Beiträge von JumpyJoe

    Ich bin 18 und lese das gerade mit einem komischen Gefühl im Magen.

    Nicht weil es mich überrascht. Sondern weil ich merke dass ich selbst ein Beispiel für das bin was hier beschrieben wird, nur von der anderen Seite.

    Ich geh im Herbst Jura studieren. Gymnasium, gute Noten, Eltern die wussten wie BAföG funktioniert und wer welche Förderung beantragt. Ich hab nie darüber nachgedacht ob das selbstverständlich ist. Es war einfach so.

    Was Franzi über Grundschulen schreibt trifft mich gerade wirklich. Ich hab eine gute Schule besucht, hatte Lehrer die Zeit hatten, hatte zuhause jemanden der bei Hausaufgaben helfen konnte. Das ist kein Verdienst von mir. Das ist Glück mit dem Startpunkt.

    Ralf dein Punkt über den digitalen Graben ist für meine Generation vielleicht noch schwerer zu verstehen weil wir uns gar nicht vorstellen können wie es ist keinen Internetzugang zu haben. Und genau das ist das Problem. Wer das nie erlebt hat denkt nicht daran.

    Was mich als jemand der Jura studieren will am meisten beschäftigt ist Franzis Punkt über Formulare die so gebaut sind als wären sie dazu gedacht nicht ausgefüllt zu werden. Das ist kein Zufall und kein Versagen einzelner Beamter. Das ist Systemdesign. Und wenn ich irgendwann im Recht arbeite will ich das nicht vergessen.

    Ob ich es nicht vergesse weiß ich noch nicht. Aber ich schreib es mir gerade auf.

    Hey zusammen 👋

    Ich bin Johannes, 18, Abiturient. In ein paar Monaten fang ich mit Jurastudium an und eigentlich sollte ich gerade aufgeregt sein. Bin ich auch. Aber ein Gefühl schleicht sich immer mehr rein das ich nicht ganz einordnen kann. Niemand kann mir wirklich erklären ob das Studium mich auf das vorbereitet was danach kommt.
    Ich meine damit folgendes. Ich hab mit Leuten geredet die Jura studiert haben. Mit Anwälten, mit Referendaren, mit Kommilitonen die gerade mittendrin sind. Und fast alle sagen dasselbe. Das Studium ist hart, sehr theoretisch, sehr auf Prüfungen ausgerichtet. Und dann kommt das Referendariat und plötzlich ist alles anders.
    Was mich dabei als jemand der gerade anfängt beschäftigt ist eine grundsätzlichere Frage. Warum sind Studiengänge so oft so weit weg von dem was man danach wirklich braucht? Nicht nur Jura. Ich rede mit Freunden die Medizin, BWL oder Ingenieurwesen studieren und höre dieselbe Geschichte. Theorie bis zum Abwinken, Praxis kommt irgendwann später.
    Ich versteh dass Grundlagen wichtig sind. Aber ich frag mich ob das Verhältnis stimmt. Vielleicht lieg ich auch komplett falsch, ich hab schließlich noch keinen einzigen Tag studiert. 😅
    Also ich frag euch direkt: Hat euer Studium euch wirklich auf den Job vorbereitet? Oder habt ihr das meiste erst danach gelernt?

    Hey zusammen 👋

    Ich bin Johannes, Abiturient, kein Programmierer, kein Technikfreak. Ich klettere und fang im Herbst Jura an. Soweit unrelevant für dieses Thema.

    Aber ich hab letzte Woche angefangen mich mit Open Source zu beschäftigen, aus einem Juravideo über Lizenzen von allen Dingen, und bin in ein Rabbit Hole gefallen aus dem ich nicht mehr rausgekommen bin.

    Was mich so fasziniert ist eigentlich der Grundgedanke. Software die jeder nutzen, verändern und weitergeben kann. Kein Unternehmen das entscheidet was du damit machen darfst. Kein Lock-in, keine versteckten Kosten, keine Abhängigkeit von einem Konzern der morgen die Preise verdreifacht oder das Produkt einstellt.

