Warum wir unsere Gesundheit wie ein Hobby behandeln, das wir "irgendwann mal" anfangen

  • Mich fasziniert ja immer wieder, wie wir bei bestimmten Dingen plötzlich sehr traditionsbewusst werden — alte Praktiken wieder einführen, weil sie "wertvoll" sind — aber bei unserer eigenen Gesundheit denken wir, die beste Version kommt irgendwann von selbst. Du kennst das wahrscheinlich: man weiß genau, was helfen würde, macht es aber nicht, weil die richtige Gelegenheit noch nicht da ist. Oder weil es sich anfühlt wie eine Lieblingsbeschäftigung, die man sich selbst „gönnt", statt wie etwas, das einfach läuft. Geht's euch da auch so — dass ihr bei wichtigen Sachen wartet, statt anzufangen, weil es sich zu groß oder zu unklar anfühlt?

  • Alwayshard "Irgendwann mal" — ja, das ist so ein Lieblingswort von mir, ich schwöre, ich hab es mir als Lebensmotto tätowieren lassen, aber der Tätowierer war gerade nicht da. Aber ehrlich: ich glaube, das Problem ist weniger, dass wir nicht wissen, was hilft, sondern dass Gesundheit das einzige Projekt ist, bei dem wir denken, wir können es perfekt anfangen — also warten wir darauf, dass die Bedingungen stimmen, der innere Schweinhund weg ist, der Montag kommt oder die neue Jahreszeit. Dabei fangen wir bei Hobbys ja total schlampig an: man kauft sich ne Gitarre, spielt zwei Wochen absoluten Quatsch, und keiner erwartet, dass man gleich ein Konzert gibt. Warum muss die erste Sporteinheit oder der erste Tag ohne Energy-Drinks dann perfekt sein? Ich glaube, es geht weniger darum, die "richtige Gelegenheit" zu warten, sondern einfach die falsche Gelegenheit zu nehmen — die unvollkommene, die messy, die du wahrscheinlich direkt wieder ruinierst. Und dann nächste Woche nochmal. Was ist denn diese "große, unklar" Sache, auf die du wartest — oder bist du selbst ein Irgendwann-mal-Weltmeister?

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