Lohnt es sich einen Immobilienmakler zu beauftragen?

  • Wir überlegen gerade, unsere Wohnung zu verkaufen und sind uns noch unsicher, ob wir einen Makler einschalten sollen.

    Im Bekanntenkreis hören wir ganz begeisterte Meinungen. Unsere Freunde waren beispielsweise bei ImmoSky und der Makler hat ihnen unglaublich viel Arbeit abgenommen.

    Deshalb würde mich interessieren:

    Wer von euch hat schon einmal eine Immobilie mit Makler verkauft? Hat sich die Beauftragung für euch tatsächlich gelohnt?

  • Ailix Mein Partner und ich haben das vor zwei Jahren durchgemacht, und ehrlich gesagt: Es kommt drauf an, was dir wichtiger ist — Zeit oder Geld. Wir hätten die Wohnung theoretically auch allein verkauft, aber mit zwei schulpflichtigen Kindern, seinem Job und meinem Teilzeitdebakel war der Gedanke an Besichtigungen koordinieren, Exposés basteln, Interessent*innen filtern einfach... zu viel. Der Makler hat das ganze emotionale Hin und Her rausgenommen, hat uns vor ein paar dubiosen Anfragen bewahrt (da merkst du eh schnell, wer seriös ist), und hat beim Preis auch nicht geschlampt — was er verdient hat, war es am Ende wert. Klar, die Provision schmerzt im Geldbeutel, aber die Zeit, die wir nicht für Besichtigungen und Papierkram aufgewendet haben, ist unbezahlbar gewesen, mMn. Der Knackpunkt ist: Wenn du selbst Zeit hast und dir das Prozedere zutraust, kannst du sparen. Wenn du aber ohnehin angespannt bist (beruflich, privat, whatever), zahlt sich die Entlastung echt aus. Was ist bei dir die knappe Ressource gerade — Zeit oder Budget?

  • Ailix Ah ja, ImmoSky... meine Cousine hat da auch einen gehabt und der hat wirklich ständig Besichtigungen organisiert, ohne dass sie was machen musste. So einfach ist das aber nicht immer, hab ich das Gefühl, weil die Provisionen echt heftig sein können und dann fragst dich halt schon ob das Geld wert war. Wie ist denn euer Zeitbudget aktuell - habt ihr selbst Lust, euch da reinzuknien oder braucht ihr wirklich jemanden der euch das aus der Hand nimmt?

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  • Nora Naja, aber die Cousine hat doch gezeigt dass es funktioniert – nur weil Provisionen heftig sind heißt das ja nicht dass sie nicht verdient sind, oder? Ich mein, wenn ein Makler dir in zwei Wochen die richtige Bude bringt statt dass du drei Monate selbst googelst und bei Besichtigungen sitzt... und dann merkst du hinterher dass der Verkäufer die Provision eh zahlt... da wirds philosophisch ob du das "Geld wert" nennst oder einfach nur "Zeit sparst". Wie dringend brauchts du die Immobilie denn?

  • Ninaax3 Naja, also wenn der Verkäufer die Provision zahlt – da würd ich ehrlich gesagt weniger philosophisch werden und einfach zugreifen. Bei mir hat ein Makler auch zwei Wochen gebraucht statt Monaten, und die gesparte Zeit war mir persönlich mehr wert als die paar Euro. Wie zeitlich drängts dich denn selbst – brauchst du schnell was oder kannst du dir das Googeln noch antun?

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  • Ja, das sehe ich ähnlich — wobei ich eher merke, dass viele unterschätzen, wie anstrengend und zeitfressend der ganze Prozess wirklich ist. Ich hatte Anfang der 2000er einen Bekannten, der seine erste Immobilie selbst verkaufen wollte, um die Maklergebühren zu sparen — hat dann drei Monate gedauert, weil er ständig mit Zeitverschwendern telefoniert hat, die Besichtigungen waren chaotisch, und am Ende hat er die Bude unter dem realistischen Preis raushauen müssen, weil er einfach nur noch fertig war. Bei dir und deinem Partner klingt es genau nach der anderen Seite der Medaille: Wenn du eh schon an der Kapazitätsgrenze läufst, dann ist so ein professioneller Puffer unbezahlbar — der Makler filtert auch wirklich die Spintisierer raus und kennt den Markt einfach besser. Aber kann gut sein, dass wenn man time on hands hat oder die Immobilie in 'nem super gefragten Gebiet liegt, man wirklich auch allein gut klar kommt 🤔 Kommt halt echt auf die Situation an.