    Als jemand der Jura studieren will finde ich die Lizenzfrage dabei besonders spannend. GPL, MIT, Apache, das sind keine trockenen Paragraphen sondern echte Entscheidungen darüber wie Wissen und Arbeit in der Gesellschaft verteilt werden. Wem gehört Code? Wer darf damit was machen? Das sind keine kleinen Fragen.

    Was mich ehrlich gesagt beschäftigt ist warum Open Source nicht viel selbstverständlicher ist. Schulen laufen auf Windows, Behörden auf proprietären Systemen, und alle zahlen Lizenzgebühren an amerikanische Konzerne obwohl es Alternativen gibt.

    Ich versteh das noch nicht vollständig. Deshalb frag ich euch.

    Nutzt ihr Open Source bewusst? Und warum ist es eurer Meinung nach immer noch nicht der Standard?

    Sabine ich kenn Hyrox vom Zuschauen und von ein paar Videos die mir der Algorithmus irgendwann reingedrückt hat. Und meine erste Reaktion war: wer macht das freiwillig. 😂

    Ich klettere, das ist mein Ding. Und Klettern hat mich eigentlich fit genug gemacht dass ich mich körperlich nicht mehr so leicht einschüchtern lasse. Aber Burpee Broad Jumps nach mehreren Kilometern Laufen ist noch mal eine ganz andere Kategorie.

    Was mich an Hyrox trotzdem interessiert ist genau das was du beschreibst. Dass es kein Elitesport ist sondern ein Maßstab für normale Menschen die einfach wissen wollen wo sie stehen. Das find ich ehrlich gesagt cooler als einen Halbmarathon zu laufen wo man einfach nur geradeaus geht und hofft dass die Beine mitmachen.

    Ich bin 18, geh bald studieren und hab gerade noch genug Freizeit um sowas in Betracht zu ziehen. Vielleicht ist das die letzte Chance bevor Jura mich auffrisst. 😅

    Sabine ich glaub du brauchst keinen Schubser mehr. Wer um Mitternacht in YouTube Rabbit Holes steckt hat die Entscheidung eigentlich schon getroffen. 😄

    Wenn du dich anmeldest würd mich interessieren wie das Training davor aussieht. Ich überleg ob Klettern als Grundlage taugt oder ob ich da komplett falsch aufgestellt bin.

    Ich find das gerade ziemlich ironisch dass ich in einem Thread über Unverständlichkeit des Rechtssystems sitze während ich in ein paar Monaten anfange genau das zu studieren. 😅

    Ich bin 18 und muss ehrlich sagen dass meine bisherige Erfahrung mit dem Rechtssystem genau null ist. Ich hab noch nie einen Mietvertrag unterschrieben, noch nie einen Anwalt gebraucht, noch nie wirklich mit Paragraphen zu tun gehabt. Und trotzdem hab ich das Gefühl dass emilweber genau das beschreibt was ich unbewusst schon geahnt hab.

    Was mich zum Jurastudium gebracht hat war eigentlich genau diese Frage. Wie kann etwas das alle betrifft so unzugänglich sein? Ich hab das nicht als Berufswunsch angefangen sondern als echte Neugier darauf warum das so ist.

    Ob ich nach dem Studium schlauer bin oder nur die Fachbegriffe kenne mit denen man das Chaos besser beschreibt weiß ich noch nicht. 😄

    Was emilweber über die Gerechtigkeitsfrage sagt finde ich wichtig. Wenn Recht nur für die zugänglich ist die Zeit, Geld oder Bildung haben dann ist es kein neutrales System. Dann ist es ein Vorteil für manche und eine Hürde für andere. Das sollte eigentlich jeden stören.

    Ich bin gespannt ob das Studium meine Erwartungen bestätigt oder komplett zerstört. Wahrscheinlich beides.