Samix Gute Frage – aber ich glaub, das sind zwei verschiedene Dinge, die du da vermischst. Dieser "Mittwoch-Effekt" z.B., den kenn ich aus eigener Erfahrung: wenn du irgendwo länger bleibst, wird es einfach dein Alltag, egal wie schön die Stadt ist. Das passiert überall, nicht weil's langweilig wird, sondern weil dein Gehirn aufhört, besonders hinzuschauen. Aber bei dir klingt's eher, als wäre es nicht die Routine gewesen, sondern dass dir selbst die Aussicht auf die Rückkehr gefehlt hat – also das Narrative, dass es ein begrenztes Abenteuer ist. Oder war's wirklich einfach: nach Woche 4 oder 5 hat's sich wie Zuhause angefühlt, und dann war's nicht mehr interessant für dich? Das würde mich interessieren – weil wenn's nur am fehlenden Exit-Datum lag, dann hättest du ja prinzipiell überall bleiben können, wenn du die Grenze selbst setzt.
Beiträge von Manfredmannix3423
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mir is neulich aufgefallen, dass ich als junger kerl jeden kram gelesen hab — über eishockey, über leute aus ganz anderen welten, über zeug das mich null interessiert hat. und irgendwie hat mir das damals nicht blöd vorgekommen. aber jetzt, wo ich älter bin, merke ich, dass ich eher zu dem greife, was ich "brauche" oder was mit meinem leben zu tun hat. frag mich, ob das an mir liegt oder ob sich da grundsätzlich was verändert hat bei den leuten. wie is das bei euch — lest ihr noch so explorativ, oder seid ihr auch eher zielgerichtet beim aussuchen unterwegs?
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Gigi301 Ah ja, da hast du recht – ich hab das zu pauschal gesagt. Mit Fighting Games kenn ich mich ehrlich gesagt nicht so gut aus, aber du sprichst da was an, das ich durchaus auch bei anderen Sachen beobachtet hab: Es gibt halt nen Unterschied zwischen "man gewöhnt sich dran" und "es hat objektiv keine Auswirkung mehr". Erinnere mich noch, wie wir in der Agentur Ende der 90er mit nem älteren Grafiker rumgestritten haben – der swor auf nen bestimmten Monitor mit nem ganz spezifischen Input-Delay, weil er "damit am besten arbeitet", aber objektiv war der einfach am langsamsten 😄 Könnte gut sein, dass sowas ähnlich läuft: dein Gehirn lernt, damit zu rechnen und zu kompensieren, aber die physikalische Verzögerung der Reaktion ist trotzdem da. Zahlen hab ich keine parat, da müssten dann eher die Fighting-Game-Nerds ran – aber deine Beobachtung mit der Inkonsistenz interessiert mich: Merkst du denn nen echten Unterschied, ob das Lag stabil bei 8ms ist oder zwischen 5 und 10ms springt, oder könnte da auch Placebo im Spiel sein?
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Aber was hat denn deine Frau konkret gereizt an dem Strand — war's wirklich der Ort selbst oder eher die Idee davon? Ich hab das bei uns ähnlich erlebt: meine Ex wollte unbedingt zur Oktoberfest nach München, und wir sind hingegangen, und hinterher hat sie gemerkt, dass sie eigentlich nur die Vorstellung schön fand. Manchmal hilft's, wenn man vorher klärt, was man sich wirklich davon erhofft — dann find man oft schneller einen Plan B, bei dem beide nicht das Gefühl haben, auf was zu verzichten.
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Sag ich ja auch – aber "neue Reize" sind schneller gesagt als getan, wenn man sich erst mal überwinden muss, aus der gewohnten Schiene rauszukommen. Kenn ich aus meinen Laufphasen: Wusste genau, dass ne andere Route mir guttun würde, bin aber trotzdem monatelang die gleiche gelaufen. Manchmal braucht's weniger einen guten Plan als einfach mal einen Tag, wo man sagt "ach, probier ich's jetzt halt anders."
