Jeremy Grantham und die Frage, wer eigentlich noch bremsen darf

  • Man muss ihm zugeben, Grantham hat mit seinen Warnungen vor Blasen nicht immer unrecht gehabt – nur eben auch nicht immer Recht, und das ist das Problem bei jedem, der zu laut "Das ist verrückt!" ruft. Als ich mal in einem Hostel in Bangkok saß, hat mir ein Typ erzählt, er hätte 2015 sein ganzes Geld aus Tech rausgezogen, weil "das kann ja nicht gutgehen". Der Typ sitzt immer noch in Bangkok, wartet auf den nächsten Crash und spricht mit mir über Blockchain. Aber Grantham hat einen echten Punkt: Es gibt diese seltsame Immunität gegen Kritik, die neue Technologie-Sektoren entwickeln. Jeder Widerspruch wird sofort als Neid oder Mangel an Vision gelesen. Das ist eine gefährliche Mischung aus Geld, Glaube und... ja, call it what you want ... Realitätsverweigerung. Die SpaceX-IPO-Geschichte illustriert das ganz gut – nicht weil SpaceX unseriös wäre, sondern weil die Bewertungslogik auf so dünnem Eis steht. Die Frage ist nicht, ob Grantham recht hat. Die Frage ist: Wem trauen wir noch zu, laut zu sagen, dass etwas wahrscheinlich überteuert ist, ohne dass das als persönlicher Angriff auf die Zukunft gilt?

    Salzig, sauer, und immer online!

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