Ich bin Rentner und repariere alte Autos. Und ich glaube das hat mir mehr über Philosophie beigebracht als jedes Buch.

  • Guten Tag zusammen.

    Ich bin Emil, 63, frisch in Rente. Philosophie hab ich nie studiert und würde auch nicht behaupten dass ich mich damit besonders auskenne. Aber ein Gedanke lässt mich seit ein paar Wochen nicht los und ich schreib ihn mal hier hin.

    Ich steh seit Jahrzehnten an alten Autos. Reparieren, verstehen, wieder zum Laufen bringen. Und irgendwann hab ich gemerkt dass man dabei automatisch anfängt zu denken. Nicht über das Auto, sondern über größere Dinge.

    Zum Beispiel das hier. Wenn ich ein altes Fahrzeug restauriere das eigentlich niemand mehr braucht, das ineffizient ist, laut, unpraktisch, warum macht mir das trotzdem so viel Sinn? Was ist das für ein Wert den ich da verteidige? Schönheit? Handwerk? Erinnerung? Ich hab keine saubere Antwort darauf.

    Oder die Frage die mich wirklich beschäftigt: Ist etwas reparieren eigentlich eine Haltung zum Leben? Ich kenne Menschen die bei jedem Problem sofort zum Neuen greifen. Ich bin jemand der erst versteht warum etwas kaputt ist bevor er es wegwirft. Ist das Philosophie? Oder einfach Sturheit? 😄

    Meine Frau sagt Sturheit. Ich bin noch nicht überzeugt.

    Was denkt ihr, hat Handwerk etwas mit Lebenseinstellung zu tun? Und gibt es Denkschulen die das ernst nehmen?

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