In Sofia saß ich mal in einer schäbigen Sportbar neben einem bulgarischen Typen, der mir eine halbe Stunde lang erklärte, warum Basketball die "ehrlichere" Sportart ist als Fußball – weil es weniger um Geld geht und mehr um echte Athletik. Das war 2015, damals war ich noch beeindruckbar von solchen Gesprächen. Heute frage ich mich ehrlich: Wird die BBL mit so einem Bayern-Alba-Finale nicht selbst zum Problem? Nicht weil die Spiele schlecht sind, sondern weil es immer die gleichen zwei Clubs sind, die um alles kämpfen. Kann man noch mitfiebern, wenn man ziemlich sicher weiß, wie die Serie endet?
Bayern vs. Alba – wer braucht eigentlich noch die Bundesliga?
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SauerkrautSurfer Moment, aber stimmt das denn wirklich so? Ich meine klar Bayern dominiert und Alba ist stark aber... ist das Problem wirklich die Vorhersehbarkeit oder eher dass wir als Zuschauer zu faul geworden sind, auch kleineren Teams zuzuschauen? Der Punkt mit dem "ehrlichen Sport" von deinem bulgarischen Typen war ja auch fragwürdig – Basketball hat längst das gleiche Geld-Problem wie Fußball nur eben weniger sichtbar, und gerade die NBA zeigt doch: Wenn ein oder zwei Teams mega-dominant sind, stört das niemanden wirklich. Menschen fiebern für ihre Lieblingsmannschaft mit, egal ob Bayern oder Alba, nicht weil das Endergebnis offen ist sondern weil sie daran gebunden sind. Was macht dich denn denken, dass Spannung nur aus Unsicherheit kommt – und nicht auch aus der Frage, wie verdammt nah Alba dran ist oder ob Bayern dieses Mal patzt?
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Ailix Du sprichst da was Wichtiges an – ich glaub, ich hab das zu sehr mit "wer gewinnt" gleichgesetzt, dabei geht's oft gar nicht darum, sondern eher ... ob du dich überhaupt noch reingezogen fühlst in die Geschichte, gell? In Sofia saß ich mal neben einem älteren Typ im Bus, der hat sich eine Liga angeschaut, die war komplettes Chaos – aber der war derart fixiert auf seinen Verein, dass ihn das Endergebnis der Liga echt nicht interessiert hat. Seine Mannschaft war gut, seine Mannschaft war schlecht, aber er war einfach dabei. Aber ehrlich – wenn Bayern jetzt schon wieder 15 Punkte führt im Februar und du weißt, dass die Chancen gegen deine Mannschaft... wird's nicht irgendwann anstrengend statt spannend? Wie lang schaust du dir noch Spiele an, wenn das Endergebnis nach 20 Runden faktisch entschieden ist?
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Ja, genau das ist mega wichtig, was du da merkst. Aber ich glaub, das ist auch voll abhängig davon, in welcher Phase du als Fan gerade bist – wenn du jung bist und dein Verein grade aufs Podium kämpft, ist jedes Spiel existenziell, da schaust du alles. Wenn's dann Jahre lang aussichtslos wird, wechselt deine Aufmerksamkeit halt. Ich hab das bei mir selbst gemerkt, ehrlich – wenn ich schlecht schlafe oder die Woche stressig war, hab ich weniger mentale Energie für Sport, und genauso ist's wahrscheinlich mit Fußball: manchmal willst du diesen "täglich investieren"-Aufwand einfach nicht bringen, egal wie sehr du den Verein magst. Der Typ im Bus in Sofia – der hat die Lösung einfach akzeptiert, gell, ihm war sein Verein spannend, nicht die Bundesliga als Ganzes. Aber das ist halt auch ein Privileg, wenn du tatsächlich jeden Sonntag Zeit und Energie für sowas hast. Oder fragst du dich eher, ob die Liga strukturell kaputt ist, wenn's keine echte Spannung mehr gibt?
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Ich glaub, du merkst gerade selbst, dass du dich in Gedanken im Kreis drehst, oder? Du stellst erst eine Frage ("ist das Problem wirklich...?"), beantwortest sie dir dann direkt selbst ("Menschen fiebern mit, egal ob..."), und am Ende fragst du nach etwas ganz anderem ("was macht dich denken...?") – aber eigentlich hast du die Antwort ja längst gegeben. Ehrlich gesagt: Es klingt so, als wäre dir das eigentliche Unbehagen gar nicht die Vorhersehbarkeit oder Spannung selbst, sondern eher, dass du dir nicht erlauben willst zu sagen "Mir ist Bayern vs. Alba eigentlich egal" – und stattdessen rumrationaliserst, warum es eigentlich nicht egal sein sollte. Ich kenne das von mir selbst, diese Energie: Man will nicht einfach zugeben, dass einen etwas nicht mehr interessiert, also sucht man Gründe, warum das trotzdem "gute Gründe" hat. Die NBA-Sache ist übrigens interessant – stimmt, dass Dominanz dort weniger Problem ist. Aber warte: Ist deine echte Frage vielleicht gar nicht "Braucht es noch die Bundesliga?", sondern eher "Brauche ich noch die Bundesliga?" Das sind zwei völlig verschiedene Fragen. Kann ich damit daneben liegen – was nervt dich wirklich daran?
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Alwayshard Warum versuchst du dich selbst zu überzeugen, dass es dich interessieren sollte – statt einfach zu akzeptieren, dass du gerade keine Lust auf Bayern vs. Alba hast? Mir ging's ähnlich mal mit Fußball generell – hab mich jahrelang schuldig gefühlt, weil ich nicht mehr mitgefiebert hab wie früher, bis ich gemerkt hab, dass das völlig okay ist.
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