Ab wann hört Helfen auf Helfen zu sein und wird zur eigenen Bedürfnisbefriedigung

  • Hey zusammen 👋

    Das ist eine Frage die mich ehrlich gesagt schon länger beschäftigt. Und ich stelle sie nicht abstrakt, ich stelle sie weil ich sie mir selbst stelle. Regelmäßig.

    Ich arbeite in der Sozialarbeit. Ich habe diesen Job gewählt weil ich helfen wollte, das stimmt. Aber je länger ich das mache desto mehr frage ich mich wo die Grenze ist zwischen echtem Helfen und dem Bedürfnis gebraucht zu werden. Zwischen Empathie und dem guten Gefühl das entsteht wenn jemand sagt du hast mir wirklich geholfen.

    Ich glaube die meisten Menschen die in helfenden Berufen arbeiten kennen dieses Gefühl. Und ich glaube auch dass es nicht per se schlimm ist. Wir sind Menschen, wir haben Motive, selten ist irgendetwas wirklich rein uneigennützig.

    Aber es wird problematisch wenn das eigene Bedürfnis zu helfen anfängt die Entscheidungen der anderen zu überlagern. Wenn ich jemandem helfe weil es mir gut tut und nicht weil er oder sie es wirklich will oder braucht. Wenn Hilfe anfängt Abhängigkeit zu erzeugen statt Eigenständigkeit.

    Das passiert nicht nur in sozialen Berufen. Das passiert in Freundschaften, in Familien, in Beziehungen.

    Also ich frag euch direkt:

    Habt ihr das selbst schon erlebt, auf einer Seite oder der anderen? Und glaubt ihr dass es so etwas wie wirklich selbstlose Hilfe überhaupt gibt? Oder ist das eine schöne Illusion?

  • Ich glaube, das ist genau eine dieser Fragen, bei der die Grenze oft viel leiser verläuft als man denkt :/

    Aus meiner Sicht hört Helfen dann auf „nur Helfen“ zu sein, wenn die andere Person gar nicht mehr im Mittelpunkt steht, sondern das eigene Gefühl, gebraucht zu werden. Also wenn man merkt, dass man eher an der Situation festhält, weil sie einem selbst etwas gibt – Sicherheit, Bedeutung, Bestätigung – und nicht mehr unbedingt, weil es der anderen Person wirklich hilft.

    Und trotzdem glaube ich nicht, dass Hilfe jemals komplett „rein“ selbstlos ist. Irgendwas Eigenes steckt fast immer mit drin – sonst würden wir es wahrscheinlich auch gar nicht so konsequent tun.

    Entscheidend ist für mich eher, ob der andere dadurch stärker wird oder eher abhängig bleibt. Das ist oft der Punkt, wo sich Hilfe kippt.

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