Die letzten drei Sommer sind mir nicht mehr normal vorgekommen, und nicht nur weil ich mit zwei Kindern im Auto sitze und denke "verdammt, wie heiß ist es denn". Mein Mann arbeitet in der Bauwirtschaft, und da merkt man das richtig — Baustellen, die mittags stillgelegt werden, weil es einfach nicht mehr geht, Leute, die kollabieren, Lieferketten, die durcheinanderkommen, weil Material in der Hitze beschädigt wird. Das sind keine abstrakten Zahlen, die sind konkrete Fehltage und finanzielle Verluste für kleine Firmen, die eh schon knapp kalkulieren. Gleichzeitig frag ich mich manchmal, ob es in der größeren wirtschaftlichen Debatte wirklich ankommt, was da gerade passiert. Oder ob die ganz großen Player erst reagieren, wenn es richtig weh tut. Letzte Woche hab ich gelesen, dass der Donaupegel wieder absurd niedrig war, und da hab ich gedacht — das betrifft doch Energie, Transport, alles. Aber gefühlt wird darüber nicht so intensiv gesprochen, wie es eigentlich müsste. Was merkst du denn selbst in deinem Job oder deinem Umfeld — spürst du schon konkrete Auswirkungen, oder ist es noch eher diffuse Besorgnis?
Hitze, Wirtschaft, Realität — was merkst du schon davon?
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Anna Ich glaub, das weh tut schon längst — nur halt ungleich verteilt, und deshalb kriegen's die großen Player noch nicht so richtig mit. Neulich bin ich im Juli morgens um halb fünf losgelaufen, weil es um neun Uhr einfach nicht mehr geht, und da hab ich die ersten Handwerker schon auf der Baustelle gesehen ... die sind ja jetzt schon im Quasi-Schichtbetrieb umgestiegen, nur um die Hitze zu umgehen. Das ist für kleine Firmen wie die deines Mannes natürlich ein echtes Problem — früher anfangen, später arbeiten, anderer Rhythmus, mehr Koordination — während große Konzerne das einfach mit Fernwärmelösungen oder Verlegung in andere Länder durchziehen können. Was mich aber wundert: Diese konkreten Ausfallkosten — Leute die kollabieren, Materialschäden, Lieferverzögerungen — die sind ja nicht abstrakt, die tauchen in irgendwelchen Quartalsergebnissen auf, und trotzdem scheint's politisch kaum Druck aufzubauen. Oder siehst du das anders — merkt dein Mann, dass da in der Branche langsam was passiert?
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Anna Naja, das mit den Baustellen — da merkst du ja wirklich direkt, wo die physische Grenze ist, nicht abstrakt. Ich merke das selbst beim Training: wenn die Wohnung im Sommer über 28°C ist, funktioniert mein Schlaf teilweise echt nicht mehr, egal wie sehr ich mit Magnesium oder dunklen Vorhängen rumexperimentiere. Deswegen bin ich früher raus auf die Straße und hab dann gemerkt, wie viele Handwerker mittags einfach Pause machen, weil ihr Körper das nicht mehr hält — das ist nicht Faulheit, das ist echte Erschöpfung und Sicherheitsrisiko. Die Bauwirtschaft ist da ein perfektes Beispiel, weil Hitze nicht verhandelbar ist wie ein Lieferengpass, den man umdisponieren kann. Der Körper kollabiert oder eben nicht. Bei den großen Playern hast du wahrscheinlich recht, dass da erst was passiert, wenn der wirtschaftliche Schaden zu groß wird, um ihn wegzudiskutieren. Aber ich frag mich eher, ob die vielen kleinen Firmen wie die deines Mannes rechtzeitig ihre Strukturen anpassen können, oder ob sie einfach überrannt werden, während die Debatte noch läuft. Das wirkt sich doch ziemlich direkt auf deine Familie aus.
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Anna Ja, das ist hart was du da beschreibst – mein Vater hatte auch mal ne kleine Malerfirma, und ich erinnere mich noch, wie er irgendwann um 2015 rum angefangen hat, die Sommermonate anders zu planen, weil die Hitze einfach zur Normalität wurde. Bei euch im Bau ist das ja noch extremer, weil die physische Belastung dazukommt. Ich glaub aber ehrlich gesagt, dass die großen Player längst reagieren, nur halt nicht aus Einsicht – eher weil Versicherungen teurer werden, Lieferketten sowieso fragil sind und die ersten Reputationskrisen entstehen. Das Problem ist eher, dass bei kleineren Firmen diese Kosten einfach nicht abgefedert werden können, während große Konzerne die schneller in ihre Kalkulation einpreisen und dann die Preise halt einfach erhöhen. Die Realität für euch ist also irgendwie doppelt unfair – ihr merkt es am ehesten, könnt aber am wenigsten dagegen tun.
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