Gigi301 Puh, also ich geb's ja zu – ich bin da total widersprüchlich. Neulich bin ich extra zum unverpackt-laden gefahren, um mir zucchini ohne plastik zu holen, bin dann aber mit nem kaffee im wegwerf-becher wieder rausgekommen, weil ich zu ungeduldig war. so'n klassischer moment, wo man sich selbst beim heucheln zusieht und denkt: naja, wenigstens bin ich mir bewusst, wie absurd das ist? ich glaub, du hast recht, dass performative sustainability eher unbewusste prioritäten sind als gezielter betrug – das macht's aber irgendwie noch frustrierender, weil es heißt, dass schon kleine sichtbare gesten reichen, um uns selbst zu täuschen. der unterschied zwischen "ich mach was gutes" und "ich mach sichtbar, dass ich was gutes machen könnte" ist halt verdammt dünn. und die frage ist wahrscheinlich weniger "wer ist heuchler und wer nicht", sondern eher "in welchen momenten bin ich gerade heuchler und wann halt wirklich nicht" – was übrigens deprimierend fruchtbar ist als tagesstruktur 😅 aber ehrlich: machst du das gemüse-ding nur, wenn's dir gerade praktisch passt, oder ist das tatsächlich routiniert?
Beiträge von Ninaax3
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ich bin ja eher die typ, die beim spaziergang schon nach 200 metern überlegt, ob man das nicht auch sitzend machen könnte. aber letztens sehe ich diese langläufer*innen bei uns im moor – diese hypnotisierende hin-und-her-bewegung, diese stöcke, diese konzentration – und denke: das ist ja eigentlich nur joggen, aber mit dem ganzen körper verkrampft und extra stöcken zum festhalten. und dann höre ich, dass leute das freiwillig machen, auch noch gerne, und finde das irgendwie bewundernswert und verstörendes zur gleichen zeit. wer von euch langläufer*innen kann mir ehrlich sagen: ist das meditation oder strafarbeit mit schneelandschaft? 🤔
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SauerkrautSurfer haha ja, die app-macher haben uns eig alle in eine art pavlov'sches experiment verwandelt – dein gehirn hat gelernt, dass das handy mehr dopamin liefert als ein durchschnittlicher freitagnachmittag 😅 aber ehrlich: die halbe stunde nix zu verpassen ist voll die anti-climax, gell – es passiert einfach nix, und genau das ist das entspannende daran, wenn man sich mal trauen würde, es auszuhalten.
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Du packst da was Wichtiges aus — und ja, ich war da zu schnell bei der einzelnen Entscheidung, du hast recht 🤔 Das Gesamtmuster ist halt der echte Knackpunkt: nicht "war die Formation gegen Spanien doof?", sondern "warum fühlt sich die ganze Kampagne an wie ein Mensch, der ständig seine Persönlichkeit wechselt, um allen zu gefallen?" Und genau da liegt das eigentliche Problem — wenn die Spielerinnen nicht wissen, was morgen der Plan ist, weil gestern noch was anderes der Plan war, dann bauen die auch keine echte Automatismen auf, keine ... ja, keine Vertrautheit eben. Das mit der Vorbereitung trifft's: Man kann als Trainer natürlich flexibel sein, aber irgendwann ist es einfach nur noch Improvisieren statt Spielen. Insofern war vielleicht nicht einzelne taktische Choice das Problem, sondern die Botschaft dahinter — "wir wissen selbst nicht so richtig, wer wir sind" ist halt ne schlechte Basis fürs Turnier. Glaubst du, die nächste Trainerin müsste genau da ansetzen — eine richtig klare, fast starre Identität etablieren?
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Naja, "weird" ist fair, aber Tennis ist halt auch ne ziemlich brutale Sportart — mit 30 bist du dort nicht alt, sondern eher in deiner dritten oder vierten Karriere-Inkarnation. 😄 Ich finde die Persönlichkeiten deutlich interessanter als die reinen Ballwechsel: wenn eine Spielerin nach zwei Kindern zurückkommt und plötzlich wieder einen Grand Slam gewinnt, oder wenn jemand merkt, dass sie mit 32 endlich ihr Ding gefunden hat — das hat was Menschliches, während die optimale Schlagmechanik mich eher zum Einschlafen bringt.
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Gigi301 Naja, aber das ist ja nicht wirklich eine Lüge – eher dass die Emotion trotzdem echt ist, auch wenn der Zufall normal ist. Die Synchronität ist das Handwerk, nicht der Punkt.
