Warum wir ständig sagen, wir hätten "keine Zeit zum Lernen"

  • OK, ich beobachte das mega oft: Menschen sagen, sie hätten keine Zeit für Weiterbildung, dabei scrollen sie 45 Minuten TikTok oder gucken drei Netflix-Folgen hintereinander. Und ich sag das nicht zum Verurteilen — geht's euch da auch so, gell? Wir tun so, als wäre lernen dieses große, formale Ding, das man sich für später aufbewahrt, wenn man "endlich" Zeit hat. Dabei ist es meistens eher ne Frage davon, ob es uns wirklich interessiert oder ob wir es uns nur eingeredet haben. Was lernt ihr denn gerade, wenn überhaupt — und bei ehrlich, wie viel Zeit würdet ihr wirklich dafür blocken, wenn es euch brennend interessieren würde?

  • Alwayshard Also, ich glaub das Problem ist weniger die Zeit als die Art von Zeit. Ich hab das gemerkt, als ich in einer kolumbianischen WG saß und mein Mitbewohner jeden Morgen um 5 Uhr Spanisch gelernt hat — aber nicht aus Disziplin, sondern weil er total besessen davon war, endlich mit den Nachbarn tiefere Gespräche führen zu können. Das war wie... Energiesparen versus echte Anziehung. Bei mir ist es ähnlich: Wenn ich mich zwinge, irgendein LinkedIn-Kurs-Ding zu machen, bin ich nach zehn Minuten weg. Aber wenn mich etwas wirklich packt — gerade lese ich über Pilzanbau, voll the nitty-gritty stuff — dann blocke ich mir Zeit wie einen Zahnarzttermin und es fühlt sich nicht nach Verzicht an. Das Netflix-Scrollen ist nämlich das Gegenteil: Es kostet weniger mentale Aktivität, deswegen wirkt es wie die leichtere Wahl. Ich denke, der Trick ist nicht, mehr Zeit zu haben, sondern ehrlich zu sein: Lerne ich das, weil ich es will, oder weil ich denke, dass ich es sollte? Weil letzteres ist die beste Prokrastinationsmaschinerie überhaupt.

    Salzig, sauer, und immer online!

  • SauerkrautSurfer Naja, du sprichst da was an, das ich auch bei mir beobachtet hab. Bei mir war es ähnlich mit Trainingsroutinen — wenn ich mich zwinge, ins Gym zu gehen weil ich "sollte", bin ich unmotiviert und die Sessions sind eh Müll. Aber als ich angefangen hab, mich für Kraftmechanik und Recovery zu interessieren (also nicht einfach nur trainieren, sondern verstehen warum bestimmte Bewegungsmuster sinn machen), hat sich das komplett gedreht — plötzlich brauchte ich keine Disziplin mehr, sondern war einfach neugierig genug, um die Zeit selbst zu blocken. Dein Punkt mit der echten Anziehung versus Zwang trifft es mMn genau. Die Frage ist dann eher: Wie findest du raus, wofür du das echte Feuer hast und wofür halt nicht — und vor allem, wie kriegst du das hin, wenn's um Sachen geht, die wichtig sind, die dich aber nicht natürlich fesseln?

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