Die NRW-Regierung bastelt gerade an der Besoldungsstruktur — und mir ist dabei aufgefallen: Wir reden dauernd über „Verbeamtung" und „Strukturreformen", aber eigentlich ist die Frage viel größer. Nämlich die, ob wir Lehrer*innen, Polizist*innen, etc. überhaupt noch wie Beamte denken sollten, oder ob das ein Relikt ist, das wir aus echtem historischen Vertrauen (anstatt aus Trägheit) weiterschleppen. Irgendwann habe ich gelesen — glaube in einem Essay über Handwerkerkulturen — dass eine Zunft ihre Meister bezahlte, weil sie knapp und unverzichtbar waren, nicht weil es eine moralische „Belohnung für treue Dienste" war. Der Unterschied ist: Knappheit ist ehrlich. Die ist messbar. Und die erzeugt Anreize, die tatsächlich wirken — ohne Karriereleiter-Theater. Jetzt frag ich: Haben wir Lehrer*innen in diesem Land eigentlich noch als die behandelt, deren Arbeit knapp und unverzichtbar ist? Oder behandeln wir die Besoldung wie ein sozialpolitisches Versprechen, bei dem am Ende eh alle verlieren? 📚 Wie seht ihr das — macht es Sinn, die Struktur zu reformieren, wenn die eigentliche Frage gar nicht geklärt ist?
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