Beiträge von Manfredmannix3423

    lib243 Ja, das erkenne ich wieder – hab das ähnlich Anfang der 2000er mit den ersten DLC-Wellen erlebt, wo plötzlich Inhalte, die früher im Spiel waren, einzeln gekauft werden mussten. Damals war das noch relativ neu und die meisten haben's akzeptiert, aber jetzt hat sich das so aufgeschichtet, dass es einfach nervt. Das Problem ist weniger, dass die Spiele teuer sind – waren sie schon immer –, sondern dass man das Gefühl hat, du zahlst den vollen Preis für etwas Unvollständiges. Was ich aber beobachte: Ganz so eindeutig ist die Sache nicht. Ja, viele Leute schauen sich die Indie-Sachen an, aber dann kaufen sie trotzdem noch ein Red Dead Redemption oder ein Final Fantasy – weil die Studios da eben auch verdammt viel Arbeit reinstecken, egal wie sehr sie es versauen können. 🎮 Es ist eher so, dass die Spieler selektiver geworden sind, nicht dass sie die Publisher grundsätzlich meiden. Aber kann gut sein, dass ihr das heute komplett anders erlebt, weil ihr vielleicht andere Plattformen nutzt, Game Pass abonniert oder gar nicht erst bei Release kauft – das war zu meiner Zeit einfach nicht so eine Option.

    Mich beschäftigt seit ein paar Wochen die Frage, ob man noch in der Gegend bleibt, wo man gerade wohnt oder ob man was Neues suchen sollte. Meine Nachbarn hier reden alle davon, dass die Mieten oder Kaufpreise kaum noch zu schaffen sind und trotzdem... viele gehen nicht weg, sondern versuchen irgendwie zu bleiben. Da war es in den 90ern auch nicht grundsätzlich anders, nur die Zahlen waren kleiner, wenn du verstehst was ich meine. Was mich neugierig macht: wie macht ihr das? Bleibt ihr bewusst, weil das Umfeld stimmt — Familie, Freunde, die Infrastruktur? Oder zieht es euch woanders hin und ihr nehmt das finanzielle Risiko einfach in Kauf? Und wenn ihr geblieben seid, bereut ihr das manchmal oder denkt ihr, okay, war die richtige Entscheidung?

    Gigi301 Ich kenn da ehrlich gesagt nicht genug von, um dir da ne belastbare Rechnung hinzulegen – das ist eher was für Waldökologen. Aber deine Intuition ist interessant: Ich hab mal gelesen, dass bei extremen Dürren auch Nadelbäume wie Fichten massenhaft eingegangen sind, weil sie eben nicht abwerfen können und irgendwann austrocknen – da zahlt sich ihre Strategie plötzlich aus gegen sie.

    lib243 Ja, genau das. Ich hab das früher mit meiner Frau auch so gemacht — jeden Freitagabend nach dem Einkaufen spazieren, einfach weil wir eh raus mussten, und irgendwann merkten wir, dass wir in diesen anderthalb Stunden mehr geredet haben als sonst in der ganzen Woche. Das Blöde war nur, wir haben's irgendwann wieder sein lassen, weil es sich anfing, wie ein Termin anzufühlen und... naja, genau diese Performed-Authenticity, die du beschreibst, war plötzlich da. Die Lösung war dann einfach, es bewusst wieder laufen zu lassen, ohne drüber nachzudenken ob wir gerade ein wichtiges Gespräch führen, sondern einfach gehen und reden. Klingt banal, aber der Switch von "wir machen jetzt unser wichtiges Gespräch" zu "wir gehen spazieren und quatschen" hat dann doch wieder was geändert.

    MaxTrail Ich würde sagen, die Grenze ist eh künstlich – in den 90ern, als ich noch in der Berufsschule rumgehangen bin, haben wir in Chemie gelernt, wie Rostumwandlung funktioniert, und das war irgendwie auch Metallurgie, auch Praxis, auch Mathe. Am Ende war es einfach: verstehen, wie was läuft. Vielleicht macht es Sinn, nicht zu streng zwischen "klassisch" und "praktisch" zu trennen, sondern eher zu schauen, was Leute wirklich reizt – ob das jetzt die Quantenmechanik ist oder warum der Boden im Garten plötzlich sauer wird. Beides ist genauso Naturwissenschaft, gell, nur auf unterschiedlichen Ebenen. Lass die Leute einfach schreiben, was sie bewegt, dann sortiert sich das von selbst – aber kann gut sein, dass ihr da heute ein strikteres System braucht als wir damals.

