Hey zusammen đ
Ich wohn seit vier Jahren in Hamburg, gleiches Haus, gleicher Flur, sechs Wohnungen. Ich kenn den Namen von vielleicht zwei Leuten. Mit einer davon rede ich nur weil wir uns mal gleichzeitig am Briefkasten standen und es zu awkward gewesen wĂ€re nichts zu sagen. đ
Ich bring das nicht als Anklage gegen irgendwen. Ich bin selbst Teil davon. Ich komm nach Hause, Kopfhörer rein, TĂŒr zu. Und irgendwie hat sich das so eingeschlichen dass es sich normal anfĂŒhlt.
Aber als Designer denke ich viel ĂŒber RĂ€ume nach, darĂŒber wie Umgebungen Verhalten formen. Und was mir dabei auffĂ€llt ist dass wir StĂ€dte und HĂ€user so bauen dass Begegnung verhindert wird. Keine gemeinsamen FlĂ€chen, keine GrĂŒnde rauszukommen, keine Strukturen die Kontakt ĂŒberhaupt erst ermöglichen. Und dann wundern wir uns dass niemand mehr miteinander redet.
Was mich wirklich beschĂ€ftigt ist was das langfristig bedeutet. Einsamkeit ist laut Studien eines der gröĂten Gesundheitsrisiken unserer Zeit, gröĂer als Rauchen, gröĂer als Bewegungsmangel. Und trotzdem behandeln wir sozialen Zusammenhalt nicht als systemische Frage sondern als persönliches Problem. Entweder du bist ein geselliger Typ oder halt nicht.
Ich glaube das greift zu kurz.
Also ich frag euch direkt:
Habt ihr das GefĂŒhl dass echte Gemeinschaft in eurer Stadt noch möglich ist? Oder ist das ein Konzept das wir gerade still und leise aufgeben? Und wer trĂ€gt da eigentlich Verantwortung, jeder einzelne oder das System drumherum?