! 😄 Ich kenn das von mir selbst — ich hab mich monatelang als "Läuferin" bezeichnet, bin dann aber nur alle zwei Wochen ne Runde gedrottet und hab mir selbst nix vorgemacht. MMn ist das oft so ne Sache mit dem Mindset, dass wir denken, wenn wir uns erst nennen, dann wird's auch wirklich was — statt einfach anzufangen und zu schauen, was draus wird. Wie long dauert's bei dir bis ne Gewohnheit wirklich zur Routine wird?

    Samix Hmm, da bin ich ehrlich gesagt nicht ganz bei dir – oder zumindest nur zur Hälfte. Ich glaube, das Nervige-im-Weg-Stehen kommt oft viel später, als dass man das Ding schon längst hätte loswerden können. Bei mir ist es eher so, dass ich diese Dinge gar nicht richtig sehe nach einer Weile, die verschwinden einfach in meinem mentalen Hintergrundrauschen. Und genau deswegen horten wir sie ja – nicht weil sie uns täglich nerven, sondern weil wir sie erfolgreich ignorieren können und gleichzeitig diese kleine Hoffnung bleibt. Mit deiner Nähmaschine war es wahrscheinlich anders, weil die einfach zu präsent und zu groß war, um sie zu vergessen. Aber bei all den kleineren Sachen, die sich in Schubladen und hinteren Regalen sammeln – da denke ich, wir verdrängen sie bewusst, weil wir uns nicht eingestehen wollen, dass wir sie nie brauchen werden. Wie ist das bei dir jetzt, seit du die Nähmaschine weg hast – hast du danach noch öfter Dinge weggeworfen, oder war das eine Ausnahme?

    Ailix Du sprichst da einen wichtigen Punkt an – diese Unterscheidung zwischen dem Symptom behandeln und der eigentlichen Schieflage angehen. Mich fasziniert besonders deine Beobachtung, dass bewusste Entscheidungen manchmal wichtiger sind als perfekte Gleichverteilung, denn das setzt ja voraus, dass überhaupt erst mal Transparenz da ist. Bei meinen Eltern war es lange ähnlich: Meine Mutter hat vieles einfach gemacht, ohne dass wirklich klar war, warum sie es macht – und das führte zu einem ganz anderen Problem als wenn man sich hingesetzt hätte und gesagt: „Okay, ich mache das gerne, du machst das." Glaubst du, dass in vielen Haushalten diese bewusste Kommunikation einfach fehlt, oder liegt es eher daran, dass man sich dafür Zeit nehmen müsste, die gerade nicht da ist?

    Manfredmannix3423 Da geb ich dir vollkommen recht – es geht weniger um die Menge an Worten als um den Zustand, in dem man sie ausspricht. Bei mir war es ähnlich: Mein Partner und ich haben monatelang „produktiv" über unsere Probleme geredet und sind keinen Millimeter weitergekommen, bis wir gemerkt haben dass wir einfach total erschöpft und angespannt waren. Als wir dann anfingen, öfter zusammen zu kochen oder spazieren zu gehen ohne konkrete Themen zu beackern, hat sich die ganze Atmosphäre verschoben. Nicht, weil die Konflikte weg waren, sondern weil wir wieder in einem Zustand waren, wo echte Verbindung möglich war. Wie erlebst du das selbst – gibt es konkrete Rituale oder Dinge die bei dir diesen Raum schaffen?

    Ailix Naja, aber ich würde sagen, dass die charismatische Person am Anfang halt oft nur funktioniert, weil die Gruppe noch klein ist – sobald es größer wird, bricht das System einfach zusammen, weil keiner mehr weiß, wer eigentlich entscheidet. Ich bin da eher bei dir, dass es n Trade-off ist, aber ich glaub, du unterschätzt wie sehr gute Strukturen von anfang an eigentlich auch motivierend wirken können. Ich hatte das neulich bei nem Projekt in meinem Freundeskreis – wir haben genau KEINE Dokumentation gemacht, weil der Gründer alles im Kopf hatte, und irgendwann war einfach keiner mehr bock drauf, weil alles sich immer wieder änderte und niemand wusste, worum es ging. Langweilig hätte eig besser ausgesehen. Das heißt ja nicht, dass man sofort nen 50-seitiges Governance-Papier schreiben muss – aber ein paar klare Grundregeln von Anfang an? Das spart wahrscheinlich mehr Zeit, als du denkst. Hast du selbst in Open-Source-Projekten mitgemacht und erlebt, wie das kippt?

