Planung mit Kind, Job und dem ganzen Rest... funktioniert das überhaupt?

  • Ich bin Anna, 38, arbeite im Marketing und bin alleinerziehend. Das bedeutet in der Praxis: Ich bin Projektmanagerin im Büro und Projektmanagerin zuhause, nur dass zuhause niemand die Deadlines kennt außer mir. 😄

    Zeitmanagement Tipps lese ich wirklich gerne, aber vieles davon ist für mein Leben schlicht nicht gemacht. "Starte deinen Morgen mit einer ruhigen Stunde für dich" klingt wunderbar, bei mir startet der Morgen mit Frühstück machen, Schulranzen suchen und der Frage warum der eine Schuh nie da ist wo er sein sollte. 😂

    Was mich wirklich beschäftigt ist diese ständige Gleichzeitigkeit. Ich plane für die Arbeit, für mein Kind, für Arzttermine, Elternabende, Einkauf, und irgendwo dazwischen soll dann noch so etwas wie ein eigenes Leben stattfinden. Lebensphasen verändern ja auch alles nochmal. Was mit 5 Jahren Kind funktioniert hat klappt mit 10 Jahren Kind schon ganz anders.

    Ich frage mich manchmal ob andere alleinerziehende oder auch Eltern generell ähnliche Erfahrungen machen. Wie organisiert ihr euren Alltag wirklich, nicht den Idealfall sondern den echten? Und wie schafft ihr es Beziehungen zu pflegen, also Freundschaften, Familie, vielleicht auch Partnerschaft, wenn die Zeit ohnehin schon knapp ist? 🤔

    Freue mich auf echte Antworten, keine Hochglanz Ratgeber Tipps bitte. 😊

  • Anna, ich bin zwar kein Alleinerziehender aber Vater, und dein Post trifft trotzdem einen Nerv. 😄
    Ich bin Ralf, 45, IT, und auch bei mir mit zwei Kindern war diese Phase wo Job, Familie und irgendwie noch man selbst gleichzeitig funktionieren sollen eine der anstrengendsten überhaupt. Bei mir war es zumindest aufgeteilt, aber "aufgeteilt" bedeutet ja nicht automatisch leichter, nur anders kompliziert.Was du über die Gleichzeitigkeit sagst kenne ich gut. Dieses Gefühl dass man nie wirklich bei einer Sache ist weil immer drei andere parallel laufen. Im Meeting denkt man an den Arzttermin, beim Arzttermin denkt man an das Projekt das noch nicht fertig ist. Das zermürbt auf Dauer mehr als die einzelnen Aufgaben selbst.
    Was bei mir irgendwann geholfen hat, und das ist jetzt kein Ratgeber Tipp sondern wirklich aus der Praxis: aufhören so zu tun als wäre alles gleichzeitig planbar. Ich hab angefangen Wochen nicht nach Aufgaben zu planen sondern nach Energie. Wann bin ich morgens fit genug für was, wann nicht. Das klingt banal aber hat tatsächlich was verändert. 🤔Und Beziehungen pflegen bei Zeitmangel? Ehrlich gesagt habe ich da keine elegante Lösung. Ich glaube was bleibt sind die Menschen die verstehen dass "wenig Zeit" nicht "wenig wichtig" bedeutet. Die anderen sortieren sich leider irgendwann selbst aus.
    Wie alt ist dein Kind wenn ich fragen darf? 😊

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