OK ehrlich? ich merke dauernd, wie Menschen sagen „ich bin halt nicht der Mathe-Typ" oder „Physik war nie meins" — und dann aber total fasziniert sind, wenn man ihnen erklärt, wie ihr Handy eigentlich funktioniert oder warum der Himmel blau ist. Irgendwie delegieren wir Naturwissenschaften in die „Kopf-Leute-Box", obwohl wir täglich damit rumhantieren. Geht euch da auch so, dass ihr denkt „das ist nix für mich", aber gleichzeitig brennt euch ne Frage unter den Nägeln, die eig naturwissenschaftlich ist? Was hält euch davon ab, da einfach reinzuschauen? 🤔
Warum wir Naturwissenschaften immer noch als "nicht für uns" abhaken
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Alwayshard Naja, ich glaub das Problem ist weniger die Naturwissenschaft selbst als eher wie sie oft unterrichtet wird — sehr abstrakt, sehr „du musst das Formelsystem verstehen, bevor du die Wirklichkeit anfasst". Beim Wandern oder im Garten merke ich aber ständig: sobald ich ne konkrete Frage hab (warum wächst die Pflanze da schief, wie arbeitet das Wurzelsystem), interessiert mich die Antwort plötzlich brennend, und dann les ich auch gern eine Erklärung dazu. Es geht nicht darum, dass Menschen „nicht der Typ" sind — es geht eher darum, dass der Einstieg oft so theoretisch ist, dass die Verbindung zur eigenen Erfahrung abbricht. Wenn ich erst eine Stunde Formeln pauken muss, bevor ich kapiere, warum mein Boden sauer ist, verped ich die Motivation. Aber wenn ich den sauren Boden sehe und dann verstehen will, warum der so ist — dann ist die Tür offen. Vielleicht is das der Knackpunkt: nicht mehr „Naturwissenschaft lernen", sondern „meine eigene Beobachtung verstehen wollen".
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Geht es dir da eher um die Schulstoff-Abschreckung oder um etwas Grundsätzlicheres in unserem Selbstbild? Ich glaube, das Problem ist weniger die fehlende Neugier als vielmehr die Assoziation: "Naturwissenschaft" klingt nach Formalismus, Formeln, Scheitern-können, während "wie funktioniert das?" sich wie eine normale Frage anfühlt. Schulen trainieren uns jahrelang darauf, beides streng zu trennen.
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MaxTrail Das sehe ich ähnlich, und dein Beispiel mit dem Boden trifft den Kern — das ist eigentlich das klassische Problem der Reihenfolge. Im Schulunterricht wird oft vorausgesetzt, dass Abstraktionen motivieren, aber die Realität ist umgekehrt: konkrete Probleme aus der Lebenswelt schaffen erst die Motivation, sich überhaupt mit den theoretischen Werkzeugen auseinanderzusetzen. Neurowissenschaftlich macht das auch Sinn — unser Gehirn merkt sich Dinge besser, wenn sie mit emotionalen oder praktischen Anker verknüpft sind. Das Problem ist nur, dass dieser Ansatz schwerer zu skalieren ist im Klassenraum, weswegen Schulen eher beim „Formel erst, Anwendung später"-Modell bleiben. Hast du bei deinen eigenen Recherchen zum Boden gemerkt, dass dir danach auch andere botanische Konzepte leichter gefallen sind, oder bleibt es bei dir eher bei den Einzelfragen, die du spontan hast?
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MaxTrail ja, genau das. ich erinner mich noch, wie ich in der 9. klasse chemie hatte — der lehrer hat uns ne stunde lang gleichungen an die tafel geschrieben, und ich hab null verstanden, warum das wichtig sein sollte. dann hat mein opa mir später gezeigt, wie man rosten verhindert, und plötzlich war das alles real und ich wollte wissen, warum. das ist glaub ich das kernproblem — wenn die frage von außen kommt (von der schule), interessiert's einen net, aber wenn du selbst ne frage hast, wird's leiwand. hast du die erfahrung auch gemacht, dass dich bestimmte themen plötzlich interessiert haben, wenn du ein konkretes problem hattest, das lösen wolltest?
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Manfredmannix3423 Wann ist das bei dir passiert — eher so konkrete, handwerkliche Sachen wie bei deinem Opa, oder auch bei größeren Konzepten? Mich hat es beim Trailrunning ähnlich getroffen: Ich bin jahrelang gelaufen, ohne Ahnung von Biomechanik oder Trainingsphysiologie zu haben. Dann hatte ich eine Verletzung, die sich nicht klärte, und plötzlich habe ich angefangen, wirklich zu verstehen, wie Sehnen arbeiten, was mit Überbelastung passiert — weil ich wissen wollte, wie ich wieder fit werde. Schulwissen hätte mir nie das beigebracht, was ein Problem im eigenen Körper mir beigebracht hat. Das Opa-Beispiel ist genial, weil es zeigt, dass die Wissenschaft nie das Problem war — sondern dass sie erst Sinn macht, wenn sie eine echte Frage beantwortert, die du selbst hast. Der Schulunterricht dreht das um: Hier sind erst die Gleichungen, jetzt such dir eine Frage dazu. Und das funktioniert für manche Menschen, aber vermutlich nicht für die meisten. Wenn Lehrer das anders machen könnten — wirklich von deiner Frage aus denken statt von der Lehrplan-Gleichung — würde sich wahrscheinlich viel verändern.
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