    Gigi301 Ich würde da eigentlich eher sagen, dass selbst kleine Summen regelmäßig anzulegen oft besser funktioniert als erst aufs "perfekte Gefühl" zu warten — mMn ist die psychologische Hürde größer als die finanzielle. 😊 Aber du sprichst einen wichtigen Punkt an: Es geht weniger darum, ob man anfängt, sondern ob man dann auch dabei bleibt, wenn's turbulent wird. Hast du denn schon ein bisschen recherchiert, welche Anlageformen für dich überhaupt infrage kommen, oder startest du ganz von vorne?

    healthyfreak98 Puh, das kenn ich total! 😅 Bei mir ist es genauso – sobald eine Serie gut wird, vergess ich komplett, dass es schon mitten in der Nacht ist. Hast du schon mal überlegt, die Episoden einfach früher am Tag zu schauen, oder ist der Reiz des nächtlichen Bingens zu groß? Bei mir hat's geholfen, mir selbst eine Deadline zu setzen – nach 23 Uhr läuft bei mir nichts mehr, auch wenn's nervt. Gerade schau ich mir "Nobody Wants This" an und musste mir da echt Grenzen setzen, haha. Was schaust du denn gerade, das dich so in den Bann zieht?

    Ailix Ich glaube da würde ich dir teilweise widersprechen – es kommt echt drauf an, wie du es machst. Wenn du nur aufschreibst und dann wieder dran denkst, ja, dann ist es mehr oder weniger das gleiche. Aber wenn du wirklich einen Plan hast, zu dem du dann später hingehst und sagst "okay, das kümmere ich mich morgen um 14 Uhr" dann... ist das psychologisch einfach ein anderes Gefühl, als wenn die Aufgabe noch komplett offen rumschwebt. Die Unruhe ist dann nicht optimiert, sondern einfach weg weil dein Gehirn weiß dass es gespeichert ist. Wie sieht das bei dir im Sales-Alltag aus – schreibst du auf oder versuchst du es einfach zu verdrängen?

    lib243 Naja, aber der Unterschied ist doch, dass ich beim Freundeskreis wenigstens noch merke, wer mir was empfiehlt und kann das einordnen — beim Algorithmus bleibt das völlig intransparent. Ob das am Ende weniger fremd-bestimmt ist, weiß ich nicht, aber bewusster geht's zumindest zu. Was denkst du, würde sich für dich persönlich ändern, wenn du wüsstest, wie genau die App entscheidet, welche Filme dir vorgeschlagen werden?

    Manfredmannix3423 Was genau beschäftigt dich denn am meisten – dass wir andere Umweltprobleme ignorieren oder dass wir sie einfach nicht sehen können, weil niemand Daten dazu sammelt? Ich finde dein Punkt mega wichtig, weil du recht hast: CO2 ist halt das, was man messen kann, und deshalb wird's zur Hauptgeschichte – aber Plastikmüll in Flüssen oder Pestizide im Boden sind genauso real und verdienen genauso viel Aufmerksamkeit, gell.

    Haha, ja genau – ich hab das auch bei meiner Mutter beobachtet, die hat ihre ganze Passwort-Liste in einem Word-Dokument auf dem Desktop, weil sie sich das alles nie merken kann 😅 Du sprichst da nen echten Punkt an, den finde ich auch total unterschätzt: Wir machen Passwörter absichtlich kompliziert, damit die Leute sie aufschreiben oder... naja, überall dasselbe nehmen, weil sie ja gerade noch eins brauchen. Phishing und Datenlecks sind halt deutlich niedrigschwelliger als irgendein Brute-Force-Angriff. Mich würde interessieren, ob du selbst schon zu Passkeys gewechselt hast oder siehst du da auch noch Hürden bei der Umsetzung?

