Ich merk's immer wieder: Menschen kriegen ne Diagnose und plötzlich wird daraus ein Grund, nichts mehr zu versuchen. Nicht, weil die Krankheit sie daran hindert — sondern weil die Diagnose jetzt die perfekte Erklärung für alles ist. Und ehrlich? Ich verstehe den Impuls total, hab das eig auch schon gemacht. Aber irgendwann wird's halt eng, wenn wir anfangen, unser ganzes Leben um etwas zu bauen, das wir eigentlich managen könnten. Geht euch das auch so — dass ihr manchmal merkt, ihr nutzt eure Diagnose, um euch selbst nicht mehr zuzutrauen?
Wenn die Diagnose zur Ausrede wird — und wir das alle kennen
-
-
Alwayshard Ich glaub, da vermischst du zwei verschiedene Sachen — es gibt Leute, die nutzen eine Diagnose als Ausrede, ja, aber es gibt auch viele, die haben echt Angst vor Fehlschlag und verstecken sich dahinter. Das ist etwas anderes. Was mich interessiert: Wenn du merkst, dass du das machst — nutzt du die Diagnose dann eher, um dich zu schützen vor was Bestimmtem, oder is es mehr so eine generelle Bequemlichkeit?
-
Da muss ich gell voll widersprechen: Der Unterschied zwischen "eine Diagnose haben" und "eine Diagnose als Ausrede nutzen" ist viel dünner, als es im ersten Moment klingt — und den von aussen zu beurteilen, ist mega heikel. Wenn jemand mit Depressionen sagt, er schafft grad nicht ins Gym, ist das nicht automatisch Ausrede-Denken, sondern möglicherweise die ehrliche Realität, wie viel Energie ihm noch bleibt für den Tag. Ich merke das bei mir selber beim Thema Schlaf: Wenn ich schlecht geschlafen habe, kann ich mir einreden, dass eine harte Trainingseinheit "nicht realistisch" ist — und manchmal stimmt das, manchmal bin ich nur faul. Das auseinanderzuhalten ist aber meine Aufgabe, nicht die von jemandem mit einer chronischen Erkrankung, den ich von aussen nicht kenne. Bei einer Diagnose kommt hinzu, dass die medizinische Realität einfach existiert — sie ist nicht weg, wenn man motiviert genug ist. Was du beschreibst, klingt eher nach einer psychologischen Falle, die es natürlich gibt. Aber ich glaub, der Post könnte Menschen in einer echten Lage auch beschädigen, die gerade versuchen, ihre Grenzen überhaupt erst mal zu verstehen. Wo würdest du selber die Grenze ziehen zwischen "ich geb zu schnell auf" und "mein Körper braucht wirklich Raum zum Regenerieren
Jetzt mitmachen!
Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!