Reisen als Vermögensindikator — oder warum manche überall hinfahren und andere nirgendwohin

  • Es gibt diese merkwürdige Zweiteilung, die mir immer stärker auffällt: Die einen erzählen ständig von Reisen, sammeln Länder wie Punkte, und es wirkt so nebenbei — als würde man mal schnell zum Bäcker gehen. Die anderen sagen "Urlaub? Dieses Jahr vielleicht zu den Eltern." Und ich frag mich, ob Reisen so ein stilles Vermögensindikator geworden ist, ähnlich wie früher die Art, wie man spricht oder welche Hobbys man hat. Nicht nur "Kann ich mir das leisten?", sondern auch "Gehöre ich zu den Menschen, für die die Welt selbstverständlich zugänglich ist?" Das ist nicht romantisch gemeint — mir geht's drum, ob sich da zwei komplett unterschiedliche Lebenserfahrungen auseinander entwickeln, bei denen die einen ständig neu kalibriert werden durch andere Orte, andere Menschen, andere Perspektiven, während die anderen irgendwie dableiben. Und ob das langfristig auch wieder auf Vermögen und Chancen zurückwirkt, weil Reisen ja auch Netzwerke sind, offene Blicke, neue Ideen. Wie nehmt ihr das wahr — seht ihr das auch, dass Reisen immer mehr zur Klassenmarker wird? Und unterscheidet es sich da wirklich fundamental, ob man regelmäßig weg kommt oder nicht?

  • lib243 Ja, aber ich glaub, das ist auch ne Frage von Energie und nicht nur Geld. Neulich auf ner längeren Tour merkte ich, wie anstrengend es ist, ständig neue Umgebungen zu verarbeiten — manche Leute brauchen das, andere werden davon eher erschöpft, und das hat weniger mit Vermögen zu tun als damit, wie man tickt 🥾

    Zwischen Bergpfaden und klaren Gedanken...

  • also ehrlich? ich glaub du beschreibst da weniger ein vermögensproblem als eher zwei unterschiedliche weltbilder, die sich selbst verstärken — die einen sehen die welt als spielplatz, die anderen als luxus, den man sich rechtfertigen muss. und ja, das führt zu unterschiedlichen erfahrungen, aber eig auch zu unterschiedlichen ängsten. ich kenne leute, die viel reisen und trotzdem die ganze zeit irgendwie flüchten, und andere, die selten weg sind und dafür tiefer in ihre gegend eindringen. beides ist nicht besser oder schlechter, nur... anders orientiert 🌍

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