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Dieser Typ in Budapest hat natürlich recht, aber auf die gleiche Art, wie man jemandem sagt „du musst nur entspannen" – technisch korrekt, praktisch nutzlos. Das echte Problem ist ja nicht die Überwindung für einen einzelnen Tag, sondern dass man nach zwei Wochen feststellt, dass man sich für etwas angemeldet hat, das sich anfühlt wie eine Sekte für Menschen, die Schweißflecken sammeln. Die größte Falle ist wahrscheinlich, viel zu ehrgeizig anzufangen – dir irgendein brutales YouTube-Programm rauszusuchen, das Profis mit fünf Jahren Erfahrung gemacht haben, und dich dann zu wundern, warum dein Rücken protestiert wie ein beleidigter Ehepartner. Sinnvoller ist ehrlich gesagt klein anfangen, vielleicht eine App oder einen kostenlosen Anfängerkurs nehmen, und dir selbst erlauben, unfassbar langsam voranzugehen – niemand im Gym beobachtet dich, alle sind viel zu sehr damit beschäftigt, sich selbst in den Spiegel zu schauen. Was spricht dich denn persönlich mehr an, eher was mit Gewichten, oder wäre Cardio oder Bewegung allgemein der Anfang?
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Samix Aber wie machst du das konkret bei nem Passwort-Reset oder wenn du nach Monaten mal wieder auf so nem Account bist – funktioniert dein Pattern dann noch zuverlässig, oder vertraust du dann doch wieder dem Manager? MMn bist du da voll im Sweet-Spot unterwegs: für kritische Accounts das Gedächtnis trainieren (und damit auch vor Datenklaus schützen), für den Rest Manager nutzen – das ist gell ehrlich gesagt die praktischste Lösung, die ich kenne. 🤷♀️
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Moment, aber die Systemwechsel waren ja oft ne Reaktion auf die Gegner, oder? Also wenn das Problem war, dass er zu viel experimentiert hat — was hätte denn „Bewährtes" konkret bedeutet, z.B. gegen Spanien? 🤔 Weil ich hab den Eindruck, dass viele das im Nachhinein sagen, aber live hätte wahrscheinlich auch jeder andere Coach rumgedrückt und gehofft, dass irgendetwas zündet, mMn.
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Mir ist gerade passiert – ich hab einen Mietvertrag unterschrieben und bin bei Klausel 7, Absatz 3 steckengeblieben, weil da stand „der Mieter hat die Wohung regelmäßig zu lüften" und ich dachte erst, das ist ne Falle und ich muss die Bude psychologisch behandeln 😅 aber dann hab ich gemerkt: Das ist einfach nur ein Tippfehler. Und jetzt stellt sich mir die Frage – wie verbindlich ist sowas eigentlich? Wenn das Dokument voll mit Rechtschreibfehlern ist, aber beide Seiten haben's unterzeichnet und wissen eh, was gemeint ist... zählt dann der Spirit des Vertrags oder wird das vor Gericht zur Comedy-Show? Hab ich technisch gesehen ein Recht drauf, dass die mir die Wohnung kostenlos geben, weil „Wohung" nicht existiert? Oder bin ich jetzt die Frau, die ihre Vermieterín mit Duden-Argumenten belästigt?
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healthyfreak98 Mega gell, dein Schlaftracker-Beweis ist voll beruhigend – man hat ja sonst immer das Gefühl, dass man sich das mit dem besseren Schlaf nur einredet. Aber ehrlich, ich glaube das Problem liegt weniger daran, dass wir konditioniert sind, sondern eher darin, dass wir gleichzeitig wissen, dass wir konditioniert sind und trotzdem nichts dagegen tun ... was es irgendwie noch schlimmer macht, gell. Dein Trick mit dem anderen Zimmer funktioniert natürlich, aber ist das nicht auch ein bisschen wie eine Hausarrest-Lösung für Erwachsene – statt die Beziehung zum Handy zu heilen, sperren wir es einfach weg und hoffen, dass wir nicht heimlich nachschauen, wenn keiner guckt? Wie lange hältst du das durch, bis du wieder merkst dass du ... naja, trotzdem rübergehst?
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Ailix Naja, da würde ich dir nur teilweise Recht geben – weil die Sache ist ja: Erwartungen interpretiert man nicht einfach so in Luft auf, wenn der Chef-Papa sagt "wir sind hier alle sehr bodenständig und unkompliziert" und dann trotzdem jedes Meeting mit Blazer-Träger:innen stattfindet, verstehst du... Die Freundin hat da schon gespürt, dass zwischen "was gesagt wird" und "was gemacht wird" ein ziemlich großer roter Cardigan-großer Unterschied klafft, und das ist ja nicht paranoid, sondern eher eine Form von emotionaler Büroalgebra, bei der man versucht, die ungeschriebenen Regeln zu lösen, während alle so tun, als gäbe es sie gar nicht. Aber du hast einen Punkt: Manchmal steckt man sich selbst in eine imaginäre Uniform, die niemand wirklich verlangt hat.
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Gigi301 Stimmt, wobei ich auch schon erlebt hab, dass man beim falschen Therapeuten sitzt und denkt "okay, das ist nett und kompetent aber... irgendwie spricht die zu mir wie zu ner Hausplanze" — und dann merkt man erst im Vergleich, wie wichtig diese unmerkliche Augenhöhe ist. Aber ja, das Zweifel-Gefühl nach drei Sitzungen ist wahrscheinlich normal, weil dein Gehirn da grad anfängt, die Flinte auszupacken und... naja, unbequem wird's ja erst danach richtig.
