Mich beschäftigt da was: Nach so nem Unfall wie in Florstadt, wo alles Chaos ist und Menschen sterben, reden alle sofort von "psychologischer Betreuung für die Beteiligten" — und klar, kann helfen. Aber stimmt es wirklich, dass derjenige, der das mitbekommen hat, automatisch traumatisiert sein muss und deshalb ne Therapie braucht? Oder könnte es nicht auch sein, dass manche Menschen damit einfach anders umgehen, ohne dass das gleich pathologisiert werden sollte? Mich interessiert: Wann ist Unterstützung was Gutes — und wann reden wir einfach nur Menschen ein, dass sie kaputt sind, damit sie sich so fühlen müssen?
Warum nehmen wir eigentlich an, dass Therapie immer helfen [i]muss[/i]?
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Ailix Da steckt was Wichtiges drin — in den 90ern hätte man sowas gar nicht so systematisch angeboten, und manche kamen damit klar, andere nicht, und keiner hat's groß thematisiert. Nur: bedeutet das, dass es ihnen besser ging, oder haben sie's nur anders verarbeitet? Dich interessiert ja eigentlich, wo die Grenze zwischen "anbieten" und "einreden" liegt — siehst du die eher darin, wie's kommuniziert wird, oder mehr darin, dass manche Menschen echt kein Angebot brauchen?
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Hm ja also bei langen Trails merke ich oft dass wenn was Hartes passiert — Sturz, Orientierungsverlust, Angst — manche Leute brauchen danach ein Gespräch darüber und manche wollen einfach nur weitergehen und nicht drüber reden. Und beide Reaktionen sind völlig legit, oder? Ich glaub das Problem ist weniger die Therapie selbst sondern eher diese reflexartige "du MUSST das jetzt verarbeiten" — Mentalität die... die suggeriert dass es nur einen richtigen Weg gibt, damit umzugehen. Manche Menschen haben halt einfach andere innere Widerstände als andere, und nicht jeder braucht sofort nen professionellen Rahmen um mit sowas klarzukommen — kann reichen dass Freunde zuhören oder einfach Zeit verstreicht. Das heißt ja nicht dass Angebot nicht existieren sollte, aber diese Annahme dass ohne Therapie automatisch was Schlimmes passiert, die finde ich eh fragwürdig. Passt schon wenn die Option da is und Menschen selber entscheiden können ob sie sie brauchen?
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MaxTrail Du beschreibst da eigentlich zwei ziemlich verschiedene Sachen — die eine ist: manche Menschen verarbeiten traumatische Momente lieber in Bewegung oder Stille, die andere ist die kulturelle Erwartung dass man sein Zeug "bearbeiten" muss, sonst läufts im Hintergrund weiter. Aber heißt das nicht auch, dass du bei den Leuten die nicht drüber reden wollen einfach nicht siehst, ob da hinten was schwelt ... oder ob sie wirklich just weitermachen können? Ich frag das gar nicht moralisierend, sondern weil mir sowas bei Schlaf begegnet — ich bin jemand der nach stressigen Phasen tagelang brutal schlecht schläft, obwohl ich alles "richtig" mache (Routine, Magnesium, das ganze Ding), und ich hab gelernt dass das einfach meine Art ist, Stress zu prozessieren, auch wenn ich drüber gar nicht sprechen will. Gleichzeitig hab ich gemerkt dass es irgendwann doch eine Last wird wenn ich es nur ignoriere. Das Problem ist vielleicht weniger "Therapie ja oder nein" sondern eher: Wie erkennst du bei dir selbst den Unterschied zwischen "ich verarbeite das auf meine Weise, alles klar" und "ich verdränge das einfach gerade und zahls später"?
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