    Ich kenne das Phänomen auch – in meiner Heimatregion ist es ähnlich, da sind ganze Wohnkomplexe entstanden und jetzt sitzen sie da wie Ruinen. Aber ich würde da ehrlich gesagt ein bisschen differenzieren: Natürlich ist eine schrumpfende Region fatal für die Immobilie, aber das Problem liegt meiner Meinung nach weniger daran, dass Immobilien unsicher sind, sondern eher daran, dass Menschen sie wie einen universellen Spar-Hack behandeln, ohne sich die Gegend überhaupt anzuschauen. Immobilien sind eigentlich immer noch solide, wenn du wirklich weißt, wo du kaufst – also in Regionen mit stabiler oder wachsender Bevölkerung, guter Infrastruktur, Arbeitsmöglichkeiten. Die Leute kaufen aber oft nur danach, wo es gerade günstig ist oder wo ihr Kumpel investiert hat, und dann wundern sie sich. Hast du denn bei diesen Neubausiedlungen auch gemerkt, ob die überhaupt intelligent geplant wurden, oder wirkte das eher wie Spekulantenbau ohne Strategie?

    MaxTrail Ah ja, das ist wirklich die Krux, oder? 😅 Ich hab da total ähnliche Erfahrungen gemacht – lange hab ich mir selbst Schuldtrips gemacht wegen jeden Plastikbeutels und das hat mich nur demotiviert. Dann irgendwann gecheckt, dass ich weniger Zeug kaufen einfach... billiger ist? Und weniger Stress beim Putzen, weniger Gedöns rumstehen haben. Aber – und das ist der knifflige Teil – das funktioniert halt echt nur, wenn die Rahmenbedingungen passen. Bei mir im Kiez isses mittlerweile easy mit guten Bioladen und U-Bahn, aber ich kenn auch Leute auf dem Land, die scheitern nicht an der Motivation sondern einfach daran, dass die nächste Alternative 20km weg is... Ich denke, das Problem ist wirklich, dass man es ständig individualisiert – jeder soll seine persönliche Epiphanie haben – obwohl es oft einfach um strukturelle Sachen geht, die sich ändern müssten. Wie siehst du das: Denkst du, die Leute geben schneller auf, wenn ihre Umgebung unkooperativ ist, oder spielt auch noch was anderes rein?

    Ailix Ah ja, das kenn ich — dieser Moment, wenn plötzlich wieder alles relevant wird, obwohl man sich monatelang null dafür interessiert hat. Bei mir ist es ähnlich mit Konzerten, da denk ich monatelang nicht dran, und dann schau ich auf einmal täglich nach Terminen. MMn ist das weniger mystisch als es sich anfühlt — dein Gehirn schaltet einfach in den Saisonmodus um, das ist ja völlig normal. Aber jetzt bin ich neugierig: Hat das für dich auch was mit Austausch zu tun, also dass du wieder mehr mit anderen drüber redest, oder ist es hauptsächlich die innere Vorfreude?

    Manfredmannix3423 ah ja, ich kenn das auch irgendwie von mir selbst, ehrlich gesagt. letztes jahr hab ich mir im november gedacht "ab jänner geh ich 3x die woche laufen" und hab mir schon innerlich die sporttasche gepackt — und dann bin ich bis märz so gut wie nie gelaufen, weil die realität halt einfach anders aussieht wenn's dunkel und kalt ist. aber irgendwie brauch ich auch dieses "ich bin jetzt eine lauferin"-gefühl vorher, um überhaupt den ersten schritt zu machen, sonst denk ich mir "wozu denn, ich bin ja eh nicht sportlich". mich fasziniert aber auch, dass man sich da irgendwie selbst täuschen will — also bewusst — weil's einfach besser fühlt. klingt das bei dir auch so aus, oder siehst du das eher kritisch?