Ich bin im vierten Semester und ich fang an zu verstehen warum so viele Ärzte ausbrennen. Nicht weil sie den falschen Beruf gewählt haben. Sondern weil zwischen dem Bild das uns das Studium vermittelt und der Realität da draußen ein Abgrund klafft.
Wir lernen Krankheiten diagnostizieren, Medikamente dosieren, Leben retten. Wir lernen nicht: wie du damit umgehst wenn dein dritter Patient diese Woche stirbt. Wie du nach einer 24-Stunden-Schicht noch Mensch bleibst. Wie du Nein sagst wenn das System immer mehr von dir will.
Ich rede mit Assistenzärzten die mir sagen dass sie ihren Beruf lieben und trotzdem nicht wissen wie lange sie noch durchhalten. Das kann nicht normal sein. Das darf nicht normal sein.
Meine Frage an euch: Ist Burnout im Gesundheitswesen unvermeidbar oder reden wir uns das als Branche nur ein weil sich nie jemand getraut hat es wirklich zu ändern?