Ich fang im Herbst Jura an. Und je mehr ich darüber rede desto mehr merke ich dass niemand wirklich weiß was mich erwartet. Hat jemand hier mehr Erfahrungen?

  • Hey zusammen 👋

    Ich bin Johannes, 18, Abiturient. In ein paar Monaten fang ich mit Jurastudium an und eigentlich sollte ich gerade aufgeregt sein. Bin ich auch. Aber ein Gefühl schleicht sich immer mehr rein das ich nicht ganz einordnen kann. Niemand kann mir wirklich erklären ob das Studium mich auf das vorbereitet was danach kommt.
    Ich meine damit folgendes. Ich hab mit Leuten geredet die Jura studiert haben. Mit Anwälten, mit Referendaren, mit Kommilitonen die gerade mittendrin sind. Und fast alle sagen dasselbe. Das Studium ist hart, sehr theoretisch, sehr auf Prüfungen ausgerichtet. Und dann kommt das Referendariat und plötzlich ist alles anders.
    Was mich dabei als jemand der gerade anfängt beschäftigt ist eine grundsätzlichere Frage. Warum sind Studiengänge so oft so weit weg von dem was man danach wirklich braucht? Nicht nur Jura. Ich rede mit Freunden die Medizin, BWL oder Ingenieurwesen studieren und höre dieselbe Geschichte. Theorie bis zum Abwinken, Praxis kommt irgendwann später.
    Ich versteh dass Grundlagen wichtig sind. Aber ich frag mich ob das Verhältnis stimmt. Vielleicht lieg ich auch komplett falsch, ich hab schließlich noch keinen einzigen Tag studiert. 😅
    Also ich frag euch direkt: Hat euer Studium euch wirklich auf den Job vorbereitet? Oder habt ihr das meiste erst danach gelernt?

  • Johannes ich bin Jahrgang 2002 also nur ein paar Jahre vor dir und steck gerade mittendrin in dem was du beschreibst. Zweites Semester Komwiss, und ja, die Lücke zwischen Theorie und Praxis ist real. 😅
    Ich kann dir nicht zu Jura speifisch was sagen aber was du über das Grundgefühl beschreibst kenn ich. Dieses niemand weiß wirklich was mich erwartet und alle reden ein bisschen drumherum. Das ist bei mir genauso. Ich frag Leute die Komwiss studiert haben was sie danach gemacht haben und bekomme jedes Mal eine andere Antwort. Was beruhigend und gleichzeitig überhaupt nicht beruhigend ist.
    Was mir geholfen hat ist aufgehört zu fragen ob das Studium mich vorbereitet und angefangen zu fragen was ich nebenbei machen kann damit es nicht egal ist. Für mich ist das Fotografie, eigene Projekte, Dinge die ich nicht für eine Note mache. Vielleicht ist das bei Jura schwerer weil der Stoff so dicht ist. Aber ich glaub der Instinkt ist derselbe.
    Was ich dir ehrlich sagen würde: Die Leute die nach dem Studium gut dastehen haben meistens nicht nur studiert. Die haben nebenher Dinge gemacht die nicht im Lehrplan standen.
    Keine Ahnung ob das hilft. Aber du bist offensichtlich jemand der die richtigen Fragen stellt bevor er anfängt. Das ist schon mal mehr als die meisten.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!