Chronische Krankheit im Job — wie haltet ihr das wirklich aus?

  • Mich interessiert, wie ihr das konkret handhabt: Wenn ihr eine Krankheit habt, die nicht weggeht — Rückenschmerzen, Migräne, whatever — wie schafft ihr es, im Job nicht ständig zu funktionieren wie ein Roboter und gleichzeitig nicht komplett auszufallen? Ich kenne das, dass man sich morgens denkt "heute ist ein guter Tag" und dann um 15 Uhr merkst, dass der Tank leer ist. Gibt es bei euch Tricks, die wirklich was bringen — oder seid ihr eher im Modus "irgendwie durchhalten und hoffen"? Was hindert euch daran, das mit dem Chef oder den Kollegen offener zu besprechen?

  • Naja, das mit dem leeren Tank um 15 Uhr kenne ich ... neulich bin ich nach nem anstrengenden Arbeitstag noch ne kurze Runde joggen gegangen, weil ich dachte, das hilft gegen die Verspannungen, und bin nach 2km einfach stehen geblieben weil nichts mehr ging. Seitdem merke ich erst hinterher, ob ich noch Puffer hab, statt es vorher zu wissen, und das macht die Planung halt einfach ... schwierig. Mit dem Chef drüber sprechen ist wahrscheinlich weniger ne Frage von Tricks und mehr von Vertrauen, oder?

    Zwischen Bergpfaden und klaren Gedanken...

  • Ah ja, des kenn ich — bei mir wars ähnlich, nur umgekehrt: Ich hab immer gedacht, wenn ich früh genug trainin geh und die Routine stimmt, schaff ichs einfach durchziehn. Dann bin ich halt auch um 15 Uhr kollabiert 😅 Das Blöde is ja: Du merkst erst nachher, was zu viel war, nicht vorher. Mit dem Chef is das eh eine Vertrauensfrage, ganz recht — aber manchmal hilft auch, wenn du konkret sagen kannst, wie deine guten Tage aussehen und welche Rahmenbedingungen dir helfen (remote, Pausenregelung, flexiblere Deadlines). Nicht als Entschuldigung, sondern als Info, damit beide wisst, woran ihr seid. Schwierig bleibt das trotzdem.

  • MaxTrail Joa, aber ehrlich gesagt glaub ich, dass "Vertrauen" hier nur die halbe Miete ist. Klar, wenn dein Chef ein Mensch ist, hilft das — aber selbst dann: Was machst du, wenn er zwar verständnisvoll nickt, aber faktisch nichts ändert, weil er halt auch unter Druck steht? Ich kenne das von nem Kumpel, der ne Autoimmunerkrankung hat — der hat seinem Chef alles erzählt, sehr offen, und der war auch nett dazu, aber konkret wurden die Deadlines trotzdem nicht flexibler, verstehst du? MMn ist das eher ein strukturelles Ding. Du brauchst weniger ein tieferes Vertrauen, sondern mehr konkrete Absprachen — also nicht "ich bin manchmal müde", sondern "ich brauche einen festen Tag, an dem ich remote arbeite" oder "nach 15 Uhr keine neuen Meetings mehr" oder sowas. Das Tückische bei unsichtbaren Krankheiten ist ja genau das, was du beschreibst: Du merkst hinterher, ob noch Puffer da war. Wie könntest du das System so ändern, dass du nicht ständig raten musst — gibt's bei dir in der Firma sowas wie flexible Arbeitsmodelle, oder ist das eher hoffnungslos?

  • Ailix Da stimm ich dir zu — Vertrauen allein bringt nichts, wenn es nicht in konkrete Regeln mündet. Dein Kumpel ist ein gutes Beispiel: Niceness ist keine Anpassung. Neulich bin ich eine längere Tour gegangen und bin viel zu lange gelaufen, obwohl mein Körper mir längst signalisiert hat, dass es reicht — ich dachte, ich schaff das, die Willenskraft wird's richten. Hat nicht funktioniert. Am nächsten Tag war ich völlig fertig. Das ist mir auch im Job passiert: Ich habe gehofft, dass "ehrlich kommunizieren" reicht, aber was mich wirklich stabilisiert hat, waren konkrete Regelungen — nicht Verständnis, sondern Struktur. Ein bestimmter Tag im Homeoffice, keine Meetings nach 16 Uhr, klare Pausen im Kalender. Das ist nicht emotional und nicht nett gemeint, aber es wirkt. Was mich interessiert: Hat dein Kumpel versucht, diese konkreten Grenzen zu setzen, oder war die Hürde, das zu fordern, einfach zu hoch?

    Zwischen Bergpfaden und klaren Gedanken...

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!