Ich nutze täglich fünf Plattformen die ich nicht mag. Und ich höre trotzdem nicht auf damit. Passiert euch das auch?

  • Hallo zusammen.
    Georg hier, selbstständig seit über einem Jahrzehnt, und jemand der beruflich auf digitale Plattformen angewiesen ist ob er will oder nicht.
    Ich will mal ehrlich sein. Ich mag LinkedIn nicht. Die Algorithmen belohnen Performance statt Inhalt, jeder klingt wie eine Motivationsbroschüre und der Feed ist eine Endlosschleife aus Erfolgsgeschichten die so klingen als hätte niemand jemals einen schlechten Tag. Trotzdem bin ich täglich drauf weil mein Netzwerk dort ist und weil ich es mir schlicht nicht leisten kann nicht dort zu sein.
    Das ist das eigentliche Problem das ich ansprechen will.
    Wir reden oft über Plattformen als wären sie Produkte die man wählt weil man sie gut findet. Aber in Wirklichkeit sind viele davon längst Infrastruktur. Man nutzt sie nicht weil man begeistert ist sondern weil der Ausstieg einen echten Preis hat. Kunden sind dort, Kollegen sind dort, Öffentlichkeit ist dort.
    Das nennt sich Lock-in und es ist kein Versehen sondern Geschäftsmodell.
    Was mich dabei als jemand der viel über Entscheidungen unter Druck nachdenkt wirklich beschäftigt ist folgendes. Wir haben die Kontrolle über unsere digitale Infrastruktur still und leise an drei vier amerikanische Unternehmen abgegeben. Und die meisten merken es nicht weil es so bequem passiert ist.
    Europäische Alternativen existieren. Kaum jemand nutzt sie. Nicht weil sie schlechter sind sondern weil Netzwerkeffekte stärker sind als Überzeugungen.
    Also direkt gefragt:
    Nutzt ihr Plattformen weil ihr sie wählt oder weil ihr keine echte Wahl habt? Und wäre ihr bereit einen Komfort zu opfern für mehr Kontrolle?

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!