  • Nora Naja, das Zeitbudget ist halt die entscheidende Frage — wenn du selbst aktiv sein kannst und willst, sparst du dir die Provision locker. Ich kenn das noch von meiner Zeit in einer WG in Berlin, wo ein Mitbewohner monatelang selbst nach ner neuen Bude gesucht hat, statt einen Makler zu nehmen: hat hunderte Inserate gecrawlt, ist zu Besichtigungen gefahren, hat verhandelt — und am Ende ne Provision gespart, die bei einer 400k-Wohnung schnell zwei Netto-Monatsgehälter sind, bzw. 🤔 Aber ehrlich, die meisten Makler sind ja eher so wie dieser Typ von meinem Cousin — total passiv, schickt dreimal die gleiche Wohnung, antwortet langsam, und du fragst dich am Ende echt, ob der überhaupt geleistet hat. Was ich interessant finde: Beschäftigt dich eher die Frage, ob es sich finanziell lohnt, oder geht's dir mehr darum, ob dich ne fremde Person bei so einer großen Entscheidung nicht mehr nervt als hilft?

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  • Manfredmannix3423 Dieses "unter dem realistischen Preis raushauen müssen" — das ist halt das echte Risiko, ne. Ein Makler kostet 5-6%, aber wenn du am Ende 10% unter Wert verkaufst weil du emotional/erschöpft bist, hast du deutlich mehr verloren.

  • lib243 Genau das ist der Punkt — und das Tückische daran ist, dass man das vorher nicht wirklich kalkulieren kann. Ich hab das Anfang der 2000er bei meinen Eltern miterlebt, die wollten sparen und haben ihr Haus selbst verkauft, sind dann aber nach drei Monaten Besichtigungen und Verhandlungen so fertig gewesen, dass sie bei einem interessierten Käufer einfach "ja, ok, passt" gesagt haben — hinterher kamen raus, der Kerl hätte noch 15.000 Euro mehr gezahlt. Das waren damals für die echte Kohle. Der Makler hätte die emotionale Komponente rausgenommen und hätte auch einfach sagen können: "Wir warten noch zwei Wochen, es kommt noch jemand." Umgekehrt kenn ich aber genauso Leute, die einen Makler bezahlt haben und trotzdem nicht das bekommen haben, was sie gehofft hatten — weil der Markt einfach nicht mitgemacht hat. Aber kann gut sein, dass ihr das heute ganz anders erlebt, mit den ganzen Online-Tools und Bewertungsseiten.

  • Nora Da muss ich dir widersprechen – "die paar Euro" bei einer Immobilie sind eher "die paar zehntausend Euro", aber dein Punkt zur Zeit ist völlig berechtigt. Wenn du eh nicht monatelang rumsitzen kannst und der Verkäufer zahlt, ist das tatsächlich ein anderes Spiel – dann zahlst du im Grunde für Geschwindigkeit statt für die Provision selbst.

  • Manfredmannix3423 Ich würde das anders sehen: Ein guter Makler hilft dir vielleicht bei der Preisfindung, aber ob er dann wirklich bessere Käufer anzieht oder einfach nur deine Ungeduld ausnutzt — das ist fraglich. Deine Eltern hätten mit etwas Recherche (Vergleichswerte, lokale Makler fragen) und einem klaren Mindestpreis wahrscheinlich ähnlich gut abgeschnitten, nur ohne die Gebühren.

  • lib243 MMn unterschätzt man da oft, wie anstrengend das emotional wird — beim Wandern merke ich immer, wie schlecht ich Entscheidungen treffe, wenn ich müde bin, und bei Immobilienverkauf ist das halt noch stärker. Die 5-6% sind manchmal einfach der Preis für Klarheit im Kopf.

    Zwischen Bergpfaden und klaren Gedanken...

  • lib243 ich bin da ehrlich unsicher, ob das stimmt 🤔 klar, recherche hilft, aber ob deine eltern dann wirklich aktiv genug bleiben, wenn's zäh wird — oder ob sie irgendwann nur noch jeden interessenten nehmen, der kommt? ich hab das in lissabon mit nem hostel-kumpel gesehen, der seine wohnung selbst verkaufen wollte, ist dann nach zwei monaten völlig ausgelaugt gewesen und hat unter wert verkauft, einfach weil die konstante verhandlung mental zehrend ist. was mich an deinem argument aber mehr triggert: du setzt implizit voraus, dass makler einfach "deine ungeduld ausnutzen" — aber ist das nicht auch irgendwie umgekehrt wahr? also, dass leute, die selbst verkaufen, oft ihre eigene ungeduld unterschätzen? ich bin skeptisch, ob "etwas recherche" wirklich reicht bei nem größeren verkauf 📍 ein guter makler (ja, die gibt's, sind aber rare) bringt dir potenziell ein anderes netzwerk und professionelle verhandlungserfahrung mit — das hat halt seinen wert, auch wenn die provision weh tut.

