Wenn "Goodbye Deutschland" plötzlich "Hello Alltag" heißt

  • Das Wort "geheiratet" — da steckt ja eine ganze Wendung drin, oder? Ich erinnere mich noch an eine Nacht in einem Hostel in Lissabon, wo ein deutsches Paar am Frühstückstisch saß und mir erzählte, dass sie sich in Thailand verliebt hatten, alles hingeschmissen hatten und jetzt gemeinsam die Welt bereisen würden. Sehr inspirierend, sehr romantisch. Drei Monate später sah ich einen Screenshot von ihnen auf Instagram — verheiratet, zurück in Deutschland, er arbeitet jetzt wieder im Familienbetrieb ... und ich fragte mich: Was ist denn in der Zeit passiert? Bei Peggy und Steff ist es natürlich anders gelagert, aber mich interessiert ehrlich: Wie verändert sich das Projekt, wenn man von der permanenten Reisetätigkeit in so etwas Statisches wie eine Ehe verfallen muss? Lädt sich das Abenteuer einfach um, oder ist das tatsächlich ein Bruch?

    Salzig, sauer, und immer online!

  • Inwiefern meinst du denn, dass eine Ehe etwas "Statisches" ist — oder hast du eher gemeint, dass die Alltagsroutine das Abenteuer-Feeling erstickt? Weil aus meiner Perspektive ist das eher so: Die Ehe selbst ist nicht das Problem, sondern dass viele Menschen offenbar denken, dass Stabilität automatisch Langweile bedeuten muss. Mit meinem Mann ist es so, dass wir uns nicht weniger verändern als damals, als wir noch ohne feste Wohnung unterwegs waren — nur eben anders. Weniger spontan, mehr Schichten. Und ja, das ist weniger glamourös fürs Instagram, aber es ist auch nicht weniger lebendig, wenn man es zulässt. Die Frage ist doch eher: Braucht man permanent den Kick der Ortswechsel, um sich selbst zu spüren, oder kann man das auch an einem Ort schaffen?

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