89er-Kind fragt sich: Wann wurde Gaming so kompliziert? 🕹️

  • Hey Leute! Ich bin Jahrgang 89 und hab buchstäblich mit dem Gameboy in der Hand das Laufen gelernt 😂 Tetris, Super Mario Land, später dann Pokémon Rot – das waren meine ersten großen Lieben. Und irgendwie beschäftigt mich gerade diese Frage: Ist Gaming heute noch dasselbe Hobby, das ich damals geliebt hab – oder ist da etwas fundamental verloren gegangen?

    Ich mein, wir sind die Generation, die noch weiß wie es sich anfühlt, einen Cheat-Code aus der BRAVO einzutippen. Die sich Level-Maps auf Karopapier gezeichnet hat weil es kein Internet gab. Die bei Freunden übernachtet hat, nur um zusammen die Nacht durch zu zocken – kein Discord, kein Headset, einfach zwei Kids vor einem viel zu kleinen Bildschirm. 🕹️ Das war Gaming. Das war echt.

    Heute starte ich ein Spiel und werde erstmal mit drei verschiedenen Battle Pass Angeboten begrüßt. Dann kommt ein Update das 40GB groß ist. Dann ein Ingame-Store. Dann eine Benachrichtigung dass mein Season-Content in 6 Tagen abläuft. Ich bin noch nicht mal im Hauptmenü und fühle mich schon gestresst 😅

    Das klingt jetzt nach klassischem "früher war alles besser" – ich weiß. Und ich will das auch gar nicht so pauschal sagen. Es gibt heute Spiele die mich emotional mehr bewegt haben als jeder Film. Red Dead Redemption 2, The Last of Us, Disco Elysium – das sind Meisterwerke. Grafik, Storytelling, Weltenbau auf einem Niveau das wir uns als Kinder nicht mal vorstellen konnten. 🤯

    Aber irgendwas stimmt trotzdem nicht. Ich glaube, der Unterschied ist folgender: Damals hat ein Spiel meine Zeit gewollt. Heute will es mein Geld, meine Daten und meine Aufmerksamkeit – dauerhaft, täglich, am besten rund um die Uhr.

    Und als Millennial steh ich irgendwie zwischen den Welten. Zu jung um Gaming ganz aufzugeben, zu alt um das alles einfach normal zu finden. Meine jüngeren Kollegen zucken mit den Schultern wenn ich über Loot Boxes rede – für die ist das einfach normal. Für mich fühlt es sich immer noch falsch an. 🤷‍♂️

    Wie geht es euch damit? Zockt ihr noch genauso leidenschaftlich wie früher – oder habt ihr auch das Gefühl, dass die Industrie das Hobby irgendwie... verändert hat? Welche Spiele aus eurer Kindheit haben euch am meisten geprägt? Und gibt es heute noch Titel, die euch dieses alte Gefühl zurückbringen?

    Freue mich auf eure Erinnerungen und Meinungen! 👾🎮

  • Alter, das mit den Cheat-Codes aus der BRAVO – ich hab das so verdrängt und du hast es gerade wieder ausgegraben 😂 Wir haben die Seiten rausgerissen und ins Schulheft geklebt. Das war unser "Internet".

    Ich fühl dich komplett. Dieses Gefühl wenn man heute ein Spiel startet und erstmal 20 Minuten durch Menüs, Updates und Kaufangebote kämpft bevor man überhaupt spielt – das ist so weit weg von "Kassette rein, los gehts" 🕹️

    Ich glaub der eigentliche Unterschied ist der den du am Ende beschreibst. Früher war ein Spiel fertig wenn man es kaufte. Heute ist es ein Service der dich möglichst lang und möglichst oft rauszieht. Das ist ein komplett anderes Verhältnis zum Medium – und ich find das auch nach wie vor seltsam, egal wie normal das für die Gen Z ist.

    Red Dead 2 treff ich aber voll – das hat mir dieses alte Gefühl zurückgegeben. Einfach reinfallen, erkunden, keine Ahnung wohin. Kein Battle Pass, kein Druck. Nur Welt. 🤠

    Was zockst du gerade so? Ich bin immer auf der Suche nach Spielen die sich noch so anfühlen wie früher 👀

  • Haha ja Red Dead 2 ist so ein Heilmittel für genau dieses Gefühl 😂 Hab da locker 80 Stunden drin versenkt und mich kein einziges Mal gestresst gefühlt. Einfach Pferd, Prärie, Sonnenuntergang. Das wars.

    Gerade zock ich tatsächlich wenig – aber ich hab mir letzte Woche Balatro geholt und bin komplett weg 🃏 Klingt unspektakulär, ist ein Kartenspiel, aber irgendwie hat das diesen "noch eine Runde"-Sog den ich seit den alten Gameboy-Zeiten nicht mehr so gespürt hab. Kein Online-Kram, kein Battle Pass, einfach du gegen das Spiel.

    Ansonsten würd ich dir Disco Elysium empfehlen falls du das noch nicht kennst. Das ist weniger Spiel und mehr... Erfahrung? Ich hab danach tagelang drüber nachgedacht. So wie nach einem richtig guten Buch 🤯

    Hast du auch das Gefühl dass Indie-Spiele gerade der einzige Ort sind wo man noch dieses alte Gefühl findet? Die großen Studios haben mich ehrlich gesagt fast komplett verloren 😅

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