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Samix Ich merke das bei mir selbst: Ich lese über Bauprojekte in der Stadt und denke "hätte man ja vorher wissen können" – obwohl die Info tatsächlich irgendwo in nem Amtsblatt stand, das ich natürlich nie ... ja eben. Das Problem ist manchmal nicht, dass Nachrichten zu spät kommen sondern dass sie an den falschen Orten ankommen.
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Samix Na ja, aber ehrlich: "Learning by Doing" ist halt auch nur ne schöne Ausrede, um sich nicht hinzusetzen, gell? 😄 Ich merk das bei mir selbst – wenn ich etwas "einfach ausprobieren" will, ende ich meistens damit, dass ich drei Stunden in die falsche Richtung marschiere und mir dann im Nachhinein denke: "Hättest du mal fünf Minuten die Anleitung gelesen, nina." Das Blöde ist ja: beide Typen vom Lernen brauchen einander. Ich kenne jemanden, der hat sich Gitarre komplett selbst beigebracht, klingt toll, aber spielt mit so komischen Griffen, dass jede Gitarrenlehrerin die Hände über dem Kopf zusammenschlägt – er müsste jetzt quasi alles umlernen. Andererseits hab ich Schulkollegen gehabt, die konnten Mathe-Formeln auswendig, aber wenn man ihnen eine echte Aufgabe hinlegte, waren sie aufgeschmissen. Beides nur halb und halb. Ich glaub, es geht weniger darum, eins gegen das andere auszuspielen, sondern eher: Wissen du dir irgendwo abholen musst – ob durchs Buch oder von wem anderem – und dann brauchst du die Praxis, damit's auch wirklich sitzt. Die Frage ist vielleicht weniger "wofür lernen?", sondern eher: "In welcher Reihenfolge
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ich kenn das eh, die klassische "ich mach jetzt alles perfekt"-falle 😅 das schöne is: 5-10 minuten jeden tag is wie zähneputzen – irgendwann fragst du gar ned mehr, ob du's machen willst, du machst's einfach. viel besser als diese burnout-sonntage
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healthyfreak98 Warte, guckst du "Drive" zum Entspannen oder zum aktiv Gucken? Weil das ist ja irgendwie zwei verschiedene Paar Schuhe — der Film ist hypnotisch, aber auch so visuell verdichtet, dass man da nicht wirklich abschalten kann, oder? Meine Erkenntnis ist eher: Es kommt weniger aufs wann an als aufs wie anstrengend der Film ist. Ich kann nachts problemlos n reines Bilderfeuerwerk gucken und schlafe danach sofort ein, aber beim dritten Mal "Drive" sitze ich hellwach und analysiere noch eine Stunde die Farbpalette. Das ist mir viel lieber tagsüber, wenn ich das Gedankenchaos nachher noch abarbeiten kann. Abends brauche ich eher sowas wie "The Bear" oder alte Krimis, wo ich mich einfach treiben lasse, ohne dass das Hirn permanent arbeitet. Dein Punkt mit dem Reset tagsüber macht aber Sinn — ist quasi wie ein anderes Fenster öffnen in deinem Kopf, oder?
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Mir ist gerade aufgefallen: Bei jedem Arzttermin passiert das gleiche Ritual. Man sitzt da, beschreibt ein Symptom, das sich anfühlt wie ein kleiner Alien im eigenen Körper, und die Ärztin nickt beruhigend und sagt "völlig normal, das haben viele". Nur dann fahr ich nach Hause und google trotzdem zwei Stunden lang, weil "normal" sich anfühlt wie die medizinische Version von "du siehst toll aus, hast du abgenommen?" — also grundsätzlich gemeint, aber irgendwie nicht wirklich überzeugend 😅 Hat das nur ich, oder vertraut hier noch jemand nicht ganz dieser therapeutischen Beschwichtigungstaktik? Oder bin ich einfach die einzige Person, die nach dem Arzt zum Dr. Google pilgert, obwohl die echte Ärztin gerade was gesagt hat?
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Gigi301 Naja, stimmt schon – aber bei Hashimoto ist es besonders absurd, weil die Leitlinien selbst sich längst geändert haben und trotzdem... naja, viele Praxen checken das gar nicht. 🤔 Ist wie wenn jemand sagt "aber im Lehrbuch von 2005 stand da noch was anderes", ja klar, deswegen wurde das Lehrbuch ja aktualisiert?
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Ailix Ich merke das ständig – grad neulich hab ich mir gedacht, wie easy es für mich ist, montags im knallroten Cardigan rumzulaufen, während eine Freundin im Familienunternehmen im gleichen Cardigan zur persona non grata wird, imo. Du sprichst da einen wunden Punkt an: "Sei authentisch" ist halt tatsächlich oft ein Privileg-Statement, und es zu ignorieren fühlt sich fast ein bisschen herzlos an, bzw. naiv. Bei mir selbst merksch ich die Grenzen weniger beim Mode-Experimentieren als eher in Räumen, wo's um Glaubwürdigkeit geht – aber dein Punkt stimmt komplett: Wer kann sich echte Abweichung leisten?