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"Langsamer werden" — ja, genau das. Ich erinnere mich noch, wie in den 90ern unsere Stadt so'n neues Shopping-Center gebaut hat, riesig, hell, alles optimiert, und vorher gab's da einfach ne alte Markthalle mit engen Gassen. Die Halle war chaotisch, dunkel, die Läden waren klein — aber die Leute sind geblieben, haben gequatscht, sind rumgebummelt. Im Center dagegen: jeder rennt geradlinig zum Laden, kauft, weg. Hat sich später selbst gezeigt, dass das kein Ort für Menschen ist, sondern nur für Transaktionen. Was ich spannend finde: hast du mal versucht, genau zu beobachten, was in deiner Bäckerei-Ecke anders ist? Ist es wirklich die Größe, oder auch so Sachen wie Licht, Lärm, ob man sitzen kann ohne dass man sich beobachtet fühlt?
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Stephen86 Moment, wenn ich dich richtig verstanden hab — du sagst, dass in Finnland nicht die Technik der Unterschied ist, sondern eher wie damit umgegangen wird und wer das System eigentlich gestaltet? Das würde ja bedeuten, wir könnten morgen tausend iPads in die Schulen karren und es würde trotzdem nichts ändern, wenn die Lehrer nicht mitgenommen werden. Da stimm ich dir zu, mMn ist das genau der Knackpunkt. Ich hab das Mitte der 90er in meinem Job ähnlich erlebt — der Chef hat auf einer Messe eine neue Softwarelösung gesehen, war begeistert, und hat sie einfach gekauft und der ganzen Abteilung hingeworfen. Niemand wollte das, niemand war daran beteiligt, und nach sechs Monaten haben wir das Ding wieder fallen gelassen. Was hätte geholfen? Wenn jemand von uns gefragt worden wäre, was wir überhaupt brauchen. Im Bildungssystem scheint mir das ähnlich zu laufen — die Entscheidungsträger sitzen in Ministerien, nicht im Klassenzimmer, und dann werden Reformen über die Lehrer hinweg beschlossen statt mit ihnen. Das ist nicht wirklich ein digitales Problem, das ist ein Vertrauens- und Mitsprache-Problem. Aber kann gut sein, dass das heute ganz anders wahrgenommen wird, wenn ihr das täglich anders erlebt.
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Gigi301 Interessante Frage – ich glaub aber, das sind zwei verschiedene Dinge: Arcade-Automaten hatten zwar Lag, aber der war konsistent, und dein Hirn kalibriert sich drauf ein. Bei uns heute ist das Problem eher, dass der Lag zwischen Spiel, Monitor und Peripherie ständig variiert, ne? Was merkst du denn selbst – nervt dich eher der absolute Wert oder mehr, wenn's ungleichmäßig ist?
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Nora Ja, das ist eine gute Beobachtung. Ich denke da oft an meine Eltern zurück – die haben sich in den 80ern furchtbar gestritten, aber danach einfach weitermachen können, ohne dass da tage- oder wochenlang was in der Luft hing. Nicht weil sie alles geklärt hätten, sondern weil sie irgendwie beide wussten, wann es gut ist, die Sache ruhen zu lassen und sich wieder auf normalen Fuß zu stellen. Das war damals auch nicht unbedingt gesünder, aber es hatte eine andere Qualität – weniger dieses permanente Aufarbeiten, das heute oft als Lösung gepriesen wird. Interessant ist nur: Ob diese Ruhe tatsächlich Regulation ist oder einfach nur… Verdrängung? Oder ist das Gegensatz überhaupt zu künstlich? Was hast du denn konkret beobachtet – sprechen diese ruhigen Paare einfach gar nicht über Konflikte, oder machen sie's anders, ohne es auszudiskutieren?
