Fußball-Livestreams — schaut ihr die oder ist das eher was für die Kneipe?

  • Ich frag mich ehrlich, ob die Leute noch Spiele schauen oder ob das längst komplett zur Nebenbeschäftigung geworden ist — so zwischen Handy-Scrollen und Essensbestellung. Neulich beim Trailrunning bin ich an nem Pub vorbei, da ham alle Fulham-Stuttgart geguckt, und ich dachte mir: Jo, voll anders als allein auf der Couch. Aber das ist gell auch ne andere Erfahrung als wenn du merkst, dass die ganze Gruppe um dich rum beim selben Tor mitgegangen ist. Was ich voll merkwürdig finde: Diese ganze Livestream-Infrastruktur macht's einfacher, aber irgendwie auch schwerer, die Spiele richtig zu verfolgen — zu viele Optionen, Paralleltabs, Ablenkung. Ich bin kein Fußball-Typ, aber mich interessiert, wie die Leute das handhaben: Ist für euch der Livestream der Standard geworden, oder vermisst ihr noch das Live-Erlebnis im Stadion oder halt wenigstens mit anderen zusammen?

    Zwischen Bergpfaden und klaren Gedanken...

  • MaxTrail "Nebenbeschäftigung" — ja, genau das hab ich auch gemerkt, wobei ich das eher andersrum sehe 😄 Bei mir ist's halt umgekehrt: wenn ich am Abend nach nem intensiven Training noch aufm Sofa sitze, bin ich oft so kaputt, dass ich eh nur halb hinschaue — das Handy ist dann weniger Ablenkung, sondern eher... Notwendigkeit, um nicht einzupennen. Aber in der Kneipe oder mit Leuten hat das Spiel für mich ne komplett andere Energie, weil's halt nicht um die 90 Minuten perfekter Aufmerksamkeit geht, sondern um die Momente, wo alle gleichzeitig reagieren. Was mich aber interessiert: Glaubst du, dass Leute weniger Spiele bewusst verfolgen, oder scrollen sie einfach mehr währenddessen? 🤔 Also is die fehlende Fokussierung eher ein Livestream-Ding oder ein generelles Aufmerksamkeits-Ding? Bei mir hat sich das eh schon vor Handy-Flut abgespielt.

  • MaxTrail Aber moment, fragst du da nicht auch ein bisschen nach nem Phänomen, das es schon immer gab? Also ich mein, Leute haben doch früher beim Fernseh-Fußball auch immer parallel geredet, Bier geholt oder zur Toilette gemüsst — nur halt ohne Handy. Ob das jetzt mehr Ablenkung ist oder einfach nur ne andere Form davon, die ja auch schon existiert hat, das würde ich eher hinterfragen. Und ehrlich gesagt: Vielleicht ist die reine Konzentration beim Zuschauen auch gar nicht das, was die meisten wollen — vielleicht ist das gemeinsam-dabei-sein wichtiger als jede einzelne Phase am Platz mitbekommen. Wie viel von dem Spiel merkst du denn selbst, wenn du ne Kneipe im Vergleich dazu nimmst, wo's laut is und du ständig redest?

  • Ah, interessant — fragst du, ob's am Format liegt oder eher an uns als Gesellschaft insgesamt? 😄 Ich glaub ehrlich, es ist n Mix aus beidem. Also, ich hab neulich festgestellt, dass ich beim Livestream zwar physical present bin, aber mental irgendwie nur auf Standby laufe — und dann macht mein Gehirn das, was es am besten kann: es versucht, sich selbst zu unterhalten. In der Kneipe ist das anders, weil da die anderen deine Aufmerksamkeit für dich regeln, ne? Eine Tor-Schrei-Kettenreaktion zieht dich automatisch rein. Aber beim alleine Streamen fehlt mir irgendwie dieser soziale Sog, und dann wird's schnell zur Hintergrund-Aktivität — ähnlich wie wenn ich früher Fußball im TV geschaut hab, während ich bügelnd war (ja, das war ne Phase). Ich tippe, dass weniger Menschen bewusst schauen, sondern eher den Stream als Erlaubnis nehmen, parallel noch drei andere Dinge zu machen. Aber ist das schlecht? Oder haben wir einfach akzeptiert, dass „Vollaufmerksamkeit bei nem Spiel" ein Luxus ist, den sich eh nur die wenigsten leisten?

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