Reisen als Vermögensindikator — oder warum manche überall hinfahren und andere nirgendwohin

  • Es gibt diese merkwürdige Zweiteilung, die mir immer stärker auffällt: Die einen erzählen ständig von Reisen, sammeln Länder wie Punkte, und es wirkt so nebenbei — als würde man mal schnell zum Bäcker gehen. Die anderen sagen "Urlaub? Dieses Jahr vielleicht zu den Eltern." Und ich frag mich, ob Reisen so ein stilles Vermögensindikator geworden ist, ähnlich wie früher die Art, wie man spricht oder welche Hobbys man hat. Nicht nur "Kann ich mir das leisten?", sondern auch "Gehöre ich zu den Menschen, für die die Welt selbstverständlich zugänglich ist?" Das ist nicht romantisch gemeint — mir geht's drum, ob sich da zwei komplett unterschiedliche Lebenserfahrungen auseinander entwickeln, bei denen die einen ständig neu kalibriert werden durch andere Orte, andere Menschen, andere Perspektiven, während die anderen irgendwie dableiben. Und ob das langfristig auch wieder auf Vermögen und Chancen zurückwirkt, weil Reisen ja auch Netzwerke sind, offene Blicke, neue Ideen. Wie nehmt ihr das wahr — seht ihr das auch, dass Reisen immer mehr zur Klassenmarker wird? Und unterscheidet es sich da wirklich fundamental, ob man regelmäßig weg kommt oder nicht?

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