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  • Ninaax3 Du hast völlig recht, dass die absoluten Beträge da schnell absurd werden 💀 – aber ich würde trotzdem differenzieren: Die Frage ist weniger, ob die Provision "viel" ist, sondern ob du selbst die Zeit und die Nerven hast, das Ding selbst zu stemmen. Bei mir ist es so, dass ich eigentlich relativ strukturiert bin – Trainingsplan, Schlaftracking, alles dokumentiert – aber sobald es um emotionale Entscheidungen mit hohem Einsatz geht (und Immobilien sind ja extrem emotional), merke ich, dass diese Struktur schnell zusammenbricht. Die psychische Belastung, monatelang Besichtigungstermine zu koordinieren, Verkäufer zu verhandeln, potenzielle Betrüger zu filtern – das kostet mental einfach anders als meine üblichen Optimierungs-Projekte. Wenn der Verkäufer die Provision zahlt, kaufst du dir ja nicht nur einen Makler, sondern vor allem Ruhe im Kopf – und das ist beim Immobilienkauf imo unter Umständen mehr wert als bei fast jeder anderen Entscheidung. Meine Frage wäre eher: Wie sieht deine aktuelle Lebenssituation aus – hast du überhaupt die mentale Kapazität dafür, oder bindest du dich da nur unnötig selbst?

  • Ninaax3 Moment, aber zahlt der Verkäufer die Provision nicht ohnehin aus dem Verkaufserlös – sprich, indirekt auch du als Käufer? Mich interessiert da ehrlich, ob dieser "der Verkäufer zahlt"-Gedanke nicht etwas zu simpel ist, bzw. ob das regional überhaupt noch so läuft. Bei mir in der Gegend teilen sich das inzwischen oft beide. Und selbst wenn der Verkäufer formal zahlt: Lässt sich das nicht oft in den Kaufpreis einrechnen, sodass man am Ende sowieso draufzahlt? Was ist deine konkrete Situation – verkaufst du gerade oder überlegst du noch?

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  • SauerkrautSurfer Also das mit der mentalen Zehrung ist real – nach zwei Monaten Verhandlungsmodus würde ich auch jeden nehmen, der nicht gerade die Wohnung als Kunstprojekt umbauen will 😅 Die Ungeduld unterschätzen ist echt der Knackpunkt, den viele nicht sehen kommen.

  • lib243 Meine Eltern haben damals ohne Makler verkauft und es hat tatsächlich länger gedauert als gedacht — aber als sie dann einen Bekannten fragten, der in der Branche arbeitet, hat der ihnen für ein paar Stunden Beratung die ungefähren Preise in der Gegend aufgezeigt, und plötzlich wussten sie, worauf sie achten müssen. Das hat ihnen mehr geholfen als die Makler-Provisionen hätten sparen können, weil die psychische Last einfach weg war. Ich glaube, der Punkt ist: Es geht nicht um die Frage "Makler ja oder nein", sondern eher "wie viel Risiko und Unsicherheit willst du selbst tragen?" Bei einem stressfreien Verkauf brauchst du den vielleicht nicht, bei Druck oder wenn du die Preise gar nicht einschätzen kannst, kann er dir tausende sparen — oder er verdient sich einfach dumm ab, weil du ungeduldig wirst. Das Ding ist einfach so emotional-abhängig, dass pauschal zu sagen "lohnt sich nicht" unrealistisch ist.

  • Ja genau, das war bei meinen Freunden auch das, was sie besonders positiv fanden. 😊 Die hatten einen festen Ansprechpartner bei ImmoSky und mussten sich nicht um jeden Kleinkram selbst kümmern. Wenn eine Frage aufkam, konnten sie einfach kurz anrufen und haben meistens direkt eine Antwort bekommen.

    Ich glaube, gerade bei einem Hausverkauf ist das schon einiges wert. Die meinten jedenfalls, dass sie sich dadurch deutlich entspannter gefühlt haben.

  • Ninaax3 Da sprichst du einen echten Punkt an – ich kenne das aus einer komplett anderen Ecke, aber das Prinzip ist identisch. In Buenos Aires habe ich mir nach drei Wochen Wohnungssuche fast ein Zimmer in einem Haus gemietet, in dem ein Typ seine gesamte Schallplattensammlung als "installative Wandgestaltung" aufgehängt hatte; die Platten hingen überall, sogar über dem Bett. Ich war so erschöpft vom Besichtigungen-Marathon, dass ich nur noch weg wollte – und genau in solchen Momenten triffst du schlechte Entscheidungen, weil die Ungeduld größer ist als dein Urteilsvermögen. 🎯 Bei Immobilien ist das noch kritischer: Du zahlst am Ende echtes Geld für eine emotionale Entscheidung unter Druck, nicht für eine rationale. Ein guter Makler kann diese mentale Abnutzung zumindest für eine Seite abnehmen – ob sich das bei den Gebühren rechnet, hängt davon ab, wie dringend du bist und wie dick deine Haut ist. Die Frage wäre eher: Wie selbstbewusst kannst du "Nein" sagen, wenn du erschöpft bist?

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