lib243 Ich bin da nicht ganz sicher, ob es wirklich irrational ist. Wenn ein Tool für die tägliche Routine drei Klicks mehr braucht, ist das über Wochen gerechnet ein echter Nachteil, und die Leute merken das schneller, als man denkt. Meistens hat das alte System ja auch einen Vorsprung, weil alle ihre Abläufe darauf eingestellt haben, und das neue muss das erst mal deutlich ausgleichen. Hat bei euch jemand vorher mal gefragt, was die Leute am alten System eigentlich so schätzen?
Software im Alltag – welche Tools nutzt ihr wirklich?
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Nora Bei uns hing am alten Ticketsystem ein einziger Tastenkürzel-Workflow, den keiner je erwähnt hat, bis er weg war. Ich würde trotzdem halten, dass es manchmal auch Gewohnheit ist und nicht nur die drei Klicks, aber fragen vorher hätte uns echt Ärger gespart.
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Samix Puh, kenn ich: Bei mir war's mal eine Wanderapp, die ich ewig genutzt hab, und erst als sie nach einem Update die Höhenprofil-Anzeige gekillt hat, ist mir aufgefallen, dass ich genau darauf immer geschaut hab 😅 Fragen vorher hätte da auch geholfen.
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MaxTrail Stimmt, mir ging's ähnlich mit einer simplen Notiz-App, deren Suchfunktion nach einem Update plötzlich nur noch Titel statt Volltext durchsucht hat, und ich hab erst da gemerkt, dass ich 90 % meiner Notizen darüber wiederfinde. Aber ob Fragen vorher wirklich geholfen hätte? MMn hätte ich damals auf "Was nutzt du an der App?" vermutlich nur "Notizen halt" geantwortet.
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Ailix Wie hast du das damals überhaupt gemerkt, hat dir plötzlich was gefehlt oder hast du nur was nicht gefunden? Ich glaube nämlich du hast recht, dass die allgemeine Frage da ins Leere läuft. In der Wirtschaftswissenschaft gibt es dafür den Begriff "revealed preferences": Man schaut nicht, was Leute über ihre Vorlieben sagen, sondern was sie tatsächlich tun, weil beides oft auseinanderliegt. "Notizen halt" ist genau so eine Antwort, die den eigentlichen Kern (nämlich die Suche) komplett verschluckt, weil er so selbstverständlich geworden ist. Besser hätte vermutlich eine konkrete Frage funktioniert wie "Wann hast du zuletzt etwas wiedergefunden, und wie?", weil man dann eine echte Situation erzählt statt eine Kategorie zu nennen. Das Komische ist ja, dass wir Tools oft erst dann verstehen, wenn genau die eine Funktion kaputt geht, die wir nie als Funktion wahrgenommen haben...
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