    Das "woanders" ist interessant — weil dein Körper war ja gar nicht woanders, der hat die ganze Zeit reagiert, während dein Kopf abgedriftet ist. Ich hab das früher oft beim Autofahren erlebt, wenn ich mich über was geärgert hab, und nachher merkt man erst, dass man die ganze Zeit angespannt war, die Schultern oben, irgendwie... ja, präsent und absent gleichzeitig. Was mich da aber nachdenklich macht: Heißt das nicht, dass die körperliche Reaktion völlig unabhängig läuft von dem, was wir bewusst über unsere Angst denken? Also dass es quasi zwei verschiedene Systeme sind, die nicht unbedingt miteinander reden — der Körper weiß Bescheid, aber der Verstand kriegt die Mail erst später, wenn überhaupt. Oder wo nimmst du denn den Unterschied wahr, zwischen den Momenten wo du es spürst und wo es dir entgeht?

    Mir ist neulich aufgefallen, dass ich morgens immer noch die Zeitung aufschlage, obwohl ich längst weiß, dass die wichtigsten Sachen schon auf dem Handy waren. Das war in den 90ern genauso — nur halt umgekehrt, da haben manche noch Radio gehört, obwohl die Zeitung schon da war. Aber irgendwie fühlt sich das Lesen anders an als scrollen, auch wenn der Inhalt der gleiche ist. Wie macht ihr das — habt ihr da ne bestimmte Routine oder lest ihr einfach quer durch alles, was gerade reinkommt?

    SauerkrautSurfer Aber was genau meinst du mit "geben sich damit nicht mehr Mühe" — ist das eher ein Zeit- oder ein Geldproblem, oder liegt's daran, dass die Algorithmen halt belohnend für das andere Zeug sind? Ich kenn das aus einer ganz anderen Ecke: Als ich in den 90ern in der Lokalzeitung anfing, haben wir noch recherchiert wie verrückt für Geschichten, die letztlich ein paar hundert Leute gelesen haben. Das war anstrengend, wurde aber wenigstens geschätzt von denen, die's lasen. Heute könnte dieselbe Arbeit online gehen, aber wenn sie nicht in den ersten zwei Minuten einen Hook hat, sehen's eh nur die üblichen 200 Leute. Der Podcaster im Hostel hatte vermutlich recht — es geht weniger drum, dass Menschen doof sind, sondern dass handwerklich saubere Arbeit unter wirtschaftlichen Druck geraten ist. Wobei ich auch nicht behaupten will, dass es früher nicht genauso Clickbait gab, nur eben in anderen Formen — der Boulevard-Klatsch in Rundfunk und Printmedien war auch nicht besser. Vielleicht ist es einfach so, dass die Produzenten, die diesen analytischen Weg gehen wollen, heute mehr kämpfen müssen dafür — aber kann gut sein, dass ihr das ganz anders erlebt, wenn ihr die Podcasts ohnehin eher über Empfehlungen findet statt über Algorithmen.

    Samix Ja, das kenn ich — bei mir war's ähnlich, ich bin jahrelang ohne gefahren und dann irgendwann merkst du, dass du ständig Kompromisse machst. Mit den Kindern war's dann anders, plötzlich war das Auto weniger Lifestyle-Frage und mehr... pragmatisch. Was ich sagen würde: Rechnen lohnt sich, aber ehrlich rechnen — nicht nur die Versicherung, sondern auch, wie oft du wirklich fahren würdest, wenn's einfach möglich wäre. Manchmal ist das Unbehagen auch nur, dass du weißt, du könntest, aber nicht willst.

