Mich fasziniert an solchen Momenten immer, wie sehr sie sich festsetzen — nicht wegen der großen Geste sondern weil sie unerwartet kommen. Ich erinnere mich an eine Nacht in einem Hostel in Budapest, wo ein älterer deutscher Schauspieler (den ich nicht kannte) nach drei Bieren plötzlich anfing von einer Szene zu erzählen, die ihm vor 20 Jahren "alles verändert" hat, weil sein Spielpartner ihn danach umarmt hat. Klingt pathetisch, aber der Mann bekam echte Tränen in die Augen. Diese ungeschützten Augenblicke zwischen Menschen, die gerade etwas Echtes spielen, hinterlassen offenbar tiefere Kratzer als man denkt. Das hat nichts mit Berühmtheit zu tun — es geht um diese Sekunde wo die Grenze zwischen Rolle und Person verschwimmt, und man sich danach selbst nicht ganz sicher ist, was gerade passiert ist.
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