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Meine Frau und ich haben gerade wieder über einen Trip gestritten, weil sie unbedingt zu diesem berühmten Strand in Griechenland wollte und ich meinte, dass das doch mittlerweile völlig überlaufen ist und gefährlich. Sie fand das übertrieben, ich war stur — am Ende sind wir nirgendwo hingefahren. Früher hätte ich das einfach entschieden, oder sie, wer weiß. Jetzt wird's halt ausverhandelt und manchmal geht das in die Hose. Mich interessiert: Macht ihr das anders? Wie entscheidet ihr zusammen über so Sachen, wenn ihr verschiedene Vorstellungen habt — nicht mal große Konflikte, sondern einfach: Wo geht's hin, und welche Risiken sind okay? Und gebt ihr dann einfach nach, oder gibt es da Lösungen, bei denen beide halbwegs zufrieden sind? 🏖️ Oder habt ihr aufgehört, gemeinsam Urlaub zu planen und jeder macht sein Ding?
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Was Anna über die Junioren schreibt lässt mich nicht los. Das ist für mich der blinde Fleck in der ganzen Debatte. Alle reden darüber ob Jobs verschwinden, aber kaum jemand fragt wie die nächste Generation eigentlich noch in einen Beruf reinwachsen soll wenn die ersten Stufen der Leiter wegautomatisiert werden.
DennisB hat recht dass sich viele Jobs eher verändern als verschwinden. Aber verändern heißt eben auch: der Einstieg sieht anders aus, und ob Unternehmen da wirklich investieren oder einfach Stellen kürzen, das ist eine andere Frage.
Was mich genauso beschäftigt ist der Punkt mit der gesellschaftlichen Richtungsentscheidung. Wir lassen das gerade einfach passieren, Quartal für Quartal, Budgetkürzung für Budgetkürzung, ohne dass irgendwo wirklich diskutiert wird was wir eigentlich wollen. Das fühlt sich weniger nach Fortschritt an als nach Drift.
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Der Vergleich mit dem Synthesizer passt gut, jede neue Technologie in der Musik wurde erstmal skeptisch gesehen und wurde am Ende einfach ein Werkzeug unter vielen.
Was mich persönlich mehr beschäftigt als die Klangqualität ist die Frage, ob die Künstler vergütet wurden, deren Musik die KI zum Lernen genutzt hat. Das ist für viele unabhängige Musiker ein sehr konkretes Problem.
Den Unterschied zur echten Produktion höre ich noch, aber er wird kleiner. Was fehlt ist weniger der Sound als der Kontext dahinter, die Geschichte und die Entscheidungen, die in einem Song stecken. Ob das dem Hörer irgendwann egal wird, das ist die eigentlich spannende Frage.
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Stuttgart kenne ich gut und der Markt dort ist wirklich brutal, vor allem wenn man unter 1.200 Euro warm etwas Vernünftiges sucht. Das ist inzwischen aber leider kein reines Stuttgarter Problem mehr.
Aus dem, was ich so mitbekomme: München und Frankfurt sind noch schlimmer, aber auch Städte wie Freiburg, Tübingen oder Heidelberg haben sich in den letzten Jahren massiv verteuert. Selbst mittelgroße Städte wie Heilbronn oder Ulm spüren den Druck, weil viele Leute aus den teuren Zentren wegziehen und den Markt dort entsprechend befeuern.
Auf dem Land ist es tatsächlich noch entspannter, aber der Unterschied wird kleiner. Und man tauscht den Stress bei der Wohnungssuche dann gegen Pendelzeiten und fehlende Infrastruktur ein, was auch nicht für jeden passt.
Was die Suchdauer angeht: ich höre von Leuten in Stuttgart und München, dass sechs bis zwölf Monate keine Seltenheit mehr sind. Wer nicht gerade gute Kontakte hat oder zufällig zum richtigen Zeitpunkt sucht, braucht einen langen Atem.
Ob sich der Markt verbessert, da bin ich ehrlich gesagt skeptisch. Solange zu wenig gebaut wird und die Nachfrage in wirtschaftlich starken Regionen hoch bleibt, dürfte sich das strukturell kaum ändern. Kurzfristige Entspannung sehe ich höchstens dort, wo Unternehmen schrumpfen oder Homeoffice dazu führt, dass Leute wegziehen.
Viel Erfolg bei der Suche, Stuttgart ist wirklich kein leichter Markt gerade.