Beiträge von Charlie

    FriedaHofmann, ich seh das aus meiner Ecke sehr ähnlich, aber mit einem Zusatz der mich ehrlich gesagt gerade etwas beschäftigt.

    Ich bin Freelancer, arbeite remote, lebe von Kreativarbeit. Ich bin also eigentlich genau der Typ für den diese neue Arbeitswelt gemacht wurde. Und trotzdem merk ich wie KI gerade meinen Bereich schneller umkrempelt als ich manchmal verarbeiten kann. Nicht weil ich meinen Job verliere sondern weil sich das was Kunden erwarten so schnell verschiebt. Warum noch für ein Logo zahlen wenn das Tool in zehn Minuten drei Varianten ausspuckt? Diese Frage bekomme ich öfter als mir lieb ist. 😅

    Was mich dabei nachdenklich macht ist dass wir immer über Jobs reden die durch KI wegfallen, meistens Routinejobs, meistens "die anderen". Aber die Welle rollt gerade auch durch kreative Berufe, durch Texterstellung, durch Design, durch alles was früher als menschliche Domäne galt. Darüber redet noch viel zu wenig jemand.

    Deinem Punkt über Politik und Weiterbildung stimme ich zu, aber ich glaub wir müssen ehrlicher sein was das bedeutet. Umschulung klingt gut auf dem Papier. In der Realität ist das für einen 50 jährigen Industriearbeiter eine andere Herausforderung als für einen 25 jährigen der sowieso gerade alles lernt.

    Mich interessiert was ihr denkt: Gibt es Berufe die in fünf Jahren wirklich sicherer sind als heute? Oder ist das gerade einfach für alle offen?

    Hey zusammen 👋

    Ich wohn seit vier Jahren in Hamburg, gleiches Haus, gleicher Flur, sechs Wohnungen. Ich kenn den Namen von vielleicht zwei Leuten. Mit einer davon rede ich nur weil wir uns mal gleichzeitig am Briefkasten standen und es zu awkward gewesen wäre nichts zu sagen. 😅

    Ich bring das nicht als Anklage gegen irgendwen. Ich bin selbst Teil davon. Ich komm nach Hause, Kopfhörer rein, Tür zu. Und irgendwie hat sich das so eingeschlichen dass es sich normal anfühlt.

    Aber als Designer denke ich viel über Räume nach, darüber wie Umgebungen Verhalten formen. Und was mir dabei auffällt ist dass wir Städte und Häuser so bauen dass Begegnung verhindert wird. Keine gemeinsamen Flächen, keine Gründe rauszukommen, keine Strukturen die Kontakt überhaupt erst ermöglichen. Und dann wundern wir uns dass niemand mehr miteinander redet.

    Was mich wirklich beschäftigt ist was das langfristig bedeutet. Einsamkeit ist laut Studien eines der größten Gesundheitsrisiken unserer Zeit, größer als Rauchen, größer als Bewegungsmangel. Und trotzdem behandeln wir sozialen Zusammenhalt nicht als systemische Frage sondern als persönliches Problem. Entweder du bist ein geselliger Typ oder halt nicht.

    Ich glaube das greift zu kurz.

    Also ich frag euch direkt:

    Habt ihr das Gefühl dass echte Gemeinschaft in eurer Stadt noch möglich ist? Oder ist das ein Konzept das wir gerade still und leise aufgeben? Und wer trägt da eigentlich Verantwortung, jeder einzelne oder das System drumherum?

    Hey zusammen 👋

    Ich weiß das klingt nach Jammern auf hohem Niveau. Aber hört mich kurz an.

    Ich bin grundsätzlich gesund, Mitte 20, kaum Vorerkrankungen. Und trotzdem hab ich dieses Jahr mehr Energie damit verbracht Termine zu bekommen, Überweisungen zu organisieren und Formulare auszufüllen als mit dem was eigentlich das Ziel war. Nämlich zu verstehen was mit mir nicht stimmt.

