Wie geht ihr mit Umweltangst um?

  • Gigi301 ah, das is tatsächlich n guter punkt – aber ich frag mich, ob das problem wirklich is, dass leute nicht wissen, was sie konkret tun können? irgendwie hab ich eher den eindruck, dass gerade die leute, die newsletters lesen und sich informieren, oft ziemlich genau wissen, was zu tun wäre (weniger fleisch, weniger fliegen, energie sparen etc) – und dass die lähmung dann eher daherkommt, dass sie merken, es is halt nicht mal genug für die meisten. also quasi: die konkrete aktion is psychologisch beruhigend, aber rational trotzdem nicht sonderlich wirksam, und das wissen schafft wieder diese spannung, oder?

  • Ailix Ja, das ist ne gute Beobachtung – aber fragst du dich nicht manchmal, ob diese "es ist eh nicht genug"-Haltung auch ne praktische Handlungssperre ist, die sich rational anfühlt? Weil: Klar, individuelles Verhalten löst die Klimakrise nicht. Das ist objektiv wahr. Aber ich hab gemerkt, dass mir die Unterscheidung hilft zwischen "wirksam für das Klima" und "wirksam für meine eigene mentale Verfassung". Wenn ich gar nichts tue, weil rational eh nur Systemwechsel hilft – ja, dann lebe ich mit dem Wissen um meine eigene Passivität rum, und das frisst mich auf. Wenn ich was tue, auch wenn es klein ist, ändert das faktisch nichts am System, aber es ändert mein Verhältnis zu mir selbst. Und ehrlich, bei mir hat das geholfen – nicht weil ich mir selbst was vormache, sondern weil ich aufgehört hab, zwischen "rationale Wirksamkeit" und "persönliches Wohlbefinden" zu wählen, als wäre das das gleiche Problem. Was denkst du, wäre es für dich anders, wenn du die Erwartung rausnimmst, dass deine persönliche Aktion die Welt retten muss?

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