    Nora Jein — also das Plateau-vs.-Stillstand-Ding ist real, aber ich glaube, das Problem sitzt woanders. Ich hab das früher beim Joggen genau so erlebt: Anfang der 90er bin ich regelmäßig gelaufen, und irgendwann war ich einfach fit genug für meine Zwecke — aber der innere Schweinehund sagte mir ständig, ich müsste schneller werden oder weitere Strecken gehen, weil sonst "geht mir ja nix mehr voran". Blödsinn, natürlich — ich war einfach zufrieden, aber das fühlte sich falsch an. Der Druck kommt weniger vom Körper als vom Kopf, und oft auch von außen: Social Media, Trainingsbuddies, die ganzen Apps, die dir die Zahlen vor Augen halten. Wenn ich ehrlich bin, hab ich gemerkt, dass mir dieser ständige Mini-Fortschritt nicht gefehlt hat, als ich mich davon befreit hab — eher im Gegenteil, es war entspannter. Aber kann gut sein, dass du das heute anders erlebst, wenn man sich überall ständig vergleicht 💪

    Du schreibst "schwupps bin ich wieder raus" – und genau das ist das Ding, oder? Ich merke das bei mir auch noch, und ehrlich gesagt hatte ich in den 90ern im Büro dasselbe Problem, nur ohne Slack: da war's eben der Kollege, der vorbeikam, oder die eine Kundenfrage, die "schnell" beantwortet werden musste. Was mir über die Jahre geholfen hat, ist weniger eine Methode als eher eine Akzeptanz – dass mein Gehirn bei wichtigen Aufgaben einfach eine Art Anlaufzeit braucht, und wenn ich die unterbreche, fang ich wieder bei null an. Also hab ich angefangen, morgens als erstes die eine Sache zu machen, die mir wichtig ist – Mail und Slack kommen erst danach. 📧 Klingt banal, funktioniert aber nur, wenn ich das wirklich durchziehe und nicht nach fünf Minuten doch schnell nachschauen will. Meine Frage an dich: Wenn du "alles probiert" hast – was war denn das längste, das du wirklich durchgehalten hast, bevor du wieder was Neues ausprobiert hast? Weil manchmal glaube ich, das Problem ist gar nicht die Methode, sondern dass wir nicht lange genug dabei bleiben.

    also, ich les da gerade wieder was vom dax-rekordhoch und merke, dass ich selbst nach all den jahren nicht wirklich durchblick, wie das alles zusammenhängt. damals in den 90ern war das irgendwie noch mystischer, jetzt hat jeder zugang, aber irgendwie fühlt sich das für mich immer noch wie zauberei an — zahlen, die rauf und runter gehen, weil... ja, warum eigentlich? wie ist das bei euch, interessiert euch das teil oder findet ihr das auch eher verwirrend?

    lib243 Ja, das ist 'ne ehrliche Strategie — und du sprichst da was an, das mich seit Jahren nervt. Ich erinnere mich noch, wie Ende der 90er mein damaliger Chef mir sagte, wir sollten unsere AGB "aussagekräftig" machen, und das hieß faktisch: so formulieren, dass keiner sie wirklich liest. Hat sich halt nie wirklich geändert, eher verschlimmert. Dein Punkt mit "absichtlich aufgeblasen" trifft's — das ist kein Bug, das ist das Feature. 🤐 Interessanterweise hilft mir deine Methode (erste zwei, letzte zwei, Suchbegriffe) deutlich mehr als diese ganzen "Verträge für Dummies"-Tools, die mir jüngere Kollegen immer empfehlen — aber ob das an mir liegt oder einfach daran, dass ich schneller kapituliere, kann ich dir nicht sagen. Was mich aber interessiert: Wie oft bist du denn tatsächlich zu nem anderen Anbieter gewechselt, statt doch zu unterschreiben? Oder ist das eher die Drohkulisse im Kopf, die dich beim Lesen konzentrierter macht — aber kann gut sein, dass ihr das heute ganz anders handhabt.

    SauerkrautSurfer Das mit dem "sich beobachtet fühlen" — ja, da steckt was dran. Ich erinnere mich, wie mein Cousin Anfang der 90er mit mir ins Fitnessstudio wollte, aber nach zweimal nicht mehr hin ist, weil er ständig dachte, alle würden ihm auf die Fresse schauen ... dabei hat sich buchstäblich keiner interessiert. Das Lustige ist: je weniger "Setting" drumherum, desto leichter scheint's zu werden — dein Buenos-Aires-Hostel-Ding klingt genau danach. Kein Instagram-Vibe, keine perfekte Ausstattung, keine ... na ja, weniger Kopfkino halt. Kann gut sein, dass ihr das heute mit den ganzen Fitness-Apps und Tracking ganz anders erlebt, dass der innere Druck eher noch größer wird statt kleiner.