    Drei Monate Wartezeit auf einen Facharzttermin. Drei Monate. Ich hab in der Zeit ein komplettes Projekt fertiggestellt, einen Hund durchs Winterfell gebracht und zweimal umdekoriert. Der Termin kam trotzdem nach mir. 😅

    Was mich dabei als jemand der viel über visuelle Kommunikation und Systeme nachdenkt wirklich beschäftigt ist folgendes. Das System ist nicht kaputt weil die Menschen darin schlecht sind. Die Ärztin die ich dann endlich gesehen hab war großartig, fünfzehn Minuten, trotzdem das Gefühl sie hatte eigentlich keine Zeit. Das System ist kaputt weil es so gebaut ist dass es nicht mehr funktionieren kann. Zu wenig Ärzte, zu viel Bürokratie, zu wenig Zeit pro Mensch.

    Und dann frage ich mich: wer hat das eigentlich so entschieden? Und warum redet so wenig jemand darüber?

    Also ich frag euch direkt:

    Habt ihr das Gefühl ihr werdet vom Gesundheitssystem wirklich versorgt oder hauptsächlich verwaltet? Und was würdet ihr als erstes ändern wenn ihr könntet?

    Maxi, ich bin Grafikdesigner und kein BWLer aber was du beschreibst kenn ich aus einer anderen Richtung. Ich hab mir das komplett selbst beibringen müssen. Nicht weil ich so wissbegierig war sondern weil ich mit Anfang 20 das erste Mal wirklich knapp bei Kasse war und gemerkt hab dass ich null Ahnung hatte warum eigentlich. 😅

    Und das ist glaube ich der Punkt. Die meisten Leute lernen Geld erst dann zu verstehen wenn sie schon irgendwo gegen die Wand gefahren sind. Vorher fühlt es sich abstrakt an. Schule hat mir beigebracht wie man ein Bewerbungsschreiben formatiert aber nicht was ein Zins bedeutet der sich über Jahre aufschichtet. Das sagt eigentlich alles.

    Deine These mit dem systematischen Weglassen finde ich interessant. Ich schwanke da noch. Ein Teil von mir glaubt dass es einfach historisch gewachsene Lücken sind, niemand hat aktiv entschieden das rauszulassen. Der andere Teil denkt ja, wer profitiert eigentlich davon wenn die Mehrheit nicht versteht wie Kreditgeld funktioniert? Das ist keine Verschwörungstheorie sondern eine legitime Frage. 🤔

    Was mich als Designer dabei beschäftigt ist wie Komplexität kommuniziert wird. Oder eben nicht. Finanzthemen werden oft absichtlich in einer Sprache verpackt die Distanz erzeugt. Das ist kein Zufall, Sprache ist immer eine Entscheidung.

    Hast du das Gefühl dass dein BWL Studium da wirklich Klarheit schafft oder macht es manchmal auch komplizierter als es sein müsste?

    Ich lese das und merke wie selten solche Gespräche wirklich so geführt werden. Ohne dass jemand sofort mit der Keule kommt. Respekt dafür. 👊

    Ich bin Grafikdesigner und was Sabine über Bilder sagt kenn ich aus meinem Alltag nur zu gut. Ich weiß wie ein Bild gemacht wird. Welche Entscheidungen dahinterstecken bevor der Auslöser gedrückt wird. Und trotzdem erwische ich mich dabei wie ich emotional reagiere bevor ich analytisch denke. Das passiert einfach, egal wie viel man darüber weiß. Das macht mir ehrlich gesagt mehr Angst als alles andere.

    Maxis Frage ab wann Nichtwissen zur Verantwortungslosigkeit wird beschäftigt mich gerade noch. Ich glaube die Grenze liegt irgendwo zwischen "ich halte aus dass es komplex ist" und "ich nutze die Komplexität als Ausrede um gar nichts mehr zu fühlen oder zu tun". Das zweite ist bequem. Vielleicht zu bequem.

    Was ich in meinem Umfeld beobachte ist dass die lautesten Stimmen meistens die unvollständigsten Bilder haben. Und die die wirklich nachdenken sagen am wenigsten. Das ist ein Problem das weit über diesen Konflikt hinausgeht. 😔

    Ich hab keine Lösung. Aber ich glaube das Mindeste ist genau das was ihr hier gerade macht. Laut nachdenken statt laut urteilen.